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Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik

Segment-ID: 3214

399 BSW Preisindex Stand: 17.05.11 - Kostenentwicklung

Quelle: Erhebung des Preisindex für Photovoltaik vom BSW (Stand 17.05.11)

Wirtschaftlichkeitsrechner der Stiftung Warentest

Segment-ID: 11911

In erneuerbare Energien investieren mit gesunden Zinsen

Unsere Leserschaft wie auch die Einwohner Deutschlands gehören entweder zur millionenstarken Minderheit, die in erneuerbare Energien investiert oder zu denjenigen, die das nicht getan haben. Die Grenze zwischen beiden Gruppen abzutragen und bisherige Nichtinvestoren an den Renditen der Energiewende teilhaben zu lassen, dazu hat sich die Firma greenXmoney etwas Innovatives einfallen lassen.

(18. Dezember 2014) Die Investoren haben ihr Geld gewagt und werden durch eine meist gute Rendite über 20 Jahre belohnt. Sie haben dafür auch ihr Geld und Zeit investiert, sind über viele bürokratische Hürden geklettert und sind ein Risiko eingegangen. Manchen dieser Investoren wäre es mittlerweile vielleicht lieber, sie hätten ein wenig mehr Bares auf dem Konto, um in neue Projekte zu investieren oder ihren Kindern zu helfen. Dafür wären sie bereit, auf einen Teil ihrer Rendite zu verzichten.

399 Torsten Blumenthal und Murat Sahin

Die Firmengründer Torsten Blumenthal und Murat Sahin

Die Nichtinvestoren würden vielleicht gerne jetzt noch ins Geschäft einsteigen, nicht mit großen sondern mit kleinen Beträgen, die sie bar auf dem Konto haben und derzeit nicht brauchen, wenn sie dafür mehr als die kärglichen Zinsen auf dem Festgeldkonto bekämen und damit auch in erneuerbare Energien investieren würden. Sie wären auch bereit, ein überschaubares Risiko einzugehen, wenn sie im Fall des Falles auch wieder rasch Bargeld in die Hand bekommen könnten.

Ein sehr innovatives Konzept führt diese beide Gruppen zum beiderseitigen Nutzen zusammen: Die neue Internetplattform greenXmoney. Das Konzept ist völlig neu.

Der Anlagenbesitzer hat eine Anlage errichtet und besitzt einen gesetzlich garantierten Anspruch gegenüber dem Netzbetreiber, 20 Jahre lang Strom ins Netz liefern zu dürfen und dafür einen festgelegten Vergütungsvertrag zu erhalten. Er trägt dafür auch das Risiko: Bei technischen Defekten erhält er entsprechend geringere Vergütungsbeträge.

Das Wattpapier als Forderungsabtretung

Diesen Vergütungsanspruch (Forderung gegen dem Netzbetreiber) bietet der Anlagenbesitzer nun häppchenweise unter dem Namen „Wattpapier“ über die Internetplattform greenXmoney zum Verkauf an. Der Käufer des Wattpapiers zahlt dem Anlagenbesitzer einen Barbetrag von beispielsweise tausend oder zehntausend Euro. Der Anlagenbesitzer liefert weiter Strom ins Netz. Die Vergütung für eine vorher fest vereinbarte Strommenge fließt aber nun nicht mehr an den Anlagenbesitzer sondern über ein Treuhandkonto an den Erwerber des Wattpapiers als Rückzahlung des Barbetrags. Es können monatliche, halbjährliche oder jährliche Raten vereinbart werden. Am Ende der Laufzeit hat der Käufer des Wattpapiers sein Geld vollständig zurückerhalten und zusätzlich eine Verzinsung von Beispielsweise vier Prozent. Das Risiko des Anlagenbetriebs trägt weiter der Anlagenbesitzer. Mehrerträge  verbleiben beim Anlagenbesitzer. Bleibt der gelieferte Strom unter der vereinbarten Menge, muss der Anlagenbetreiber trotzdem den vereinbarten Betrag an den Käufer des Wattpapiers zahlen.

