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News zum Thema Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)


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Gebrauchte BHKW gefragt

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Betrug mit Pflanzenöl-BHKW

„Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug an 1.417 Blockheizkraftwerks-(BHKW)-Kunden mit gut 62 Millionen Euro Schaden“. Das sollte eine Warnung sein, auf überzogene Gewinnversprechen hereinzufallen. Heinz Wraneschitz berichtet.

(3. April 2013) Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug an 1.417 Blockheizkraftwerks-(BHKW)-Kunden mit gut 62 Mio. Euro Schaden: Das ist laut 319-seitiger Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth (StA) der Vorwurf an die „Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien“, kurz GFE.

Seit September 2012 und noch mindestens bis Ende Juni läuft der Mammutprozess im historischen Nürnberger Kriegsverbrecher-Gerichtssaal 600. Doch das Verfahren gegen zwölf Männer und eine Frau des deutsch-schweizer Firmenkonglomerats GFE-Energy-Group ist kein Einzelfall.

30 Prozent Rendite?

„Hochwirksame BHKW“ hatte die GFE-Group angeboten und zwischen Januar und November 2010 verkauft. Versprochen waren Wirkungsgrade jenseits der heute bekannten technischen Möglichkeiten. Die Stromerzeuger sollten so Jahresrenditen von 30 Prozent produzieren. Doch nur wenige BHKW wurden aufgestellt. Und die hätten nicht einmal ansatzweise wie versprochen funktioniert, behaupten die Ermittler.

Fragwürdige Gutachten

Dass die GFE-Strukturvertriebler – man nennt das heute auch Multi Level Marketing oder kurz „MLM“ – ihr Produkt so erfolgreich in ganz Deutschland verkaufen konnten, lag einerseits am Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das EEG fördert bekanntlich die Erzeugung von Ökostrom gesetzlich durch feste Einspeisevergütungen. Andererseits halfen auch zwei Messprotokolle der weltbekannten Gutachterorganisationen TÜV Süd und DEKRA: Deren Prüfer hatten unkritisch die Wirksamkeits-Angaben der GFE-Entwickler schriftlich bestätigt. Im Gerichtssaal gaben TÜV-Süd- und DEKRA-Verantwortliche zu, man schreibe in solche Protokolle das, was die Auftraggeber wollten. Im Fall GFE-BHKW hatten beide schriftlich bestätigt: Mehr als 90 Prozent des eingesetzten Pflanzenöls werde in Strom umgewandelt – üblich sind heutzutage zwischen 40 und 50 Prozent.

670 Strom aus dem Container gab es nie

Strom aus dem Container gab es nie

Alarmglocken bei zweistelligen Renditeversprechen

Schon beim Durchblättern der Wochenend-Ausgaben von Tageszeitungen bekommt man zurzeit viele Angebote zu lesen von „sicheren Erlösen durch Investition in erneuerbare Energien“. Das gute Ökoenergie-Image ist Verkaufsargument für oft schwer durchschaubare Produkte. Zugegeben: Die meisten sind absolut seriös. Doch zumindest bei zweistelligen Renditeversprechen sollten die Alarmglocken schrillen, wissen Fachleute.

Erste Mai GmbH

Beispiele gefällig? Die „Erste MAI GmbH“ (EMG). Die hat nichts mit dem Tag der Arbeit zu tun: Das Kürzel MAI bedeutet „Mission für Autarkie und Innovation“. EMG wurde bereits 2010 vom Fernsehsender ZDF in einem Atemzug mit GFE genannt.

Auch die Stuttgarter Firma hatte ein BHKW im Angebot. Viele Käufer haben etwa 40.000 Euro per Vorkasse bezahlt. Doch von funktionierenden BHKW war nicht viel zu sehen. Weshalb am 28. Juli 2011 mehrere führende EMGler – Geschäftsführer, Ideengeber, leitende Mitarbeiter – kurzzeitig im Untersuchungsgefängnis landeten.

Deutsche Bio Energie Genossenschaft

„Wird derzeit umstrukturiert“ steht seit Monaten auf der Homepage der „DBE Deutsche Bio Energie Genossenschaft e.G.“, Sitz Leinfelden-Echterdingen. Dort waren auch einstige GFE-Vertriebler tätig. Die erlagen wohl den Verlockungen eines DBE-Jobangebots, ein ähnliches BHKW-Produkt zu verkaufen. Und zwar mit „zukunftssicherer Verdienstmöglichkeit: Bis zu 7,5 Prozent Provision plus zehn Jahre lang 50 Prozent Folgeprovision von der Abschlussprovision. Der Kunde erhält eine Rendite von 12 Prozent im Jahr, plus evtl. Überschüsse“, steht in einer Mail, die uns vorliegt. Absender war übrigens ausgerechnet einer jener GFE-Vertriebschefs, die zurzeit in Nürnberg auf der Anklagebank sitzen.

Auch Gemeinden geprellt

Bei GFE-Angeboten konnten jedoch nicht einmal Gemeinden widerstehen. Kein Wunder: Welche klamme Kommune sackt nicht gern 20 Jahre lang Monat für Monat 1.000 Euro ein? So viel wurde für gerade mal 70 qm Freiluft-Stellplatz für zwei BHKW-Container versprochen, z.B. auf dem Gemeinde-Bauhof. Einzige Voraussetzungen: Ein Stromanschluss, und die Zufahrt mit Lkw müsse möglich sein. Mehrere Gemeinden bewarben das Angebot sogar in ihren Amtsblättern. Beispiel Stadt Doberlug-Kirchhain in Brandenburg. Dort wurden „Interessenten“ aufgefordert: „Melden sich bitte telefonisch bei der Wirtschaftsförderin bzw. persönlich im Rathaus.“

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