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Erfolg
„Klima vor acht“ auf Sendung

Erfolg: „Klima vor acht“ auf Sendung

Von Louis-F. Stahl

(24. August 2021) Pointierter könnte kein Beitrag der öffentlich-rechtlichen Satiresendungen „Extra 3“ oder „Quer“ ausfallen: Angesichts des Klimawandels hatten findige Menschen die Idee, dass „Das Erste“ an Stelle der überkommenen Sendung „Börse vor acht“ besser eine Sendung mit dem Titel „Klima vor acht“ in sein Programm aufnehmen solle. Diese Idee unterstützte der Bund der Energieverbraucher und schrieb – wie viele andere Organisationen und Zuschauer – der ARD einen Brief zur Unterstützung der Idee (siehe „Relevante Nachrichten: Klima vor acht“). Die ARD aber blieb untätig. Mitte des Jahres 2020 formierte sich schließlich eine Initiative zur Idee, sammelte Spenden und produzierte auf eigene Faust erste Folgen des Formates, die inzwischen auf Youtube veröffentlicht wurden. Doch anstatt dem Wunsch der Zuschauer nachzukommen und die fertig entwickelte Sendung zum Thema Klima ins Programm zu nehmen, hat die ARD stattdessen im Juli 2021 „Sprüche vor acht“ auf Sendung gehen lassen. Den Anfang machte die Redewendung „Jemandem aufs Dach steigen“ – vielleicht wäre dies durchaus angebracht.

2044 Standbild RTL-Sendung „Klima Update“ vom 10.07.2021

„Klima Update“ statt „Klima vor acht“: Was sich die öffentlich-rechtlichen Sender nicht zutrauten, produziert jetzt erfolgreich das Privatfernsehen.

Während sich das Erste jetzt mit klugen Sprüchen „Um sich selbst dreht“ und im Juni 2021 auch das ZDF öffentlich „Den Kopf in den Sand steckte“, hat das Privatfernsehen „Die Gelegenheit beim Schopf ergriffen“ und den öffentlich-rechtlichen erfolgreich „Die Butter vom Brot genommen“. Seit dem 8. Juli 2021 strahlt der Sender RTL donnerstags und samstags nach den 19-Uhr-Nachrichten die neue Sendung „Klima Update“ aus. Das Format ist seichter gestaltet als die von der Initiative um „Klima vor acht“ produzierten Musterfolgen. Auch wenn sich ARD und ZDF bisweilen einen gehörigen „Bock geschossen haben“, ist daher für das öffentlich-rechtliche Fernsehen noch nicht zwangsläufig „Hopfen und Malz verloren“.