Generation Sparsam
Seit kurzem ist sie fertig: die neue Liste sparsamer Hausgeräte vom Detmolder Niedrig-Energie-Institut. Klaus Michael kommentiert die Aufstellung.
(6. Januar 2010) Und es geht immer noch sparsamer: Jedes Jahr überholt die Realität die Prognosen des Vorjahres. Entgegen allem Gerede über angebliche Grenzen des Machbaren kamen auch 2009 wieder deutlich sparsamere Haushaltsgeräte als im Vorjahr auf den Markt. Dies gilt in diesem Jahr vor allem für Wäschetrockner und Spülmaschinen, wie die neue Broschüre Besonders sparsame Haushaltsgeräte 2009/10 zeigt. Sie basiert auf einer aktuellen Hausgeräte-Marktanalyse des Detmolder Niedrig-Energie-Instituts (NEI) anlässlich der IFA-Messe vom September 2009. Der Bund der Energieverbraucher unterstützt finanziell die Erstellung dieser Liste.
Bis 1.700 Euro unterschiedliche Stromkosten in 15 Jahren
Die Entwickler der führenden Hausgerätehersteller verdienen erneut Komplimente für ihre Kreativität beim Ausschöpfen versteckter Einsparpotentiale. Zugleich hätten Bundesregierung und Europa-Gremien erneut eine deutliche Abmahnung verdient: Bislang haben sie es nicht geschafft, das irreführende Eurolabel mit der Energieffizienz-Einstufung von A bis G zu verbessern oder abzuschaffen.
Irreführende Euro-Label
Vom wenig hilfreichen „A"-Label und vollmundigen Versprechungen sollte man sich nicht irreführen lassen. Unüberlegt erworbene Schnäppchen können sonst nämlich deutlich höhere Strom- und Wasserkosten nach sich ziehen und den günstigen Kaufpreis wettmachen.
Die Liste der sparsamen Hausgeräte:
- downloadbar:
(1,15 MB) - kann in gedruckter Ausführung beim Bund der Energieverbraucher gegen Voreinsendung von 2,90 Euro in Briefmarken bestellt werden.
Außer bei den Kühl- und Gefriergeräten, wo die offizielle Effizienzkategorie „A++" tatsächlich sparsamste Geräte kennzeichnet, sollte man die irreführenden Eurolabel ignorieren und stattdessen zur neuen Liste besonders sparsamer Geräte greifen, zu beziehen über den Bund der Energieverbraucher. Damit kann man beim Einkauf leicht beurteilen, ob ein angebotenes Modell zu den besonders sparsamen Geräten zählt.
Wäschetrockner
Die größten Fortschritte sind bei den Wäschetrocknern zu verzeichnen: Dies ist vor allem der Weiterentwicklung der Wärmepumpen-Technik zu verdanken. 14 Trockner erreichen 2009 erstmals „20 Prozent unter A", weitere zehn Modelle immerhin „zehn Prozent unter A", während jeweils etwa 90 Modelle mit konventioneller Technik nur die bescheidenen Effizienzklassen „B" oder „C" erreichen.

Die kostengünstigste Trocknung
Absolut bedeutet das bei einem Sieben-Kilo-Trockner, dass sein Stromverbrauch zwischen 1,6 und 4,48 Kilowattstunde pro Trockengang im Programm „Baumwolle schranktrocken" betragen kann. Dieser Verbrauchsunterschied führt in 15 Jahren bei einem Strompreis von 21 Cent pro Kilowattstunde und drei Nutzungen pro -Woche immerhin zu um 1.700 Euro unterschiedlich hohen Strom-Folgekosten.
Spülmaschinen
Bei den Spülmaschinen sorgen in diesem Jahr neue Wärmerückgewinnungstechniken für die größten Einsparerfolge. Bisher wurde bei fast jedem Abpumpen am Ende eines Spülgangs warmes Spülwasser und somit dessen Wärme vergeudet. Das neu zufließende Wasser muss erneut erhitzt werden. In den neuen Modellen wird ein erheblicher Teil dieser Abwasserwärme zwischengespeichert und direkt auf das einfließende Kaltwasser übertragen, was den Stromaufwand für die Resterwärmung drastisch verringert. Besonders sparsame Modelle benötigen für 13 Maßgedecke nur noch 0,83 Kilowattstunden Strom sowie zehn Liter Wasser.
Waschmaschinen
Erfreulich ist auch, dass es endlich wieder mehrere Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss gibt. Neben Miele haben jetzt auch Bosch und Candy solche Modelle im Sortiment. Sie sind empfehlenswert, wenn warmes Wasser aus Solaranlagen, Fernwärme oder rationellen Heizsystemen verfügbar ist und die Leitung zwischen Speicher und Waschmaschine nicht zu lang ist.
Fazit
Insgesamt zeigt die neue Marktanalyse eine zufriedenstellende Innovationsbilanz. Bleibt zu hoffen, dass genügend kosten- und umweltbewusste Verbraucher diese Entwicklung dadurch vorantreiben, dass sie besonders sparsame Modelle kaufen, selbst wenn sie nicht in jedem Laden gleich vorn auf dem Aktionstisch stehen, sondern der Kunde sogar eine etwas längere Lieferzeit in Kauf nehmen muss.