Energieversorger mit krankem Image
(30. Januar 2012) Das "manager magazin" befragte zwischen September und November 2011 über 4000 deutsche Führungskräfte nach dem Image der bedeutensten in Deutschland aktiven Unternehmen. Konkret ermittelten die "Imageprofile 2012" das Gesamtimage der Unternehmen und das Renommee der einzelnen Firmen in den fünf Kategorien Kundenorientierung, Innovationskraft, finanzielle Solidität, Managementqualität und Nachhaltigkeit, mit absteigenden Gewichtung in dieser Reihenfolge.
Das Ranking des Wirtschaftsmagazin ist das größte und umfangreichste seiner Art und umfasst in diesem Jahr 170 Unternehmen aus zehn Branchen. Gesamtsieger ist Audi mit knappem Vorsprung vor BMW, Apple und Porsche. Danach machen Bosch, Miele, VW, Adidas, Daimler und ZF Friedrichshafen die Top Ten voll.
In Sachen Energieversorgung bzw. Energie im weiteren Sinne ist auf der Liste lange nichts zu finden. Bezieht man großzügig eine Solarfirma mit ein, startet die Branche mit der Bonner Solarworld erst auf Platz 108. Die traditionellen Energieversorger kommen noch weiter hinten: RWE rangiert auf Platz 137 mit "schlechten" Werten in allen Kategorien außer mit einer knapp "durchschnittlichen" finanziellen Ausstattung. E.ON folgt auf Platz 141, EnBW auf 147. Auf Platz 159 macht Gazprom die magere Energie-Ausbeute komplett.
Der Newcomer Solarworld war im letzten Ranking im Jahr 2008 noch nicht gelistet, RWE rutschte gegenüber 2008 um sieben Plätze nach hinten und E.ON um fünf. EnBW büßte ebenso wie Gazprom sieben Plätze ein. Dass an dem Ranking etwas dran ist, sieht man ganz am Ende: Auf Rang 170 findet sich die gerade insolvent gemeldete Drogeriemarktkette Schlecker.