Baden mit der Wärmepumpe
Warmwasser bleibt für Wärmepumpen eine Herausforderung. Wer jedoch Speicher, Quellen und Verteilung sauber abstimmt, senkt Strombedarf, vermeidet Verluste und steigert den Komfort – im Alltag wie in der Jahresbilanz.
Von Ralf Krug
(26. Januar 2026) Warmwasser zu erzeugen, bedeutet für Wärmepumpen Stress. Grund sind die hohen Vorlauftemperaturen von 60 bis 70 Grad, die sich aus der Trinkwasserhygiene ergeben. Doch es gibt Speicherlösungen, mit denen eine hohe Effizienz möglich ist.
Schon die Römer wussten heiße Bäder zu schätzen. Bis zur ersten Wärmepumpe dauerte es aber noch.
Klassische Warmwasserbereitung
Die bekannteste Lösung sind Warmwasserspeicher mit innen liegender Heizschlange. Bei Einfamilienhäusern enthält er etwa 200 Liter Trinkwasser. Bei einer Beheizung durch Heizkessel genügt eine Fläche der Heizschlange von etwa einem Quadratmeter, denn mit Heizkesseln sind hohe Vorlauftemperaturen möglich. Wärmepumpen dagegen brauchen größere Heizflächen von etwa 0,3 Quadratmeter je Kilowatt Leistung. Bei zehn Kilowatt wären das drei Quadratmeter. Solche Anlagen sind unter dem Begriff »Wärmepumpenspeicher« von vielen Herstellern erhältlich. Sie arbeiten mit einer Vorlauftemperatur, die etwa zehn Grad über der gewünschten Warmwassertemperatur liegt.
Hygienespeicher
Hygienespeicher enthalten Heizungswasser, das zur Warmwasserbereitung im Durchfluss verwendet wird. Dabei gibt es zwei Varianten der Wärmeübertragung: außen liegende Frischwasserstationen und im Speicher befindliche Entnahmeschlangen. Erstere ermöglichen hohe Übertragungsleistungen, sind aber technisch aufwendig. Letztere sind eine einfache und kostengünstige Lösung mit begrenzter Übertragungsleistung, die jedoch meist ausreicht. Inzwischen sind auch Hygienespeicher mit vergrößerter Oberfläche der Entnahmeschlange und hoher Übertragungsleistung erhältlich (zum Beispiel neun Quadratmeter bei 300 Litern Speicher). Hygienespeicher benötigen nur etwa fünf Grad höhere Vorlauftemperaturen als die gewünschte Warmwassertemperatur und sind daher sehr effizient.
Warmwasser-Wärmepumpen
Klassische Speicher und Hygienespeicher werden von der auch zur Heizung eingesetzten Wärmepumpe beheizt. Eine Alternative sind Warmwasser-Wärmepumpen, die nur zum Erwärmen des Wassers dienen. Als Wärmequelle kommen Raumluft, Außenluft und Abluft infrage. Bei Raumluft wird der Aufstellraum entfeuchtet und gekühlt. Im Sommer ist das vorteilhaft, doch im Winter ist der Wärmeentzug kritisch. Die Wärmequelle Außenluft ist mit höherem Stromverbrauch verbunden. Bei Abluft ergibt sich eine gute Kombination aus Warmwasserbereitung und Lüften, wenn die Abluft von Bädern genutzt wird. Nach dem Duschen oder Baden muss ohnehin gelüftet werden. Durch die Warmwasser-Wärmepumpe erfolgt dies automatisch, weil das Gerät zum Nachheizen des Warmwassers arbeitet. Allerdings ist diese Lösung in Bestandsgebäuden aufgrund des Leitungsaufwandes selten möglich.
Hygienespeicher: Heizungs- und Frischwasser sind strikt getrennt.
Zirkulation
Zirkulation ist nötig, wenn die Entfernung zwischen Warmwasserbereiter und Verbraucher zu groß ist. Durch den Zirkulationskreislauf wird warmes Wasser in die Nähe der Verbraucher geführt, wodurch früher warmes Wasser kommt. Allerdings sind Zirkulationskreisläufe mit erheblichen Wärmeverlusten verbunden, die oft den Energieverbrauch der Warmwasserbereitung verdoppeln. In Einfamilienhäusern kann Zirkulation durch geschickte Positionierung von Speicher und Verbraucher sowie sternförmige Verteilungsleitungen mit kleinen Querschnitten vermieden werden.
Solarnutzung
Alle genannten Lösungen können mit Solaranlagen kombiniert werden. Für thermische Solaranlagen bestehen Einschränkungen, weil der Platz in Speichern begrenzt ist und der solare Wärmetauscher mit den Heizflächen oder Entnahmeschlangen konkurriert. Wärmepumpen können den Strom von PV-Anlagen effektiv zur Warmwasserbereitung nutzen. Möglich sind auch elektrische Direktheizungen (»Heizstäbe«), die etwa die dreifache Strommenge benötigen.
Speicherqualität
Das Augenmerk sollte auf der Qualität der Speicherisolierung liegen; hier gibt es große Unterschiede. Gängige Speicher haben die Effizienzklasse C, B oder A. Die jährlichen Wärmeverluste sind etwa bei einem 300-Liter-Speicher: 400 Kilowattstunden (C), 300 (B) und 200 (A). Eine Kilowattstunde Wärmeverlust kostet mindestens zehn Cent. Die Wärmeverluste kommen selten dem Gebäude zugute, und im Sommer erhöhen sie den Kühlbedarf.

