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Tipps zum Stromsparen im Haushalt

Tipps zum Stromsparen im Haushalt

Der Bund der Energieverbraucher berät seine Mitglieder in Energiesparfragen und stellt ihnen kostenfrei Strommessgeräte zur Verfügung. An dieser Stelle haben wir für Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Stromsparen und oft anzutreffende Stromfresser zusammengefasst.
Von Louis-F. Stahl

(5. November 2019)

Lohnt sich der Austausch von alten Hausgeräten gegen stromsparendere Modelle?
In den meisten Fällen lohnt sich ein Austausch bestehender Hausgeräte wie von Waschmaschinen und Spülmaschinen finanziell und ökologisch nicht. Der ökologische Fußabdruck der Produktion dieser Geräte ist hoch und die Anschaffungskosten ebenfalls.

Was sich sofort lohnt: Spülmaschinen – die meisten Modelle sind dafür geeignet – von Kalt- auf Warmwasser umzuklemmen. Aber nur, sofern man das Warmwasser nicht mit Strom erzeugt. So werden auch alte Maschinen sehr sparsam.

Bei Waschmaschinen braucht der Anschluss ans Warmwasser hingegen ein teures Vorschaltgerät oder zumindest einen Thermostatmischer. Sonst lässt das bis zu 65 °C heiße Warmwasser die Wäsche einlaufen. Meist lohnt diese Investition nicht. Steht aber eine Neuanschaffung an, kann eine Maschine mit separatem Warmwasseranschluss sinnvoll sein. Was hingegen sofort funktioniert: Die Waschtemperatur vermindern. Früher musste man heiß waschen, damit die Waschmittel wirkten. Moderne Vollwaschmittel sind jedoch überhaupt nicht mehr für Temperaturen über 60 °C gemacht. Ab 70 °C lösen sich die für niedrige Temperaturen gemachten Waschenzyme auf, ohne wirken zu können – so wäscht man heute mit 90 °C nicht nur deutlich teurer, sondern auch schlechter als mit 60 °C. Ein weiterer Trick sind langsame Programme: Drei Stunden bei 30 °C zu waschen bringt eine ähnliche Waschleistung wie eine Stunde bei 60 °C, spart aber gut 50 Prozent Strom. Das ist auch der Grund, warum moderne Maschinen so lange für die sparsamen Waschprogramme brauchen und von vielen Anwendern als Rückschritt empfunden werden.

1003 abschaltbare Steckdosenleiste mit Geldscheinen / Foto: Stadtratte / stock.adobe.com

Wo sich ein Austausch vergleichsweise schnell lohnt, sind elektrische Wäschetrockner, die noch ohne Wärmepumpe arbeiten. Je nach Einsatzhäufigkeit dieser Geräte kann ein Tausch schnell über 100 Euro pro Jahr sparen.

Bei Kühl- und Gefriergeräten kommt es auf das Alter der Geräte an. Aufschluss gibt hier eine Messung mit einem Strommessgerät für die Steckdose zum Zwischenstecken – kostenfrei auszuleihen beim Bund der Energieverbraucher. Nach einer Woche kann man den Jahresverbrauch hochrechnen und mit den Jahresverbrauchswerten auf den Energielabeln moderner Geräte vergleichen. Nach wie vielen Jahren sich ein Tausch lohnt, lässt sich dann leicht ausrechnen. Aber bevor Sie zur Neuanschaffung schreiten, bewirkt bereits das Abtauen vereister Geräte oft Verbrauchswunder: Probieren Sie es aus, messen Sie nach und berichten Sie uns!

Lohnt sich die Anschaffung von LED und machen die wirklich so ein unangenehm bläuliches Licht, wie oft behauptet wird?
Die üblichen Glühlampen mit E27-Sockel erzeugen bei 100 Watt einen Lichtstrom von rund 1.400 Lumen. Gute LED brauchen für die gleiche Helligkeit nur rund 10 Watt. Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh und 6 Stunden Betriebszeit pro Tag sparen Sie in 4 Wochen rund 5 Euro – so viel kostet eine solche LED in etwa. Selbst unter Berücksichtigung der Anschaffungskosten einer LED spart die Entsorgung einer Glühbirne Ihnen über 50 Euro bereits im ersten Jahr. Die Antwort ist daher einfach: Schmeißen Sie alte Glühbirnen einfach sofort in den Müll.