Handel von Wattpapieren

Braucht der Käufer des Wattpapiers schnelle Liquidität, dann kann er das Wattpapier über greenXmoney zum Kauf anbieten. Der Käufer zahlt dann den noch nicht zurückgezahlten Restbetrag an den Verkäufer und einen frei vereinbarten Zu- oder Abschlag auf diesen Betrag.

Auf der Plattform kann man wählen, ob man sich für Kilowattstunden aus Windkraft oder PV interessiert. Dann bekommt man Angebote von Anlagenbetreibern zu sehen und kann sich ein Bild von den jeweiligen Anlagen und auch Betreibern machen.

Es empfiehlt sich, in mehrere Anlagen zu investieren, um das auch hier unvermeidliche Risiko zu streuen und damit zu optimieren. Die Plattform verlangt bankübliche Aufwandspesen und betreibt Treuhandkonten für die Zahlungen der Netzbetreiber, die an die jeweiligen Forderungsinhaber weitergeleitet werden. 

Fazit

Das System ist von Nutzen sowohl für Anlagenbesitzer, die Liquidität brauchen, als auch für Verbraucher, die in erneuerbare Energien investieren wollen und sich darüber freuen, mit guter Rendite Strom ins Netz zu speisen.

Die Plattform zeigt auf Wunsch, welche Strommengen der jeweilige Besitzer eines Wattpapiers einspeist. Natürlich entsteht durch diese Art von Handel keine neue Anlage. Dennoch kann das Konzept als Unterstützung der Energiewende gesehen werden. Denn die Unterschiede zwischen der Klasse Menschen, die selbst Anlagen besitzen und daran gut verdienen und der Restmenschheit wird abgetragen, ohne dass der Allgemeinheit neue Kosten aufgebürdet werden. Auch dieses Konzept birgt für die Investoren Risiken, die sich zwar klein halten, jedoch nicht ganz vermeiden lassen und genau betrachtet sowie abgewogen sein sollten.

Segment-ID: 15373

Solarstrom lohnt noch immer

Die Installationszahlen auch bei kleinen Photovoltaikanlagen sind in den letzten zwei Jahren deutlich gesunken. Doch gerade die kleineren Anlagen für privaten Eigenverbrauch bleiben nach wie vor lukrativ. Die Stimmung ist schlechter als die Faktenlage, meint PV-Experte Thomas Seltmann.

(17. Dezember 2014) „Das Solardach lohnt sich weiterhin. Besser noch: Jeder dort investierte Euro verzinst sich nämlich deutlich besser als auf einem Tagesgeldkonto oder mit einer Bundesanleihe. Renditen von vier Prozent sind gut möglich“, schrieb der Wirtschaftsjournalist Dyrk Scherff Anfang August 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

399 Thomas Seltmann

Thomas Seltmann | Der Autor ist unabhängiger Experte und Autor für Photovoltaik und hat bei der Stiftung Warentest den Ratgeber „Photovoltaik – Solarstrom vom Dach“ veröffentlicht.

Zwar wurden die Vergütungssätze für Photovoltaikeinspeiser in den letzten Jahren drastisch gekürzt. Bekam man Anfang 2010 mit 39 Cent pro Kilowattstunde noch mehr, als der Strombezug aus dem Netz kostet, liegt die Vergütung für jetzt neu installierte Anlagen bei weniger als einem Drittel: Im Dezember 2014 installierte Anlagen bekommen 20 Jahre lang 12,59 Cent pro eingespeister Kilowattstunde (siehe Tabelle).

Strom aus dem Netz kostet dagegen netto mit rund 22 Cent schon fast das doppelte. Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms ist deshalb oberstes Gebot und bringt finanziell mehr als die Einspeisung. Geboten ist der Eigenverbrauch auch, weil die Anlagenkosten nicht so stark gefallen sind wie die Einspeisevergütung, seit 2010 nur um knapp die Hälfte. Laut Preisindex des Bundesverbandes Solarwirtschaft stagnieren die Anlagenpreise sogar seit zwei Jahren bei den Anlagen bis zehn Kilowatt.

