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Anbieterwechsel
Intransparente Vergleichsrechner

Anbieterwechsel: Intransparente Vergleichsrechner

Von Leonora Holling

(8. April 2020) Internet-Vergleichsportale ermöglichen es Verbrauchern eine Vielzahl an Tarifen zu vergleichen. Zahlt der Verbraucher für diesen Service kein Entgelt, so sind es in der Regel die Anbieter, die die Portale über Provisionen bei einem Wechsel finanzieren. Eigentlich müssten Internet-Vergleichsportale daher korrekterweise als „Provisions-Vermittlungsportale“ bezeichnet werden, da kein unabhängiger Vergleich erfolgt.

339 Preisvergleicher am PC / Foto: Jovan / stock.adobe.com

Das Oberlandesgericht Köln hatte kürzlich über einen Fall zu entscheiden, bei dem ein „Vergleichsportal“ für Autoversicherungen eine Versicherung nur weit hinten in der Ergebnisliste aufführte und deren Preise nicht anzeigte, weil die Versicherung die Zahlung von Provisionen verweigerte. Zudem erschien in der Ergebnisliste der Hinweis, dass eine Preisberechnung bei den Tarifen dieser Versicherung nicht möglich sei. Das Gericht sah in dem Verhalten des Vergleichsportals einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (Az. 6 U 191/18). Bei einem Preisvergleichsranking dürften nur Produkte verglichen werden, bei denen der jeweilige Preis auch genannt werde. Etwas anderes könne nur gelten, so das Oberlandesgericht, wenn neben dem Preis noch weitere Merkmale tatsächlich verglichen werden. Angesichts der Anpreisung des Vergleichsportals, für den Endverbraucher den billigsten Anbieter zu ermitteln, sei diese Annahme aber hier nicht gerechtfertigt.

Das Urteil hat auch auf Strom- und Gasanbieterportale Auswirkungen, da diese ebenfalls mit der Ermittlung der günstigsten Preise werben. Auch hier dürfen Anbieter nun nicht mehr erscheinen, für die keine Preise genannt werden.