125 Martin Jensen. Foto: obs/Peter Jensen GmbH/Angerer, Krafft
Klimakiller im Schafspelz Derzeit erleben elektrisch betriebene Wärmepumpen einen wahren Boom

Klimakiller im Schafspelz

(14. Juli 2007, aktualisiert 4. Oktober 2007) - Derzeit erleben elektrisch betriebene Wärmepumpen einen wahren Boom. Vielfach werden sie fälschlicherweise mit regenerativen Energien gleichgesetzt. Doch in Wirklichkeit würde eine umfassende Nutzung von Wärmepumpen Deutschland auf seinem Weg zu mehr Klimaschutz und Energieeffizienz um Jahrzehnte zurückwerfen.
von Werner Ehl
Wie kommt dieser Widerspruch zustande?

Betrachtet man nur die Anwenderseite, könnte man an eine wundervolle Energiespartechnik glauben: aus einem Drittel beziehungsweise einem Viertel elektrischer Energie werden mit Umweltwärme drei Drittel Heizenergie. Allerdings ging dieser Gewinn bei der Herstellung von Strom im Kraftwerk bereits verloren. Nur etwa ein Drittel der dort eingesetzten Energie kommt an der Steckdose an, zwei Drittel landen als Abwärme in der Umwelt.

Betrachtet man darüber hinaus die Kostensituation, wird klar, dass Wärmepumpen echte Energiealternativen blockieren. Dies liegt daran, dass sie um ein Mehrfaches teurer sind als herkömmliche Heizsysteme. Hinzu kommen weitere volkswirtschaftliche Kosten durch Zubau neuer Kraftwerke. Ein umfassender Einsatz von Wärmepumpen wäre also insgesamt betrachtet eine gigantische Kapitalverschwendung ohne echte Energieeffizienz. Dieses sinnlos investierte Geld stünde für sinnvolle Alternativen nicht mehr zur Verfügung. Ebenso wäre der dringend notwendige Umbau unserer Stromversorgung mit dem Ziel, gefährliche Atom- und klimaschädigende Kohlekraftwerke zu ersetzen, für Jahrzehnte blockiert.

Kosten sparen durch Wärmepumpe?

Stiftung Warentest Wärmepumpen: nur für gut gedämmte Gebäude

Die Stiftung Warentest hat im Heft 6/07 über einen Test von Wärmepumpen berichtet. Fazit: Eine Wärmepumpe läss sich nur dann kostengünstig und umweltschonend betreiben, wenn das Gebäude gut gedämmt ist. Weitere Voraussetzungen: relativ guten Wärmequellen (Erdreich oder Grundwasser) und Flächenheizungen mit niedrigem Temperaturniveau. Testsieger war Geotherm plus 102/2 von Vaillant für 9.060 Euro. Die Jahresarbeitszahl (Verhältnis von jährlich abgegebener Nutzwärme zur aufgenommenen elektrischen Einsatzenergie) beträgt für eine Vorlauftemperatur von 55 Grad Celsius 2,6 bis 3,1 und für eine Vorlauftemperatur von 35 Grad Celsius 4,2 bis 4,7. Das ist deutlich weniger, als bisherige Untersuchungen angenommen haben.

Zeitschrift Ökotest schreibt im Oktober 2007:

Die Jahresarbeitszahl, also das Verhältnis von eingesetztem Strom zu gewonnener Wärme, liegt in den meisten Fällen niedriger als von den Herstellern unterstellt. Nur Erdreich-Wärmepumpen in Verbindung mit einer Fußbodenheizung kommen annähernd auf einen vierfachen Ertrag...

Deutliche Vorteile gegenüber einer Ölheizung haben nur elf Geräte. Auch dieses Ergebnis scheint den Angaben der Hersteller krass zu widersprechen, die in ihren Prospekten entsprechende Vergleiche anstellen und die Wärmepumpe nahezu immer im Vorteil sehen."

letzte Änderung: 26.01.2026