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Erneuerbare-Energien-Gesetz
Alte PV-Anlagen vor Förderende

Erneuerbare-Energien-Gesetz: Alte PV-Anlagen vor Förderende

Von Louis-F. Stahl

(31. Januar 2020) In gut einem Jahr werden die ersten Photovoltaikanlagen nach 20 Jahren Stromerzeugung aus der Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fallen und damit den Anspruch auf die Zahlung einer Einspeisevergütung nach diesem Gesetz verlieren. Auch für Anlagen, die bereits älter als 20 Jahre sind und vor der Geltung des EEG aus dem Jahr 2000 errichtet wurden, gilt der 31. Dezember 2020 als Stichtag für das Ende der Einspeisevergütung. Der Gesetzgeber regelte damals, dass alle damaligen PV-Bestandsanlagen mit Inkrafttreten des EEG für 20 Jahre von diesem Gesetz profitieren sollen.

754 alte PV- Anlage / Foto: Berlin001 / stock.adobe.com

Die Frage, was in einem Jahr mit den alten PV-Anlagen passieren wird, ist noch offen. Im Hinblick auf den Strom-Börsenpreis von im Mittel unter 5 Cent je kWh erscheint eine Vereinbarung mit dem örtlichen Netzbetreiber oder einem Direktvermarkter für die fortgesetzte Einspeisung gegen Vergütung kaum attraktiv. Auch ist noch unklar, inwieweit die Netzbetreiber eine Abnahme des Stroms überhaupt vergüten, wenn die Abnahmeverpflichtung aus dem EEG endet. Es ist anzunehmen, dass vielerorts dann schlicht keine Vergütung für die Einspeisung mehr gezahlt wird, sofern der PV-Anlagenbetreiber keine Direktvermarktungsvereinbarung mit einem entsprechenden Anbieter schließt.

Hausbesitzer mit einer alten PV-Anlage sollten sich daher auf die Umstellung zum „vorrangigen Eigenverbrauch“ des Stroms aus den bisher in „Volleinspeisung“ betriebenen Altanlagen einstellen. Auch ist im Einzelfall ein „Repowering“ prüfenswert. Moderne Anlagen erzeugen bei gleicher Fläche ein Vielfaches an Strom, lassen sich ebenfalls mit vorrangigem Eigenverbrauch betreiben und erhalten erneut 20 Jahre Einspeisevergütung. Mitglieder im Bund der Energieverbraucher können sich bei Fragen zu ihren Handlungsoptionen an das Prosumerzentrum des Vereins wenden.