Bei Leuchtstofflampen, die häufig auch Energiesparlampen genannt werden, ist die Rechnung nicht ganz so eindeutig und hängt stark von der Bauform und Nutzungsdauer des Leuchtmittels ab. Aber auch hier sollte man nachrechnen: Der Tausch lohnt sich häufig. Und im Gegensatz zu Leuchtstofflampen müssen LED nicht warmlaufen – sie sind stets sofort hell. Auch häufiges Ein- und Ausschalten macht LED nichts aus. Aber bitte werfen Sie die quecksilberhaltigen Leuchtstofflampen beim Tausch gegen LED keinesfalls in den Hausmüll. Zur fachgerechten Entsorgung finden Sie Rückgabebehälter im Einzelhandel.

Die Farbtemperatur der Leuchtmittel ist kein Zufall. Haben Sie LED mit bläulichem Licht erwischt, so handelt es sich um LED in „kaltweiß“ mit ca. 6.000 Kelvin. Für Wohnräume und Büros sind diese Leuchtmittel nicht wirklich gut geeignet. „Neutralweiß“ mit ca. 4.000 Kelvin ist ein kühles aber den Geist aktivierendes Licht und gut geeignet für Arbeitsplätze wie den Schreibtisch oder die Küche. Für die gemütlichen Räume ist „warmweiß“ mit 2.500 bis 3.000 Kelvin oft eine passende Wahl und entspricht dem von Glühlampen gewohnten leicht gelblichen Licht. Stromsparen muss also nicht zu unangenehm bläulichem Licht führen. Sie haben mit der Umrüstung auf stromsparende LED viel mehr die Möglichkeit, die passende Lichtfarbe für den konkreten Anwendungsfall zu wählen.

Ein weiterer Unterscheidungsfaktor ist der Farbwiedergabeindex (CRI, Ra). Er besagt, ob im Licht einer LED alle Spektralfarben wie im Sonnenlicht vorkommen. Bei billigen Leuchtstofflampen und LED mit einem Indexwert von nur 60 oder 70 erscheinen Farben verfälscht. Oft nimmt das Auge dann einen Farbstich zu blau oder grün wahr. Normale LED erreichen einen Wert von über 80 und sehr gute Leuchtmittel einen CRI von 90 bis 95.

Bei Markenprodukten werden der CRI beziehungsweise Ra-Wert wie auch der Lichtstrom in Lumen und die Farbtemperatur in Kelvin auf der Verpackung angegeben. Vergleichen beim Kauf lohnt sich (siehe Kasten).

Auch wenn ich nachts alle Geräte abgeschaltet und das Licht gelöscht habe, dreht sich der Stromzähler weiter – wie kann das sein?
Ein großer Teil des Stroms in Haushalten wird von Geräten verbraucht, an die man nicht sofort denkt – oder die man für ausgeschaltet hält. Besonders moderne „smarte“ Geräte sind echte Standby-Verschwender.

So brauchen beispielsweise moderne Flachbild-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung deutlich weniger Strom als alte LCD-Geräte mit Kathodenlampen. „Ausgeschaltet“ bleiben die smarten Geräte aber mit dem WLAN verbunden, laden neue Serienlisten und Coverbilder von Netflix und Co. oder schauen periodisch nach Softwareupdates beim Hersteller und verbrauchen durchgehend 5 bis 15 Watt. Das gilt auch für Soundbars, HiFi-Systeme, Set-Top-Boxen, Spielekonsolen usw., sodass bei mehreren Geräten schnell 30 bis 50 Watt unnötiger Verbrauch zusammenkommen. Pro Jahr summiert sich dieser unnötige Verbrauch auf 50 bis 90 Euro, die sich leicht sparen lassen. In den Menüs der Geräte können Sie häufig  als „Schnellstart“ oder „Connected-Standby“ oder ähnlich bezeichnete Optionen ausschalten. Die Option „ErP“ hingegen sollten Sie – so vorhanden – einschalten. Nur dann halten sich die Geräte an die in der EU eigentlich geltenden Vorschriften zur Begrenzung des Standby-Verbrauches. Eine andere gute Möglichkeit sind schaltbare Steckdosenleisten. Aber Obacht: Nutzen Sie schaltbare Steckdosenleisten keinesfalls bei OLED-Fernsehern. Diese Geräte müssen ihr Display nach jeder Nutzung regenerieren. Trennen Sie diese Geräte vom Strom, erfolgt keine Regeneration und nach wenigen Monaten ist das teure neue Gerät Elektroschrott.

