CO2-Emissionen: Weltweit und in Deutschland

Die Treibhausgasemissionen sind auch 2022 weltweit gestiegen, wenn auch nur gering. Notwendig ist jedoch ein Rückgang. Wir beleuchten die weltweiten Emissionen und auch den Beitrag Deutschlands. Die deutschen C02-Emissionen gehen zwar zurück, aber nicht so schnell wie zur Stabilisierung des Klimas erforderlich.
Von Aribert Peters

(29. Januar 2024) Zu Beginn etwas Zahlenakrobatik: Gegenüber dem Jahr 1990 sind die jährlichen CO2-Emissionen weltweit um 57 % gestiegen. Dieser Anstieg hat sich auch 2022 fortgesetzt mit einem Wachstum um 0,5 %. Das zeigt die jährliche Bilanz der weltweiten CO2-Emissionen, die Hans-Joachim Ziesing jedes Jahr durchführt (Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 75. Jg., Heft 10, S. 44 ff.). China hat einen Anteil von 30 % an den weltweiten CO2-Emissionen und war am Anstieg um zwei Drittel beteiligt. Aber schon ab 2024 beginnen sich Chinas CO2-Emissionen zu reduzieren. 80 % des weltweiten Emissionsanstiegs zwischen 1990 und 2022 entfielen auf China und Indien.

 ED 04/2023 CO2-Emissionen: Weltweit und in Deutschland (S.19)
ED 04/2023 Deutschlands Beitrag zu den CO2-Emissionen (S.20) 

Die EU-14-Staaten trugen in dieser Periode mit einer Senkung der CO2-Emissionen um 700 Millionen Tonnen bei. Der Rückgang in den EU-27-Staaten lag sogar bei 29,3 %. Zwar hat die EU das für 2020 festgelegte Ziel einer Minderung um 20 % deutlich übererfüllt. Das Minderungsziel von 50 % bis 2030 auf dem Weg zur versprochenen und gesetzlich fixierten Klimaneutralität bis 2050 scheint jedoch kaum mehr erreichbar. Dafür müsste die Minderungsgeschwindigkeit gegenüber den Vorjahren um mehr als das Dreifache steigen. In Deutschland sanken die CO2-Emissionen zwischen 2021 und 2022 um 1,8 %, zwischen 1990 und 2022 sogar um 37 %.

Ziesing kommt zu folgendem Schluss: „Es geht nicht mehr darum, das Tempo des weltweiten Anstiegs der CO2-Emissionen zu verlangsamen, sondern die Richtung umzukehren. Und damit zu beginnen, das Tempo der Emissionsminderung drastisch zu erhöhen. Eine Zielverfehlung ist mit erheblichen teils katastrophalen Auswirkungen auf Menschen und Natur verbunden.“ Im Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) heißt es: „Obwohl das Jahr 2023 das heißeste jemals gemessene ist, emittiert die Menschheit mehr Klimagase als jemals zuvor.“

letzte Änderung: 27.06.2013