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Stiftung Warentest
Wechselservices durchleuchtet

Stiftung Warentest: Wechselservices durchleuchtet

Von Leonora Holling und Louis-F. Stahl

(4. April 2020) Informierte Verbraucher wissen, dass ein regelmäßiger Preisvergleich mit anschließendem Anbieterwechsel nicht nur bares Geld spart, sondern auch für einen funktionierenden Wettbewerb unter den Anbietern sorgt. Wechselwillige Verbraucher stehen daher regelmäßig vor der Herausforderung, rechtzeitig an den Anbieterwechsel zu denken und dann aus dem Angebot der zahllosen Strom- sowie Gasanbieter einen preiswerten und seriösen Anbieter auszuwählen.

Bisher waren für Verbraucher zumeist Vergleichsportale im Internet die erste Anlaufstelle für einen Tarifvergleich. Diese Vergleichsrechner arbeiten jedoch typischerweise auf Provisionsbasis und zeigen auch windige Anbieter auf den ersten Plätzen an, sofern diese Provisionen an die Portale zahlen. Günstige Anbieter, die keine Provisionen zahlen, werden hingegen häufig sogar standardmäßig ausgeblendet.

339 Terminkalender Eintrag Tarifwechsel / Foto: Zerbor / stock.adobe.com

Der Bund der Energieverbraucher bietet seinen Mitgliedern seit fünf Jahren eine Lösung für diese Probleme an: Der Anbieterwechselservice des Vereins findet passende und auf die besonderen Wünsche der Mitglieder zugeschnittene Anbieter, erledigt alle Formalitäten des Wechsels und meldet sich rechtzeitig zum Ende der Mindestvertragslaufzeit, um an die nächste Wechselmöglichkeit zu erinnern. Dieser exklusive Mitgliederservice wird vom Verein für einen pauschalen Kostenbeitrag in Höhe von 20 Euro angeboten und ist vollkommen unabhängig von Versorgern und Provisionen.

Inzwischen haben auch kommerzielle Dienstleister diese Marktlücke entdeckt und bieten Anbieterwechselservices auf Provisionsbasis an. Verbraucher zahlen für den Service zwischen 20 und 30 Prozent der Ersparnis durch den Wechsel. Je nach Verbrauch und bisherigem Tarif kommen so schnell 40 bis 60 Euro Wechselgebühr zusammen. Die Stiftung Warentest hat einige dieser Anbieter untersucht und zieht eine positive Bilanz (Finanztest 4/2019). Die Tester befanden die Wechseldienstanbieter „eSave“, „SwitchUp“, „Wechselpilot“ und „Wechselstrom“ als „sehr empfehlenswert“. Der Anbieter „SwitchUp“ nimmt jedoch eine Sonderrolle ein, weil dieser die Provision nicht vom Verbraucher bezieht, sondern vom neuen Versorger, was Zweifel an der Unabhängigkeit der Empfehlungen zulässt. Die Anbieter „Energyhopper“ und „Stromauskunft“ wurden für „nicht empfehlenswert“ befunden.