Zu den weiteren heimlichen Stromfressern, die inzwischen in fast jedem Haushalt anzutreffen sind, zählen Modem, Router, WLAN-Accesspoint, DECT-Basisstationen vom Schnurlos-Telefon und seltener auch sogenannte NAS (Netzwerkspeicher) oder noch alte Faxgeräte. Ein einfacher Trick ist die Anschaffung eines Gerätes, das möglichst alle diese Funktionen übernimmt und dabei meist nur so viel Strom verbraucht, wie vorher jedes einzelne der genannten Geräte. Ein Beispiel dafür sind die FritzBoxen des Berliner Herstellers AVM. Damit lassen sich sogar noch Faxe empfangen, die als PDF digital zum Computer gelangen und zum Versenden vom Computer als PDF an die Box geschickt werden können. So lassen sich mit einer Box für alles schnell 40 bis 60 Euro Stromkosten pro Jahr sparen.

Noch neu und häufig unerwartet ist der Standby-Verbrauch von Smart-Home-Komponenten. Dazu zählen beispielsweise per Funk steuerbare LED-Leuchtmittel wie Hue von Philips oder Tradfri von Ikea. Jedes dieser Leuchtmittel hat einen Standby-Verbrauch von typischerweise 1 bis 3 Watt und die Basis nochmal rund 4 bis 8 Watt. Haben Sie 20 smarte Leuchtmittel im Einsatz, summiert sich deren Verbrauch über das Jahr schnell auf 80 Euro.

Haben Sie in Ihrer Wohnung eine Etagenheizung oder ein Haus mit Heizkessel, dann verbraucht auch die Heizungspumpe oft durchgehend Strom. Der Austausch gegen eine Hocheffizienzpumpe lohnt sich eigentlich immer und spart schnell zwischen 50 und 80 Euro pro Jahr (siehe „Hocheffizienzpumpen zum kleinen Preis“).

Wie finde ich sparsame Hausgeräte und Leuchtmittel?

Als Verbraucher beim Geräte- oder LED-Leuchtmittelkauf den Überblick zu behalten und das optimal passende Produkt zu finden, ist in Zeiten des Internets nicht mehr schwer. Preisvergleichsseiten bieten smarte Suchfunktionen für viele Gerätekategorien. Die Seite www.geizhals.de verfügt über besonders gute Filter und bietet sogar eine Leuchtmittelsuche.

1003 Screenshot Geizhals

Hier zwei Beispiele:

  1. Sie suchen einen LED-Spot mit dem Stecksockel GU10 in „warmweiß“ mit einem Farbwiedergabeindex von mindestens 90 und mit einem Lichtstrom von mindestens 400 Lumen? Aus einer Datenbank von 6.165 LED-Leuchtmitteln zeigt Ihnen die Seite nach wenigen Klicks genau die vier Leuchtmittel an, die alle genannten Kriterien erfüllen.
  2. Für Hausgeräte sind die Datenbankfilter ebenfalls ein genialer Weg zum perfekt passenden Produkt: Eine Waschmaschine mit Effizienzklasse A+++ aber ohne eine verwirrende -isplay-Menüsteuerung, sondern nur mit einem einfachen Programm-Wahlschalter? Kein Problem: 18 von über 900 Waschmaschinen aus der Datenbank entsprechen diesen Kriterien und werden sortiert nach deren Preis angezeigt.

Auch wenn Sie online lieber nichts kaufen wollen, wissen Sie nach einer Suche in den Datenbanken von Geizhals, Idealo oder von anderen herstellerunabhängigen Preisvergleichsseiten, welches Produkt Ihren Wünschen entspricht und können im lokalen Handel das passende Gerät besorgen.