Kapazitätsmärkte unnötig Umweltbundesamt legt Studie vor

Kapazitätsmärkte unnötig

(24. Juli 2012) Der derzeitige "Energy-Only"-Strommarkt, bei dem Kraftwerksbetreibern die bereitgestellte Strommenge vergütet wird, bilde einen geeigneten Rahmen für die Energiewende und gewährleiste eine sichere Stromversorgung, so eine neue ECOFYS-Studie "Notwendigkeit und Ausgestaltungsmöglichkeiten eines Kapazitätsmechanismus für Deutschland" fürs Umweltbundesamt (UBA).

Es sei derzeit nicht notwendig, Kapazitätsmärkte einzuführen. Diese würden ein großes Risiko für Ineffizienzen bergen, u. a. weil sie zu wenig Anreize fürs Lastmanagement setzten. Auf einem Kapazitätsmarkt erhalten Kraftwerksbetreiber zusätzlich zum Strommarkt Erlöse für die Bereitstellung einer gesicherten Leistung.

Die Kosten dafür werden an alle Verbraucher durchgereicht. Damit der Strommarkt langfristig zuverlässig funktioniere und um Wind- und Solarstrom effizient zu nutzen, sei es wichtig, das Lastmanagement auszuweiten, meint das UBA.

Einerseits sollten mehr Stromverbraucher als bisher auf das schwankende Angebot flexibler reagieren und durch Preissignale bei Stromknappheit ihren Verbrauch senken können. Zurzeit können dies z. B. Unternehmen der Alu-, Stahl- und Zementproduktion oder Kühlhäuser.

Der Umbau der Energieversorgung könne zudem durch eine "Strategische Reserve" abgesichert werden, so das Amt. Diese könne in Extremsituationen, wenn z. B. viele Kraftwerke bei extremer Kälte zugleich ausfallen, sinnvoll sein und lasse sich bei Bedarf mit einigen neuen Gasturbinenkraftwerken oder mit dem weiteren Betrieb einiger zur Stilllegung vorgesehener Gas- und Kohlenkraftwerke schnell aufbauen.

Bei einer strategischen Reserveleistung von z. B. 4 GW lägen die Gesamtkosten fürs Bereithalten der Kraftwerksleistung zwischen 140 und 240 Mio Euro jährlich. Auf die Endverbraucher kämen sehr moderate Kosten von unter 0,1 Cent pro kWh zu, so das UBA.

letzte Änderung: 03.01.2014