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Endlich Aufwind für die Solarthermie

Endlich Aufwind für die Solarthermie

Von Dipl.-Ing. (FH) Axel Horn, Solarthermie-Spezialist

(14. März 2020) Die Solarthermie wurde über Jahre vernachlässigt, sowohl von der Politik als auch von Hausbesitzern – als gäbe es keine Klimakrise. Gegen die Dumpingpreise für fossile Brennstoffe und gegen die Attraktivität der Photovoltaik bei steigenden Strompreisen hatten Sonnenkollektoren oft nur schlechte Karten. Dabei leistet die Solarthermie genau das, was für die Energiewende und den Klimaschutz dringend erforderlich ist: Eine deutliche Verminderung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, ohne die Stromnetze zu belasten. Allerdings sparen sich die Betreiber einer Sonnenkollektoranlage nicht nur die kommende CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe, sondern auch die Beschäftigung mit der bei PV-Anlagen anfallenden Bürokratie wie beispielsweise den einkommensteuerpflichtigen Einspeisevergütungen, Umsatzsteuererklärungen, Mieterstromregularien oder EEG-Umlagen (siehe „Auf dem Weg zum Prosumer“). Solarthermieanlagen senken demgegenüber einfach und unbürokratisch die Heizkosten.

348 425 769 982 1851 Axel Horn

Das neu gestaltete BAFA-Förderprogramm für Solarthermieanlagen ist äußerst begrüßenswert, denn es setzt – kurz gesagt – schlicht die unlängst vom Bund der Energieverbraucher aufgestellten Forderungen für ein neues Solarthermieförderprogramm um (siehe „Solarthermie: Innovationen und Förderung“). Es bringt die Solarthermie für viele Häuser wieder in den grünen Bereich der Wirtschaftlichkeit: 45 Prozent Zuschuss für die Ersetzung eines Ölkessels durch einen Pelletkessel mit Sonnenkollektor und 40 Prozent für eine Gas-Brennwertheizung mit guter Solarunterstützung bieten Hausbesitzern die einmalige Chance, sich für die nächsten Jahrzehnte keine Sorgen mehr um die Heizkosten machen zu müssen. Denn Sonnenkollektoren sind sehr robust und äußerst langlebig. Einmal installiert, liefern sie über viele Jahre nahezu kostenlos Wärme. Auch die Zuschüsse des BAFA für die Nachrüstung oder Erweiterung einer Solarthermieanlage im Gebäudebestand in Höhe von 30 Prozent sind substanziell und eine gute Basis, mit der sich Bauherren ihren Traum vom Solaraktivhaus erfüllen können.