Was man lädt, das pflegt man

Mit diesen Tipps sorgen Sie dafür, dass Akkus möglichst lange halten.
Von Peter Ringel

(2. Februar 2026) Rasenmäher, Heckenschere, Bohrmaschine, Staubsauger – in immer mehr Geräten stecken Lithium-Ionen-Akkus. Auch E-Bikes treiben die Zahl der Batteriepacks in die Höhe. Das Umweltbundesamt und die Stiftung Warentest geben Tipps, wie die Kraftpakete möglichst lange halten. Das spart Geld und schont die Umwelt.

 ED 04/2025 Was man lädt, das pflegt man (S.28) 

Was hilft, damit Lithium-Ionen-Akkus nicht vorzeitig altern?

Die Grundregeln sind: den Ladestand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent halten, Akkus auch bei längerer Pause gelegentlich nachladen und sie vor Hitze und Kälte schützen.

Warum nicht einfach vollladen?

Ist ein Akku über einen längeren Zeitraum komplett aufgeladen, geht das zulasten der Lebensdauer. Wer nicht volllädt, muss ein Gerät zwar öfter ans Netz hängen, doch das schont die Zellen messbar. Den Memory-Effekt, der von alten Batterien bekannt ist, gibt es bei Lithium-Ionen-Akkus nicht. Teilladen schadet also nicht, sondern schont. Auch vor der ersten Nutzung ist ein komplettes Laden bei diesem Akkutyp nicht nötig. 

Sorgt die Elektronik nicht automatisch für schonendes Laden?

Nicht unbedingt. Manche neuere Systeme stoppen das Laden, wenn der Akku voll ist und starten zum Beispiel erst wieder bei 95 Prozent, wenn das Gerät dauerhaft in der Station steckt und sich entlädt. Andere Systeme verhindern eine volle Ladung oder zeigen 100 Prozent an, bevor sie tatsächlich erreicht sind. Transparent wird das nicht immer. Einige Smartphones erkennen die Nutzungsweise und laden nachts nur langsam. Bei anderen Handys lässt sich in den Systemeinstellungen festlegen, dass nur bis 80 Prozent geladen wird. 

Welche Temperaturen vertragen Lithium-Ionen-Akkus?

Auch ungenutzte Akkus altern – bei Frost und Temperaturen über 45 Grad geschieht das besonders schnell. Laden oder Lagern bei Minusgraden kann Zellen schädigen. Ebenso sind hohe Temperaturen problematisch. Geräte also nicht im heißen Auto lassen. Beim Smartphone gilt: Schnellladen und induktives Laden erzeugen mehr Wärme – per Kabel bleibt es kühler. Langsames Laden ist grundsätzlich akkuschonender.

Was tue ich mit ungenutzten Akkus?

In der kalten Jahreszeit Akkus von Pedelec, Rasenmäher oder Säge nicht im feuchten oder ungeheizten Schuppen, sondern trocken bei 10 bis 20 Grad Celsius lagern. Beim Lagern entladen sich Akkus langsam; wichtig ist, eine Tiefentladung zu verhindern. Daher regelmäßig auf etwa 50 Prozent bringen oder nach Herstellerangabe nachladen – aber nicht voll.

Wie sinnvoll sind Systemakkus?

Bei Elektrowerkzeugen setzen immer mehr Hersteller auf Akkus, die in viele Geräte passen. Das spart Geld und schont die Umwelt, weil insgesamt weniger Akkus benötigt werden. Und in Summe geht weniger Kapazität durchs Altern verloren: Wer statt zehn selten eingesetzten Akkus zwei intensiv nutzt, hat die gleichen Verluste durch die Nutzungszyklen. Doch bei zehn Akkus summieren sich die Alterungseffekte. Manche stellen deshalb ihren gesamten Gerätepark um und schaffen netzbetriebene Modelle ab. Das erhöht zwar den Ressourcenverbrauch, bietet aber die Chance, hochwertige Gebrauchtgeräte günstig zu bekommen.

Wie nutze ich Akkus umweltfreundlich? 

Indem ich die Lebensdauer maximiere – und vor dem Kauf von Staubsauger oder Stabmixer überlege, ob es wirklich ein Akkugerät sein muss. Netzbetriebene Geräte benötigen in der Herstellung meist weniger Rohstoffe. Und die Gewinnung von Lithium ist energieintensiv. Häufig wird ein Gerät allein wegen der abnehmenden Akkuleistung ausgemustert. Also beim Kauf darauf achten, dass die Kraftpakete austauschbar sind. Ausgediente und kaputte Akkus bei Sammelstellen oder Händlern abgeben. Wegen der Brandgefahr durch Kurzschlüsse sind offen liegende Kontakte bei Lithium-Ionen-Akkus abzukleben.

letzte Änderung: 27.06.2013