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Fenster


Doppelfenster zum Aufkleben

Was können Mieter mit schlecht isolierten Fenstern tun, wenn der Hauswirt die Fenster nicht erneuert? Isolierfolien für Einfachverglasungen sind billig und machen sich schon im ersten Winter bezahlt.
Von Oliver Stens

(5. Dezember 2008) - Dass es an alten Fenstern oft zieht, hat zwei Gründe: Erstens ist die Glasfläche schlecht isoliert und deshalb kalt und dies wird als Zug empfunden ("Kältezug"). Zweitens sind die Fensterritzen oft undicht.

Viele Wohnungen haben immer noch Einfachverglasungen - wie noch bis in die 80er-Jahre üblich. Dem Verbraucher bescheren sie jedoch etwa dreimal so hohe Verluste wie moderne Wärmeschutzverglasungen. Die gute Nachricht für Mieter, deren Vermieter knausern und sich weigern, neue Fenster anzuschaffen: Sie können mithilfe einer speziellen Isolierfolie ihren Wärmeverlust nahezu halbieren.

Mit Folie sparen

Der Trick der Doppel- oder Isolierverglasung liegt in der ruhenden Luftschicht zwischen den beiden Glasscheiben: Während der kalte Winterwind erbarmungslos an der Außenscheibe fegt, herrscht an der Seite zum Wohnraum wohlige Wärme. Die warme Innenluft bewegt sich ebenfalls. An den beiden Innenseiten der beiden Scheiben entsteht aber ein Zwischenraum fast ohne Luftbewegung, wodurch weniger Wärme das Fenster passiert.

Die Isolierfolie nutzt denselben Effekt. Statt der zweiten Glasscheibe dient allerdings eine Folie als zweite Begrenzung. Diese wird nicht etwa auf die Scheibe geklebt, sondern über den Rahmen gespannt. Wie bei der Doppelverglasung entsteht so ein Luftpolster von etwa zwei Zentimetern.

Vor- und Nachteile

Die Folie ist billig: Für ein großes Fenster bis zweieinhalb Quadratmeter kostet sie fünf Euro. Auch die Montage ist einfach: Einfach abmessen, zuschneiden und mit dem beiliegenden Klebefilm befestigen. Ein Föhn hilft, letzte Falten zu entfernen. So wird die Folie fast unsichtbar. Und im Gegensatz zu einer zweiten Glasscheibe verändert die Folie das Gewicht des Fensters nicht. Dadurch ist auch kein Austausch von Rahmen und Scharnieren nötig.

Dennoch ist die Plastikfolie um einiges verletzlicher und mechanisch kaum belastbar. Während der Hersteller in der Anleitung empfiehlt, die Folie jedes Jahr zu erneuern, hält sie sich bei uns schon seit fünf Jahren immer noch gut. Kleinere Verschmutzungen und Staub lassen sich mit einem feuchten Tuch reinigen.

Fensterritzen abdichten

Das Fenster kann perfekt isoliert sein -- wenn Frostluft durch die Ritzen zieht, waren alle Bemühungen vergeblich. Abhilfe schafft eine Dichtbandrolle. Besser als das schwammartige Schaumgummiklebeband ist festes, feinporiges Schaumgummiband oder Hohlgummiklebestreifen. Dies mindert auch gleichzeitig von außen kommende Geräusche.

Was bringt's?

Ein einfach verglastes Fenster mit eineinhalb Quadratmetern Fläche verliert bei null Grad Außentemperatur etwa 150 Watt Wärme, die die Heizung ständig nachgeliefern muss. Berücksichtigt man die Temperaturschwankungen während einer Heizperiode, entspricht das Heizkosten von etwa 40 Euro. Die Folie macht sich also schon in wenigen Monaten bezahlt.

Selbst bei Fenstern, die schon eine Isolierverglasung haben, wirkt die Folie noch mal als weiterer Wärmeschutz. Zwar lässt sich damit nicht der Wärmestandard der Wärmschutzverglasung erreichen, führt aber dennoch zu einer lohnenden Verbesserung. Selbst derjenige, dem es auf die Energieverluste nicht ankommt, wird die Doppelfensterfolie mögen, denn sie verhindert, dass es an kalten Tagen am Fenster unangenehm kalt wird.

Anleitung im Internet

Unsere Leserbefragung ergab unter anderem die uns überraschende Erkenntnis, dass über 90 Prozent unserer Leser das Internet nutzen, 70 Prozent sogar sehr häufig. Zum Thema Doppelfensterfolie haben wir daher einen kurzen Videofilm erstellt, den sich Interessierte hier ansehen können. Das Video zeigt, wie die Montage funktioniert.
doppelfensterfolie.mov (8.43 MB)
doppelfensterfolie .wmv (2.97 MB)

Lieferant der Isolierfolie:
Artikel 1992, Firma Selbstklebeprodukte SKP, Tel. 02225-704710
www.selbstklebe-produkte.de 

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