Von Hand spülen?


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Sparprogramme der Spülmaschine nutzen

Benützen Sie die Sparprogramme Ihrer Spülmaschine. Das sind Programme mit niedriger Temperatur oder ohne den Vorspülgang. Meist wird das Geschirr trotzdem sauber und Sie sparen etwa 5 bis 10% Strom pro Ladung. Deswegen aber nicht mit dem Vorspülen von Hand anfangen, das bräuchte am Ende mehr. Ist das Geschirr sehr schmutzig, hilft Einweichen. Nach 5 Minuten die Maschine ausgeschalten und nach einer halben Stunde das Programm fortsetzen. Dieser Tipp spart 5 Euro pro Jahr !

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Die genannte Einsparung errechnet sich übrigens folgendermaßen: Der Verbrauch von Spülmaschinen liegt zwischen 1 und 1,5 Kilowattstunden je Spülgang. Mit 1,2 Kwh und 5 Spülgängen pro Woche summiert sich die zehnprozentige Einsparung auf 6 Euro pro Jahr (1,2 kWh/Spülgang x 5 Spülgänge/Woche x 52 Wochen/Jahr x 0,1 x 0,18 Euro pro kWh).

Weitere Hilfestellung erhalten Sie hier

Spülmaschine ans Warmwasser anschließen

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Oder spülen Sie noch von Hand?

Geschirrspülmaschinen sparen Wasser, Strom, Zeit und Geld. So die landläufige Meinung. Vergleichsmessungen zeigen allerdings: Energiebewusstes Spülen von Hand verbraucht bis zu 70 Prozent weniger Energie, Spülmittel und Gesamtkosten und etwa gleich viel Wasser.

Hand aufs Herz: Wer spült schon gerne Geschirr? Da kommen die Beteuerungen, Geschirrspülmaschinen seien umweltfreundlich und sparen Wasser und Energie gerade recht, um diese lästige Arbeit loszuwerden. Nehmen wir also die Verbräuche genauer unter die Lupe. Die Verbrauchswerte eines Spülmaschinenprogramms sind immer gleich.

Aber beim Handspülen lassen individuelle Gewohnheiten und Voraussetzungen die Verbrauchswerte in geradezu astronomische Größen steigen. Für welche Geschirrmenge wird das Spülbecken gefüllt (macht den Faktor zwei aus), wird mit oder ohne Nachspülen gespült (nochmal Faktor zwei), wird das Wasser zwischendrin gewechselt (Faktor zwei), wie wird das Warmwasser erzeugt (Faktor drei) und wie lang sind die Leitungswege? Schnell sind wir da beim Faktor zehn zwischen effizientem und "normalem" Verhalten. Ähnlich sind die Verhältnisse beim Wasserverbrauch, der Spülmittelmenge und den daraus entstehenden Kosten.

Ehrlich rechnen

Selten wird bei Vergleichen berücksichtigt, dass auch Energie für die Herstellung der Maschinen benötigt wird. Diese so genannte graue Energie wird von den Herstellern nicht beziffert. Literaturwerte nennen zum Beispiel für Spülmaschinen 1.000 Kilowattstunden Strom. Mit dieser Energiemenge könnte man immerhin fast drei Jahre lang täglich eine moderne Maschine betreiben.

Weiterhin ist es recht schwierig, die Lebensdauer einer Maschine sicher zu benennen. Für diesen Vergleich wurden zwölf Jahre unterstellt, obwohl aus meiner Kundendienst-Erfahrung viele neue Modelle dieses Alter nicht erreichen.

Das Messprogramm

Vergleichen wir den Verbrauch einer sparsamen Spülmaschine (Effizienzklasse A) mit dem Verbrauch eines sparsamen "Handspülers". Die Voraussetzungen für das Spülen von Hand sind in unserer Wohnung recht gut. Es gibt ausreichend Stauraum für benutztes Geschirr. Die Heißwasserbereitung erfolgt mit einem Gas-Durchlauferhitzer.

Die drei Liter Heißwasservorlauf bleiben auch nicht nutzlos in der Leitung zurück, sondern werden durch rechtzeitiges Abschalten der Therme genutzt. Für eine Maschinenladung (100 Geschirrteile) braucht man acht Liter Heißwasser (70 Liter Gas), vier Liter Kaltwasser zum Nachspülen und sieben Gramm Spülmittel. Als Verbrauchswerte der Spülmaschine nehmen wir die Herstellerangaben.

Nach Umrechnung der Energien auf Primärenergie zeigt sich folgendes Ergebnis: Das Spülen von Hand benötigt nur ein Drittel der Energie und Spülmittelmenge der Maschine. Auch die Kosten liegen bei etwa einem Drittel gegenüber der Maschine, die etwa 50 Cent pro Spülgang schluckt.

Pro und Contra

Für die Entscheidung sind natürlich noch weitere Aspekte gravierend. Die Maschine schafft schlagartig Ordnung und erinnert nicht ständig an Arbeit, die noch zu tun ist. Unschlagbar sind Spülmaschinen auch in punkto Zeit: Während der Abwasch von Hand mit Abtrocknen und Wegräumen eine Stunde dauert, bleiben bei der Maschine nur noch 15 Minuten an Restarbeit übrig.

Spülmaschinen kosten zwar Platz in der Küche, dafür schaffen sie auch Arbeitsfläche, wo sonst der Geschirrberg steht. Manches Geschirr ist allerdings nicht spülmaschinenfest oder "zu schade" für die Maschine. Erfahrungsgemäß geht häufiger mal etwas zu Bruch. Gläser und Geschirr werden im Laufe der Zeit vom Wasserstrahl mit dem aggressiveren Spülmittel stumpf "geschmirgelt".

Fazit

Das Vergleichsergebnis wird je nach Gegebenheiten und Verhalten unterschiedlich ausfallen. Für die Mehrzahl der Haushalte ist die Spülmaschine vermutlich im Wasser- und Energieverbrauch sparsamer als das Spülen von Hand.

Wer aber ein etwas erweitertes Bewusstsein über Verbräuche besitzt, wird keine Maschine so effizient betreiben können wie das Spülen von Hand. Und: Selten bekommt man nach der Arbeit die Hände so sauber wie nach dem Spülen eines stattlichen Geschirrbergs.

Das Datenblatt zur Berechnung finden Sie hier:

Vergleich Spülmasch Hand.xls (66.24 kB)

In einer Excel-Tabelle lassen sich die Verbrauchsdaten ändern und den eigenen Gegebenheiten anpassen.

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