Stromgrab Ethernet
(12. September 2007) - Schlecht genutzte Ethernet-Verbindungen verbraten allein in den USA jährlich 5,8 Terawattstunden Strom. Wird eine Gigabit-Verbindung nur mit zehn Prozent der Maximalleistung genutzt, könnte man vier Watt sparen, wenn man die nicht ausgelastete Verbindung im langsameren Modus betreiben würde. Weiter steigende Übertragungsgeschwindigkeiten verschärfen das Problem.
Vor allem Privathaushalte zählen dabei zu den größten Stromverschwendern, weil die Modems dort meist 24 Stunden am Tag online bleiben. Auch IPTV-Settop-Boxen und Netzwerkdrucker verheizen in den USA unnütz viel Strom im Wert von 200 Millionen Euro jährlich. Abhilfe soll ein Mechanismus bringen, der die Netzwerkgeschwindigkeit automatisch an das jeweils benötigte Tempo anpasst.
Paolo Bertoldi von der EU-Kommission will die Hersteller auf freiwilliger Basis mit einem "Code of Conduct" zu ähnlichen Anstrengungen in Europa verpflichten. Wer nicht auf die neue Technik warten will, kann schon heute sein privates Modem abschalten, wenn es nicht in Gebrauch ist. Eine Arcor-Lan-Box verbraucht zum Beispiel ständig 15 Watt.