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Flaute beim Windkraftzubau

Flaute beim Windkraftzubau

Von Louis-F. Stahl

(25. Juni 2019) Im Jahr 2018 konnte die Erzeugung von Windstrom in Deutschland laut Zahlen des Umweltbundesamtes um 5,6 Prozent zulegen und hat einen neuen Höchststand erreicht – obwohl der Bau neuer Windkraftanlagen bereits stockte. Die wenigen neu errichteten Anlagen wurden dafür an besonders guten Standorten, wie beispielsweise Offshore-Parks im Meer, in Betrieb genommen. Auch das Re-Powering – der Austausch alter Anlagen gegen größere Generatoren am selben Standort – konnte zulegen.

An Land ist der Bau neuer Windräder fast zum Erliegen gekommen. Im ersten Quartal 2019 wurden nach Zahlen der Fachagentur Windenergie in ganz Deutschland nur 41 neue Windkraftanlagen gebaut. Ein Einbruch gegenüber dem ersten Quartal im Jahr 2018 um ganze 90 Prozent. In 9 von 16 Bundesländern wurde keine einzige Anlage neu errichtet.

Als Ursache macht die Branche komplizierte Ausschreibungsverfahren, verschärfte baurechtliche Anforderungen an potenzielle Standorte sowie klagende Anwohner verantwortlich. Insbesondere die Aufstellung fertiger Nisthilfen zur Anlockung potenziell seltener und geschützter Vogelarten habe sich zur Verhinderung neuer Windparks etabliert.

Eine ausführliche Darstellung der – vermeidbaren – Hemmnisse für die Windkraft in Deutschland sowie dem drohenden Rückbau von gut einem Viertel der bestehenden Windkraftleistung mit dem Ende der 20-jährigen Förderung 
in den Jahren 2021 bis 2023, liefert die Zeitschrift Technology Review (Heft 2/2019, S. 68-83).