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Mitgliederversammlung 2020

Mitgliederversammlung 2020

Fachvorträge, lockerer Austausch und ein Abendprogramm: Viel wurde geplant für die Mitgliederversammlung vom Bund der Energieverbraucher e.V. im großen Saal des altehrwürdigen Rathauses zu Unkel. Doch dann wurde die Coronalage im Herbst 2020 wieder ernster und die als „Plan B“ parallel vorbereitete digitale Austragungsvariante musste zum Zug kommen.
Von Leonora Holling

(22. Februar 2021) Bereits am Vortag unserer Mitgliederversammlung fanden sich viele der von den Mitgliedern gewählten Delegierten zum Technikcheck in unserem virtuellen Versammlungsraum zusammen und testeten die Verbindung. Dank der technischen Vorbereitung durch unser Vorstandsmitglied Louis-F. Stahl, der auch sonst für die digitalen Themen im Verein verantwortlich ist, gelang uns am 14. November 2020 die erste Online-Mitgliederversammlung in der Vereinsgeschichte ohne große Mühe. Erfreulich war insbesondere, dass nicht nur die gewählten Delegierten, die normalerweise hätten nach Unkel reisen müssen, sondern auch zahlreiche andere Vereinsmitglieder teilweise ganz spontan teilnahmen, weil die Versammlung nur einen Mausklick entfernt war.

Im Rahmen der Versammlung wurde über die zahlreichen Aktivitäten des Vereins in den vergangenen zwei Jahren berichtet. Eine vollständige Auflistung würde den Platz dieses Beitrages sprengen, daher möchte ich mich nachfolgend auf ausgewählte Punkte konzentrieren:

  • Das Beratungs-, Service- und Prüfungsangebot wurde für die Mitglieder stark ausgeweitet, wobei insbesondere die Hotlines, der Geräteverleih und die rechtliche Beratung durch die Mitglieder stark nachgefragt werden. Sämtliche Serviceangebote des Vereins finden Sie auf unter Hilfe für Sie“.
  • Der Verein engagierte sich bei zahlreichen Projekten und Arbeitsgruppen zu erneuerbaren Energien – auch in Zusammenwirkung mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) sowie auf europäischer Ebene im Zuge des „Green Deal“ der EU. Darüber hinaus wurde durch unseren Vorstand Dr. Aribert Peters die Vernetzung mit Bürgerbewegungen zur Begegnung des Klimawandels und für ein Einwirken auf die Politik zum Zwecke des Klimaschutzes vorangetrieben. Als Gutachter für den Weltklimarat ist Dr. Aribert Peters hierfür besonders qualifiziert.
  • Viele der vom seit 2019 bestehenden Mitgliederbeirat vorgeschlagenen Verbesserungspotenziale, wie ein Druck der Vereinszeitschrift auf Umweltpapier und eine digitale PDF-Ausgabe, konnten erfolgreich umgesetzt werden. Die für die Tage vor der Mitgliederversammlung geplante Sitzung dieses Gremiums musste in diesem Jahr aufgrund der Pandemie allerdings leider entfallen.
  • Verleihung der „Trüben Funzel“ an E.ON und SH Netz für deren katastrophales Abrechnungsgebahren und Verhalten gegenüber Energieverbrauchern.
  • Im Jahr 2021 wird insbesondere die Neugestaltung der Website des Vereins eine wesentliche Aufgabe darstellen.
  • Trotz einer leicht rückläufigen Mitgliederentwicklung erfreut sich der Verein einer guten Haushaltslage, die auch später durch die Kassenprüfer so bestätigt wurde. Entsprechend wurde dem Vorstand die Entlastung seitens der Delegierten ausgesprochen. 

Im Zuge der Mitgliederversammlung stand auch die Neuwahl des Vorstandes und der Kassenprüfer an. Der bisherige Vorstand bestehend aus Leonora Holling (1. Vorsitzende), Dr. Aribert Peters (2. Vorsitzender) und Louis-F. Stahl (Vostand) wurde dabei einstimmig durch die Delegierten wiedergewählt. Zur Wahl für die Ämter der Rechnungsprüfer kandidierten Thomas Kreisel und Thomas Dippert, die ebenfalls einstimmig gewählt wurden. Die Versammlung dankte zudem dem bisherigen Rechnungsprüfer, Herrn Gunnar Harms, für seine Tätigkeit.

Die nächste Mitgliederversammlung wird im kommenden Jahr stattfinden – und dann hoffentlich wieder mit einem schönen Rahmenprogramm und viel Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

Neue Arbeitsgruppe „Dunkelflaute“

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde auch viel über aktuelle Fragen der Energieversorgung diskutiert. Ein Thema trieb die Mitglieder besonders um: Viele Szenarien, die eine klimaneutrale Energiezukunft erdenken, setzen komplett auf elektrischen Strom – eine sogenannte „All-electric-World“. Wenn wir aber alle Bereiche wie Verkehr, Heizung und Industrie nur auf elektrischen Strom umstellen, wird der Stromverbrauch enorm in die Höhe schnellen. Diesen Strom rein regenerativ herzustellen ist eine große Herausforderung, bei der eine rein bilanzielle Betrachtung zu kurz gedacht ist: Was passiert, wenn gleichzeitig die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Im Falle einer sogenannten „Dunkelflaute“ muss der gesamte Energiebedarf notfalls über mehrere Tage aus alternativen Kraftwerken bereitgestellt werden können.

198, 631, 1383 Frank Hurrle

Frank Hurrle organisiert die Arbeitsgruppe „Dunkelflaute“

Um diese Fragen weiter zu diskutieren, hat unser Vereinsmitglied Frank Hurrle angeregt, eine Arbeitsgruppe zu schaffen, in der sich Mitglieder über die Energiewende sowie insbesondere die Versorgungssicherheit im Fall einer Dunkelflaute austauschen und politische Positionen sowie wissenschaftliche Studien zu dieser Frage diskutieren.

Die von Frank Hurrle organsierte Arbeitsgruppe tagt seit unserer Mitgliederversammlung regelmäßig alle zwei Wochen montags um 9 Uhr online per Videokonferenz. Alle Vereinsmitglieder sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Melden Sie sich bei Interesse an: info@energieverbraucher.de.