zurück zur Übersicht

Erdwärme
Wiedererstarken der Geothermie

Erdwärme: Wiedererstarken der Geothermie

Von Louis-F. Stahl

(7. Februar 2019) Deutschland verfügt über drei große Geothermieregionen: Das Molassebecken, den Oberrheingraben und das Norddeutsche Becken.

Während die süddeutschen Vorkommen mit Tiefenwassertemperaturen von über 200 °C leicht erschließbar sind, galt das Norddeutsche Becken mit seinen Temperaturen von nur 50 bis 110 °C bisher als schwer nutzbar. Nachdem in der DDR-Zeit mit Niedertemperaturtechnik zumindest Heizenergie gewonnen wurde, verdrängten ab den 1990er Jahren Gaskraftwerke die Geothermie im Norden. Wie die Zeitung für kommunale Wirtschaft berichtet, steht die Geothermie in Norddeutschland dank neuer Wärmepumpentechnik vor einer Renaissance (ZfK 9/2018, S. 9).

833 Deutschlandkarte Vorkommen Geothermie

So bohren die Stadtwerke Schwerin seit Oktober Löcher in eine Tiefe von 1.200 Meter für eine Anlage mit 46,5 GWh, die ab 2020 über 10 Prozent des Wärmebedarfes der Landeshauptstadt decken soll. Die neuartigen Geothermie-Wärmepumpen sollen mit Strom aus einem Kraftwerk der Stadtwerke gespeist werden, was Netzkosten und Umlagen spart. Diesem Beispiel haben sich die Stadtwerke Neubrandenburg angeschlossen, deren Bohrung 2021 fertiggestellt werden soll. Weitere Stadtwerke beobachten die Projekte und wollen das Konzept im Erfolgsfall übernehmen.

Als größtes Hemmnis für die Geothermie benennt der Bericht die deutsche Bürokratie: Während in Frankreich alle Genehmigungen für ein Geothermie-Projekt binnen 6 Monaten vorlägen, dauere es in Deutschland mindestens 3 bis 4 Jahre.