Eurolabel aus dem Verkehr ziehen
Agenda für bessere Verbraucherinformation
Eurolabel aus dem Verkehr ziehen: Agenda für bessere Verbraucherinformation
(08. Juni 2003) Und was ist zu tun, um bundesweit eine sinnvollere Verbraucherinformation zu erreichen?
- Zunächst alle diejenigen Informationsmittel aus dem Verkehr ziehen, die ausschließlich und unkritisch auf das Eurolabel hinweisen, denn sie sind irreführend.
- Bessere und umfassendere Informationsmöglichkeiten über möglichst viele Multiplikatoren verbreiten helfen.
Wenn z.B. jede Stadt oder Gemeinde, jeder Energieversorger und jede Energieberatungsstelle ihre Bürger oder Kunden auf ihrer Homepage über die Möglichkeiten zur Strom- und Wassereinsparung durch den Kauf besonders sparsamer Haushaltsgeräte z.B. dadurch hinweist, dass sie einen (kostenpflichtigen) Link auf http://www.spargeraete.de legt, können massenhaft Bürger über massenhaft Homepages umfassend über dieses Thema informiert werden und sinnvollere Kaufentscheidungen treffen.
Zugleich müssen nur an einer Stelle die Daten nachgepflegt werden.
Dieses sehr rationelle Informationssystem wird derzeit erst von 250 der ca 12.000 deutschen Städte, Versorgungsunternehmen und Beratungsstellen genutzt.
Sprechen Sie auch Ihre Stadt darauf an, dann wird es vielleicht wieder eine mehr. - Auch im Print-Medienbereich Aufklärungsmaterial streuen, das für die oft verkannten Einsparpotenziale sensibilisiert und zugleich fundierte Fachinformationen verbreitet.
Dies ist für solche Zielgruppen hilfreich, die ihren Informationsbedarf nicht im Internet decken wollen oder können oder die direkt angesprochen werden sollen. Das Niedrig-Energie-Institut und der Bund der Energieverbraucher haben viele Jahre lang (zuletzt 2001) die 16-seitige Broschüre "Besonders sparsame Haushaltsgeräte" publiziert, die jeweils von etwa 300 Kommunen und EVU in einer Gesamtauflage von 0,5 Mio Expl. verbreitet wurde.
Die 2003er Neuauflage der Broschüre ist derzeit in Vorbereitung und wird Ende Juni für interessierte Multiplikatoren verfügbar sein. - Das Euro-Label muss reformiert werden und sollte bis dahin zumindest bzgl. der Energieeffizienz ganz vom Markt genommen werden. Alternative Kennzeichnungssysteme wie energy+ verdienen Beachtung und Verbreitung.
Einen recht vernünftigen Änderungsvorschlag für den Kühlgerätebereich hatte kürzlich Italien in die EG-Kommission eingebracht, aber er fand dort keine Mehrheit.
Auch Deutschland hat seinen Einfluss auf EU-Ebene nicht wirksam geltend gemacht oder gar vorsorglich Abstimmungskoalitionen eingefädelt, wie diese in der EU oft nötig sind. Nun soll es wieder erst mal für viele Jahre eine Übergangsregelung geben. - Nicht zuletzt sollte die kürzlich begonnene Energieeffizienzkampagne der Deutschen Energie-Agentur (dena), die u.a. auch von den Verbänden der Stromwirtschaft und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt finanziert wird und über einen Etat von 13 Mio. Euro verfügt, genutzt werden, um neben Sensibilisierungen und Gags auch fundierte Informationen zu diesem Thema in Deutschland zu verbreiten
