Heizungstausch in Eigenregie
Im Bungalow von Engelbert Kewitz in der Lüneburger Heide läuft seit einem Jahr eine Wärmepumpe. Eingebaut hat der 74-Jährige sie selbst – und dabei ein echtes Schnäppchen gemacht.
Von Volker Kühn
(10. August 2026) Er ist fit, er hat Zeit und der Gedanke, eigenhändig eine Kernbohrung vorzunehmen, treibt Engelbert Kewitz keine Schweißperlen auf die Stirn. Der Rentner aus Reppenstedt bei Lüneburg, 74 Jahre alt, passionierter Rennradfahrer und früherer Fernmeldetechniker, muss daher nicht lang mit sich ringen, als er vor zwei Jahren über Youtube-Tutorials auf das Angebot von 1Klima stößt. Die Kieler Firma unterstützt Heimwerker, die in Eigenregie eine Wärmepumpe einbauen wollen (siehe „Do-It-yourself-Wärmepumpe“). Da bin ich dabei, entscheidet Kewitz.
Fundament, Bohrungen, Leitungsanschluss: Engelbert Kewitz erledigt alle Arbeiten selbst. Die PV-Anlage auf seinem Reihenhaus hat er schon zuvor installiert.
Klimaschutz ist ihm schon länger ein Anliegen, und die Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hat ihn im Wunsch, auf Öl und Gas möglichst zu verzichten, noch bestärkt. Kewitz hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine Solaranlage mit einer Spitzenleistung von 20 Kilowatt auf das Flachdach seines Bungalows gesetzt, und sein Wasser erhitzt eine Warmwasserwärmepumpe. Jetzt soll endlich der alte Gaskessel rausfliegen.
Kewitz nimmt Kontakt zu einem Energieberater und zu den Kielern auf und macht sich ans Werk. Nachdem er Fotos und Pläne seines Hauses hochgeladen hat, bespricht er sein Projekt mit 1Klima und erhält einen detaillierten Fahrplan. Im Frühjahr 2025 lässt ihm die Firma die Wärmepumpe und diverse weitere Bauteile liefern. Exakt 8762,13 Euro bezahlt er dafür – über seine Ausgaben führt Kewitz detailliert Buch. Zusätzliche Materialien wie Isolierungen, Elektronik, Lötfittings oder einen Wärmemengenzähler kauft er in Internetshops und Baumärkten wie Hornbach. Dort ersteht er auch einen neuen Heizkörper. Sein Reihenhaus ist gut in Schuss, weitere Sanierungsarbeiten sind nicht nötig. Werkzeug wie eine Kernbohrmaschine kauft er gebraucht. Alles in allem hat er Ausgaben von 10.887,04 Euro.
Genauso sorgfältig wie Kewitz seine Kosten protokolliert, geht er die Arbeiten an. Für die Außeneinheit der Wärmepumpe setzt er ein Fundament mit Kiesbett in den Vorgarten. Von dort führt er die beiden Anschlussrohre durch einen Lichtschacht in den Heizungskeller. Die Inneneinheit der Wärmepumpe liegt wenige Meter dahinter; alle Leitungen sind isoliert und beschriftet.
70 Prozent übernimmt die KfW
»Dank der guten Anleitung von 1Klima waren Anschluss und Inbetriebnahme kein Hexenwerk«, sagt Kewitz. Den ersten Winter hat seine Wärmepumpe inzwischen hinter sich. Auch bei Minustemperaturen sei das Haus angenehm warm gewesen. Da die Betriebskosten auch dank der PV-Anlage niedrig sind, heizen Kewitz und seine Frau inzwischen die hohen Kellerräume mit – ihr nutzbarer Wohnraum ist damit gewachsen.
Aber nicht nur die Betriebskosten, auch die Anschaffungskosten sind überschaubar. 70 Prozent der Ausgaben schießt die KfW zu. Bleibt unter dem Strich ein Eigenanteil von 3266,11 Euro.



