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Energieverschwendung
Umweltsünde Cryptomining

Energieverschwendung: Umweltsünde Cryptomining

Von Louis-F. Stahl

(18. Mai 2021) Bitcoin, Ethereum und andere virtuelle Währungen befinden sich im Höhenflug. Der Wert von Bitcoin stieg binnen der letzten 12 Monate um über 700 Prozent. Hergestellt werden die Kryptowährungen – stark vereinfacht ausgedrückt – durch mathematische Berechnungen mittels leistungsstarker Computerhardware.

390 Bitcoin

Die weltweite explodierende Nachfrage nach entsprechenden Computerchips sorgt seit Monaten für Lieferengpässe in verschiedensten Industriezweigen. Nicht nur Grafikkarten und Prozessoren sind vergriffen, auch Autohersteller wie Mercedes und der VW-Konzern mussten zeitweise Kurzarbeit einführen, weil Steuergeräte und Infotainmentsysteme nicht lieferbar waren. Die weltweite Chipkrise wird Prognosen der weltgrößten Chiphersteller TSMC und Intel zu Folge noch Jahre andauern.

Die Nachfrage nach Computerchips ist jedoch nicht das größte Problem des Cryptohypes. Das Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF) hat ausgerechnet, dass allein das Bitcoin-Mining weltweit rund 140 Terawattstunden Strom pro Jahr verbraucht. Das entspricht über dem Vierfachen des gesamten Stromverbrauchs von Dänemark und mehr als dem hundertfachen Verbrauch der Länder Niger, Benin, Togo und Burkina Faso. Der Strombedarf anderer Cryptowährungen und damit auch der ökologische Fußabdruck der virtuellen Währungen insgesamt, ist kaum bezifferbar. Um den Strombedarf zu decken, kaufen die Betreiber von Cryptominingrechenzentren inzwischen sogar stillgelegte Gas- und Kohlekraftwerke – so zuletzt das Greenidge Power Plant in New York (USA) mit über 100 MW, das seit März 2021 ein Bitcoin-Rechenzentrum versorgt.