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Atomkraft
AKW-Hersteller in Bedrängnis

Atomkraft: AKW-Hersteller in Bedrängnis

Von Louis-F. Stahl

(25. April 2019) Der weltweite Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung stagniert. Während Photovoltaik und Windenergie um 35 beziehungsweise 17 Prozent zulegen konnten, stieg die Erzeugungsleistung der Kernenergie im Betrachtungszeitraum einer neuen Studie nur um rund 1 Prozent. Diese Zahlen gehen aus dem World Nuclear Industry Status Report 2018 (WNISR) hervor. Der Report zeigt weiter, dass Strom aus PV- und Windkraftanlagen inzwischen deutlich günstiger ist als Strom aus neuen AKW. Neue Meiler werden nur noch gebaut, wenn ein Staat Bau und Betrieb der AKW mit Steuergeld finanziert.

Im Januar 2019 gab der AKW-Hersteller Hitachi bekannt, Planung und Bau von zwei Reaktoren in Großbritannien aufgrund steigender Kosten und Differenzen über die Höhe von Subventionen nicht weiter zu verfolgen. Infolgedessen hat der Hitachi-Konzern auch alle weiteren Planungen für unwirtschaftliche AKW-Neubauten gestoppt und angekündigt, zum 31. März 2019 rund 300 Milliarden Yen (2,4 Mrd. Euro) an vergeblichen Aufwendungen abzuschreiben.

Nicht viel besser ergeht es dem französischem AKW-Hersteller Areva. Die Fertigstellung der Baustellen im finnischen Olkiluoto und dem französischem Flamanville verzögert sich erneut und wird nicht mehr für dieses Jahr, sondern für das Jahr 2020 erwartet. Die Mehrkosten von derzeit rund 13,5 Mrd. Euro muss der AKW-Hersteller zu einem großen Teil selbst tragen und wäre daran fast gescheitert. So erging es bereits dem Toshiba-Konzern, der seit 2017 auch aufgrund der Verluste seiner Nuklearsparte insolvent ist.