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KfW-Förderbank
Wirbel um Effizienzhausförderung

KfW-Förderbank: Wirbel um Effizienzhausförderung

Von Louis-F. Stahl

(13. Juli 2022) Zur Erreichung der Klimaziele fördert der Staat seit dem Jahr 2009 den Bau und die Modernisierung von Gebäuden unter Einhaltung von sogenannten „Effizienzhausstandards“. Diese Anforderungen wurden über die Jahre entsprechend dem technischen Fortschritt verschärft beziehungsweise die jeweils niedrigsten Standards gestrichen. Eine entsprechende Ankündigung zum Entfall der aktuell schlechtesten Effizienzhausstufe 55 im Bereich von Neubauten erfolgte am 22. September 2021 mit Wirkung zum 31. Januar 2022. Viele tausend Bauherren vertrauten auf diesen angekündigten Stichtag und wurden vom neuen Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) bitter enttäuscht. Dessen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) stoppte am 24. Januar 2022 mit sofortiger Wirkung die Annahme von Anträgen für Effizienzhausförderungen. Bauherren, die ihren Antrag kurz vor Ende der angekündigten Frist einreichen wollten, aber auch Bauherren, die ein Effizienzhaus der Stufen 40 oder 40 Plus gefördert erhalten wollten, wurde gleichermaßen vor den Kopf gestoßen.

982 Haus Energieeffizienz / Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com

Erst Ende März ließ der Minister durchblicken, wie es bei der Effizienzhausförderung zukünftig weitergehen soll: Die Effizienzhausstufe 55 entfällt wie erwartet und die Effizienzhausstufe 40 soll nur noch als „Plus-Variante“ sowie in Kombination mit den weniger aufwendigen Bausteinen „Erneuerbaren Energien“ (EE-Klasse) oder „Nachhaltigkeit“ (NH-Klasse) gefördert werden. Die Fördersätze werden halbiert. Anträge sollen wieder ab dem 20. April 2022 gestellt werden können. Das Fördervolumen ist auf eine Milliarde Euro gedeckelt. Experten gehen davon aus, dass dieses Volumen angesichts des Baubooms bestenfalls ein paar Monate ausreichen wird. Bauherren sollten sich daher mit einer Antragstellung beeilen. Sind die Mittel ausgeschöpft, soll es eine Fortführung nur noch für Neubauten der NH-Klasse geben.

Groß angekündigt hat der Minister in einem Interview mit der Tagesschau zudem, dass Gas, auch im Hinblick auf den Krieg Russlands in der Ukraine, als „Anachronismus“ angesehen werde und nicht mehr förderfähig sein soll. „Das ist politisch allemal angezeigt“, sagte Habeck. Bei einem Blick in die neuen BEG-Förderrichtlinien zeigt sich jedoch, dass diese Worte des Ministers in seiner Behörde offenbar nicht angekommen sind. Sogenannte „Hybridheizungen“, bei denen ein Gaskessel bis zu 75 Prozent der Wärme bereitstellen kann, bleiben auch weiterhin zulässig.