Salzburg mit neuer Strassenbeleuchtung
Am 30.2.2003 wurde in einem Festakt der Stadt Salzburg durch Paolo Bertoldi das GreenLight Logo der Stadt überreicht. Seit mehreren Jahren bemüht sich die Stadt Salzburg die Energieeffizienz bei der Beleuchtung zu verbessern und hat hier bereits beachtliche Erfolge erreicht. In Folge wird beschrieben, welche Maßnahmen im Bereich der Altstadtbeleuchtung gesetzt werden und wurden.
Die öffentliche Beleuchtung in der Altstadt gliedert sich in 2 große Bereiche: Zum Einen in die Anstrahlung der Baudenkmäler, historischen Gebäude und der Brunnen:
Nach einem modernen, mit einem europäischen Kulturpreis ausgezeichneten Konzept werden die Objekte gezielt in ein einzigartiges, stimmungsvolles - und durch die Scheinwerferlage Mönchsberg in ein bewegtes Licht - getaucht. Die mehr als 250 Scheinwerfer wurden in den vergangenen 5 Jahren auf modernsten Stand der Technik umgerüstet (Optimierung von Energieverbrauch, Lichtfarbe und Wartungsbedarf).
Mit diesem Revisionsprogramm wurde der Energieverbrauch der Scheinwerfer von 120 kW auf ca. 60 kW Anschlussleistung halbiert!
Zum Anderen in die Straßenbeleuchtung, deren primäre Aufgabe die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ist:
Durch den Einsatz der "Neuen Altstadtleuchte" vermischen und ergänzen sich beide Teile noch besser als bisher zu einem großartigen, harmonischen Ganzen, einem Spiel von Licht und Schatten, das durch die Einflüsse der Witterung und der Jahreszeiten ein lebendiges, ständig wechselndes Bild bietet.
Historischer Hintergrund Altstadtleuchte
Die Leuchte in dieser Form, aufgebaut auf einem geschmiedeten Wandarm oder Kandelaber mit Steinsockel wurde 1953 von der damaligen Altstadtkommission als Standardmodell festgelegt. Als Leuchtmittel wurden zuerst 4 x 40 W Glühlampen eingesetzt. Aufgrund der hohen Leuchtmittelkosten kam bald darauf eine Lampe mit 1 x 200 W zum Einsatz. Die mittlere Lebensdauer betrug 500 - 800 Std. (vgl. heute sind Leuchtmittel mit 12.000 Std. im Einsatz).
1970 erfolgte der großflächige Umbau auf Quecksilberdampf - Hochdrucklampen überwiegend 125 W (höhere Lichtausbeute = weniger Energieverbrauch, höhere Lebensdauer = niedrigere Wartungskosten).
Da Quecksilberdampf - Hochdrucklampen empfindlich auf Spannungsabsenkungen reagieren, musste allerdings die bisher praktizierte "Sparschaltung" aufgegeben werden.
Die ursprünglichen Milchglasscheiben wurden durch opale Kunststoffscheiben ersetzt. Aus Korrosionsschutzgründen wurden ab diesem Zeitpunkt alle Bauteile verzinkt. 1980 musste wegen der großen Korrosionsschäden an den Eisenblechen ein eigener Revisionsdurchgang durchgeführt werden.
Zwischen 1985 und 1990 wurde aufgrund der geänderten Gesetzeslage zur Hebung der Anlagensicherheit eine "verstärkte Isolierung" eingebaut.
Die offene Bauform der Leuchten mit Einzelscheiben erforderte einen enormen Arbeitsaufwand (jährliche Reinigung).
Projektziele
Mehr Licht trotz einer Senkung der Energiekosten um fast 50 %, damit Hebung der Sicherheit. Vorbereitung zum Einbau weiterer Absenkkomponenten (z.B. Chronosense). Schaffung einer angenehmen Lichtstimmung in der Altstadt unter Verwendung modernster Technik und Lampenlichtfarbe. Trotz Beibehaltung der Leuchtenform eine wesentliche Hebung der Anlagensicherheit (SK 2) und Einführung der Schutzart IP 54. Aluminiumdruckguss statt Stahlblech. Senkung der Erhaltungskosten um fast 50 %. Der Leuchtentausch soll ohne Änderung der Wandarme und Kandelaber durchführbar sein = Minimierung der Umbaukosten. Amortisationszeit von max. 6 Jahren.
Projektstand
Mit ca. 500 Leuchten sind nach etwas mehr als 3 Jahren bereits knapp 50% des Projektes umgesetzt.
Projektumfang
Umbau der bestehenden 1069 Altstadtleuchten möglichst binnen 5 Jahren. Materialkosten gesamt ca. € 800.000 Pro Jahr sollten ca. € 150.000.- in dieses Projekt investiert werden. Verfügbare Mittel 2003 lediglich: € 63.000.- Die Energieeinsparung nach der vollständigen Umrüstung beträgt ca. € 54.000,-- jährlich Die Einsparung an Wartungs- und Reinigungskostenkosten beträgt ca. € 6.000,--. jährlich Die Standzeit der Anlage wird durch die eingesetzten Komponenten erheblich erhöht. Da die Sanierungskosten für die bestehenden Leuchten mehr als € 450.000.- betragen hätten (Elektroblock, Gläser, Korrosionsschutz) ergibt sich unter Einbeziehung der Arbeitsleistung eine Amortisationszeit von knapp 6 Jahren.
Die Innovation
Zur Durchführung der geplanten Maßnahmen wurde durch das Maschinenamt ein Leuchtenkonzept entwickelt, mit der zuständigen Altstadtstelle des Landes abgestimmt und zur Ausschreibung gebracht. Gemeinsam mit der Fa. BG - Light als Auftragnehmer, sowie der Fa. Abele und Geiger als Hersteller konnte das Konzept dieser modernen Altstadtleuchte umgesetzt werden. Leuchtmittel: Metallhalogendampflampen mit Keramikbrenner Elektr. Leistung: 35 W (statt 80 W) im Fußgängerbereich, 70 W /mögliche Reduzierung auf 50 W (statt 125 W) im Bereich mit Mischverkehr und auf Plätzen Technik: Spiegeloptikleuchte mit einstellbarer Lichtverteilung NeuAlt Aluminium GussStahlblech Schutzklasse IP 54offene Bauweise Schutzart: schutzisoliertVerstärkte Isolierung ab 1985 nachgerüstet Lichtlenkung durch verstellbareHochleistungsspiegeloptikDiffuse Streuung Leuchtmittel liegend im DachFrei stehend im Lampenraum EBlock mit 2 Handgriffen zu tauschenLeuchte zerlegen = 1/2h Arbeit Klemmraum isoliert und dichtOffen Dichte Kunststoffwanne,Strukturiertes GlasJeweils anzupassende Einzelgläser, opales Glas (bis - 40% Licht)