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Energiewendeskeptiker
Halbwahrheiten zur Energiewende

Energiewendeskeptiker: Halbwahrheiten zur Energiewende

Von Aribert Peters

(14. Oktober 2019) Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) titelte am 9. August 2019: „Rekordkosten für die Aufrechterhaltung der Stromversorgung, zahlen muss dafür der Verbraucher“ und „Die Welt“ stimmte im gleichen Tenor an: „Der Geisterstrom offenbart den Irrsinn der Energiewende“. Mit Tatsachen haben diese beiden Meldungen wenig zu tun. Doch wenn die Propaganda nur oft genug wiederholt wird, dann wird sie geglaubt und zur herrschenden Meinung, auch wenn sie mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Die Skeptiker der Energiewende argumentieren, wir hätten zu viele erneuerbare Erzeugungsanlagen. Erst müssten die Netze ausgebaut werden, bevor neue Anlagen zu bauen seien. Solche Behauptungen werden durch aktuelle Zahlen im Quartalsbericht der Bundesnetzagentur zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen klar widerlegt.

Im Bericht der Bundesnetzagentur wird betont: „Auch im ersten Quartal 2019 wurden rund 95 Prozent der insgesamt vermarkteten erneuerbaren Erzeugung produziert und transportiert, knapp 5 Prozent wurden aufgrund von Engpässen im Rahmen von Einspeisemanagement-Maßnahmen abgeregelt. Diese Quote liegt damit auf dem gleichen Niveau wie im ersten Quartal 2018. Trotzdem zeigen die absoluten Zahlen im ersten Quartal 2019, insbesondere zur Abregelung von Windenergieanlagen, weiterhin bestehende Übertragungsengpässe auf.“ Bei der Abregelung handelt es sich also um ein nachrangiges Problem. Es weist auf Engpässe beim Netzausbau hin, die abgestellt gehören.

Auch bezüglich der Entschädigungszahlungen liegen die Skeptiker falsch, wenn sie unterstellen, die Verbraucher würden durch die Abregelung wesentlich belastet. Die Entschädigungsansprüche werden im Bericht auf 364 Mio. Euro beziffert, was angesichts der insgesamt gezahlten Vergütungen in Höhe von etwa 24 Mrd. Euro nur rund 1,5 Prozent ausmacht.