Verloren im Dickicht der Label

(28. März 2015) Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) achten 57% der Verbraucher beim Kauf eines neuen Haushaltsgeräts auf das Energielabel mit den Effizienzklassen A+++ bis G. Dieses Label sei aber nicht so eindeutig, wie es die Farbskala nahelegt, so ein Marktcheck des vzbv und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Da für jede Produktgruppe unterschiedliche Regeln gelten, sei es schwer, den Überblick zu behalten, heißt es, eine einheitliche Skala für alle Geräte fehle. Vor allem die Flut an Bestnoten sei problematisch. Der vzbv fordert eine Rückkehr zur Skala von A bis G. Zudem solle der Stromverbrauch deutlicher als bisher ausgewiesen werden.

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EU-Label gut – alles gut

Nach langem Ringen gelten seit dem 20. Dezember 2010 neue EU-Energielabel für Elektrogeräte. Die Energiedepesche fasst zusammen, was sich geändert hat.
Von Oliver Stens

(19. März 2011) A, A+, A++ – Zwölf Jahre lang haben die alten Energielabel das Bewusstsein der Käufer geprägt und die Entwicklung von energieeffizienten Geräten vorangetrieben. Wer eine neue Wasch- oder Spülmaschine, einen Kühlschrank oder einen Gefrierschrank brauchte, war gut beraten, auf die bunte Farbskala und die entsprechenden Bezeichnungen zu achten.

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Energiespar-Experte Oliver Stens

Doch es gab einige Kritikpunkte an den alten Labels: Sie umfassten längst nicht alle Geräte, die Skala war für viele Bereiche veraltet und irreführend und statt Stromfresser lediglich zu kennzeichnen, sollte man ineffiziente Modelle ganz verbieten. Eine – zudem EU-weite – Neuauflage der Labels ist jedoch eine Mammutaufgabe, denn hinter jedem Etikett stehen Berge von Verordnungen und Vorschriften – von der Schriftgröße bis zur Messtechnik für verschiedenste Geräte samt ihrer Spezifikationen. Da musste der Gesetzgeber Prioritäten setzen.

A+++ statt Top-Runner

Eine Überarbeitung des Labels schien angebracht. Lange wurde um eine Neugestaltung des EU-Labels gerungen. Ein vergeblicher Vorschlag war das Top-Runner-Prinzip nach japanischem Vorbild. Danach hätten die jeweils effizientesten Geräte auf dem Markt die Bestmarke A jedes Jahr neu festgelegt. Dies erschien aber zu aufwendig. Auch die vorgeschlagenen Zusatzklassen A-20% bis A-80% sind vom Tisch: Zu viele Verbraucher konnten nicht nachvollziehen, dass das Minuszeichen für das bessere Produkt stehen soll.

Die Überarbeitung sieht nun stattdessen eine Erweiterung der Klasse A um A+, A++ und A+++ vor. Weiterhin hat man praktischerweise beschlossen, das neue Label sprachneutral zu gestalten. Dafür wurden verständliche Symbole (Piktogramme) entwickelt. Sie ersetzen das bislang übliche länderspezifische Grundetikett und sollen den Herstellern den Vertrieb erleichtern. Die neue Kennzeichnung darf ab sofort verwendet werden und wird ab Januar 2012 Pflicht.

915 1179 EU-Energie-Label

Die Kennzeichnungspflicht mit dem Energielabel gilt für Elektrogeräte, deren Hauptstromverbrauch in der Betriebsphase entsteht, beispielsweise bei Fernsehgeräten. Dabei gibt es große Unterschiede. Das Logo soll helfen, unnötige Verschwendung zu beenden und energieeffizienten Geräten zu mehr Durchsetzungskraft auf dem Markt verhelfen. Es ermutigt Hersteller dazu, sparsame Technologien zu entwickeln.

