Brennstoffzellentest in 400 Haushalten in Tokio
(23. Februar 2007) Futuristische, lichtgraue Objekte in Hunderten von Tokioter Vorgärten künden vom Anspruch Japans, Weltmarktführer bei Umwelttechnologien zu werden. Das berichtet die Financial Times Deutschland. "LIFUEL nennen wir diese speziell für Wohnhäuser entwickelten Brennstoffzellen", erklärt Kunihiro Nishizaki von der Planungsabteilung bei Tokyo Gas, dem größten Erdgasunternehmen Japans. "Bis zum März werden wir 400 davon allein in unserem Geschäftsgebiet installiert haben."
Das Mikro-Kraftwerk LIFUEL - eine eigenwillige Wortschöpfung aus dem englischen "Life" und "Fuel", von Japanern gern wie "live well" ausgesprochen - verspricht den mutigen Erstanwendern einiges: 26 % Primärenergieeinsparung, 40 % weniger CO2-Emissionen und partielle Unabhängigkeit vom Stromnetz.
Die gegenwärtig im Testbetrieb eingesetzten Geräte müssen in etwa alle drei Jahre ausgetauscht werden. Den Kunden entstehen dadurch keine neuen Kosten, sämtliche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten während der Vertragslaufzeit sind im Anschaffungspreis enthalten. Der beträgt eine Million Yen - umgerechnet etwa 6.400 Euro. Als zusätzliches Bonbon wird der Gaspreis gedeckelt: mehr als umgerechnet 60 Euro im Monat muss der private LIFUEL-Vertragspartner nicht zahlen.
Derartige Konditionen sind nur deshalb möglich, weil das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) jede einzelne Anlage mit umgerechnet bis zu 40000 Euro subventioniert. Eine gewaltige Summe, besonders wenn man bedenkt, dass laut METI-Planung bis zum Jahr 2010 mehr als eine Million Einfamilienhäuser in Japan ihren Strom- und Warmwasserbedarf mittels Brennstoffzellen selbst decken sollen.