RWE bezahlt seinen Freispruch
(23. Februar 2006) Eine extreme Wetterlage mit außergewöhnlichen Schneebelastungen der Leitungen sei die Ursache für die mehrtägigen Stromausfälle Ende November 2005 im westlichen Münsterland gewesen, so ein von der RWE bestelltes Gutachten der Uni Duisburg-Essen, das das Unternehmen von jeglicher Mitverantwortung freispricht. Die für die Region völlig untypische Wetterlage habe außergewöhnliche Belastungen für die Stromleitungen verursacht und die festgelegten Grenzwerte bis ums 6,3- bis 14,4-fache überschritten.
Die statische Prüfung habe ergeben, dass alle in Mitleidenschaft gezogenen Masttypen unter normgemäßer Belastung standsicher seien. Materialversprödung oder Versäumnisse bei der Wartung seien auszuschließen, Ursache sei allein die außergewöhnliche Wetterlage gewesen, so das Gutachten. Die Sicherheit der Netze habe für RWE oberste Priorität, so die RWE Energy AG. Das Gutachten zeige aber, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor derartigen Wetterereignissen gebe. Man habe nicht fahrlässig gehandelt, so das Unternehmen, das damit erneut Schadenersatzforderungen zurückwies. Als Konsequenz will RWE den TÜV Rheinland und den TÜV Süd mit einem Netzaudit beauftragen.
Der Bund der Energieverbraucher sieht die Zweifel an der Netzzuverlässigkeit, die durch RWE-interne Papiere bestärkt wurden, nicht ausgeräumt. Es handele sich nicht um ein unabhängiges sondern um ein von RWE bezahltes Gutachten.