TV-Leistung im Blick

Für Fernseher wird von dem neuen Label eine große Entscheidungshilfe für Verbraucher erwartet. Zu Recht, denn die Geräte werden immer größer. Unterschiedliche Technologien erschweren den Verbrauchern den Durchblick – mit oft gravierenden Folgen für den Stromverbrauch, denn Kritiker bezeichnen Plasmabildschirme mit teilweise 400 Watt Leistungsaufnahme wegen ihrer mangelnden Effizienz auch gern als „Flachheizkörper".

Kriterien für die neuen Labels sehr ambitioniert

TV-Geräte mit der Bestmarke A+++ dürfen noch nicht mal ein Zehntel der schlechtesten Kategorie G aufweisen. Noch kann kein einziges Gerät mit einer derart effizienten Technologie aufwarten. Die Skala endet darum bisher noch bei der Klasse A, die nur wenige Geräte erreichen. Die erweiterten Klassen A+ aufwärts kommen erst schrittweise von 2014 bis 2020 hinzu.

915 Piktrogramme für Fernsehgeräte

Das Label nennt zudem die Leistungsaufnahme in Watt während des Betriebs und der sich daraus ergebende Energieverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr. Angenommen wurde dabei eine tägliche Laufzeit von vier Stunden.

A+++ für Kühlgeräte

Bisher markierte die Kategorie A++ bei Kühlgeräten die Bestmarke. Doch um die Top-Sparer noch besser hervorzuheben, kommt die Energieklasse A+++ hinzu. Dazu gibt es neue Symbole: Eine Milchtüte zeigt das Kühlvolumen an, eine Schneeflocke steht für das Gefriervolumen und ein Lautsprecher signalisiert den Geräuschpegel – schließlich stehen Kühlschränke meist in der Wohnung und können zum Teil beträchtlichen Lärm entwickeln. Die Angabe des jährlichen Energieverbrauchs bleibt. Ab Mitte 2012 gilt weiterhin ein Verkaufsverbot für alle Kühlgeräte, deren Energieklasse schlechter als A+ ist.

915 Piktrogramme für Kühl- und Gefriergeräte

Spülmaschinen im Lärmcheck

Die Energieeffizienzklassen verschieben sich. Statt von G bis A reichen sie künftig von D bis zur Klasse A+++. Anstelle des Energieverbrauchs pro Spülgang wird der jährliche Energieverbrauch bei wöchentlich fünf Standard-Spülzyklen inklusive Standby-Verbrauch deklariert. Das gleiche gilt für den Wasserverbrauch. Je nach Haushaltsgröße und Nutzungshäufigkeit werden die Angaben zwar abweichen, aber mit den Jahresangaben verwenden nun alle gekennzeichneten Geräte vom Fernseher bis zur Waschmaschine dieselbe Verbrauchsangabe.

915 Piktrogramme für Geschirrspüler

Die Trockenwirkung wird weiterhin als Trockenwirkungsklasse angegeben. Bei der Reinigung wird es künftig nur noch die Klasse A geben. Spüler, die das nicht erreichen, dürfen nicht mehr in den Handel. Weiterhin gibt es eine Angabe über das Fassungsvermögen in Maßgedecken und über die Geräuschentwicklung in Dezibel.

Neue Klassen für Waschmaschinen

Wie bei den Geschirrspülern tritt anstelle des Energie- und Wasserverbrauchs pro Waschgang künftig der jährliche Verbrauch bei wöchentlich vier Ladungen. Auch bei den Waschmaschinen erweitert sich die Skala der Energieklassen bis zum A+++. Ausgezeichnet werden zudem das Fassungsvermögen in Kilogramm, die Schleuderwirkung und der Lärmpegel beim Waschen und Schleudern.

915 Piktrogramme für Waschmaschinen

 Download Gesamtübersicht der Piktogramme für das EU-Energie-Label 

Alte Labels bleiben teilweise

Für Energiesparlampen, Backöfen, Trockner, Waschtrockner und Raumklimageräte bleibt die bisherige Kennzeichnung.

Für sparsame Beleuchtung sorgt das Glühlampenverbot.

Elektrobacköfen nutzen den teuren Strom wenigstens sehr gut aus. Doch das ist wenig spektakulär, das war auch schon vor 30 Jahren so.

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