Ein Kilowatt Anlagenleistung kostet demnach rund 1.600 Euro. Anlagen mit mehr als zehn Kilowatt Leistung, die oft im gewerblichen Bereich und mit höherem Eigenverbrauch installiert werden, gibt es auch schon für 1.300 Euro pro Kilowatt. Ganz ohne Eigenverbrauch lohnen sich viele Anlagen also gar nicht mehr.

Mehr als ein Drittel des Solarstroms lässt sich im normalen Haushalt ohne Batteriespeicher kaum direkt nutzen und in sparsamen Haushalten eher weniger.

399 PV-Haus

Für kühle Rechner bietet das Internet schlaue Tools zur Wirtschaftlichkeitsrechnung und Renditeanalyse, wie beispielsweise die Photovoltaikkampagne der EnergieAgentur-NRW oder der Solarrechner der Stiftung Warentest (siehe Weblinks).

Spielt man mit den Eingabewerten, stellt man fest, dass sich rechnerisch alle möglichen Ergebnisse erzielen lassen und eine Photovoltaikanlage eben doch keine so fix kalkulierbare Geldanlage wie ein Sparbuch oder Festgeld zu sein scheint. Eine einfach nachvollziehbare Überschlagsrechnung macht das deutlich: Nehmen wir eine sechs Kilowatt-Anlage auf einem Einfamilienhaus mit 4.000 Kilowattstunden Stromverbrauch. Die Anlage soll 5.400 Kilowattstunden pro Jahr liefern (900 kWh pro kWp).

Wesentliche Faktoren für die Wirtschaftlichkeit sind die Investitionskosten, die Betriebskosten und der Eigenverbrauchsanteil (im Beispiel 25 Prozent).

  • Investitionskosten: 1.600 Euro pro kWp x 6 kWp = 9.600 Euro ergibt eine jährliche Abschreibung von 480 Euro.
  • Betriebskosten: Kalkuliert man knapp (und optimistisch), nimmt man für Versicherung und Zähler 100 Euro jährlich und kalkuliert in 20 Jahren mit vier Wartungen à 250 Euro (ergibt jährlich 50 Euro), also zusammen 150 Euro pro Jahr.
  • Nicht berücksichtigt bleiben Reparaturen und ein Wechselrichtertausch, der auch bei guten Anlagen innerhalb von 20 Jahren nicht auszuschließen ist.
  • Den Kosten stehen diese jährlichen Einnahmen gegenüber: Einspeisevergütung für 75 Prozent des erzeugten Stroms in Höhe von 12,59 Cent, 4.050 kWh x 0,1259 Euro = 510 Euro
  • Eingesparter Strombezug von 1.350 kWh zu anfangs 22 Cent (bei 3 Prozent Preissteigerung sind das nach 20 Jahren 40 Cent, nehmen wir den Durchschnittswert von 31 Cent), 1.350 x 0,31 Euro = 419 Euro
  • Ausgaben pro Jahr: 480 + 150 Euro = 630 Euro
  • Einnahmen pro Jahr: 510 + 419 Euro = 929 Euro (im ersten Jahr 807 Euro, im 20. Jahr 1.050 Euro)
  • Ergebnis durchschnittlich pro Jahr: 299 Euro. Der Investition von 9.600 Euro steht nach 20 Jahren ein Überschuss von 5.980 Euro gegenüber. Das entspricht einer Verzinsung von rund 2,5 Prozent.
  • Nicht berücksichtigt sind in dieser einfachen Rechnung Zinseffekte, Inflation und das Risiko von Defekten und Reparaturen an der Anlage.
  • Rechnet man aus, was die selbst erzeugte Kilowattstunde kostet, kommt man auf: 630 Euro / 5.400 kWh =11,7 Cent. Das liegt nur knapp unter der Einspeisevergütung, weshalb klar ist, warum der Eigenverbrauch für die Wirtschaftlichkeit so wichtig ist.
Hinweis der Redaktion:

Der Artikel enthält lediglich eine realistische Beispielrechnung. Die Erträge hängen im Einzelfall stark vom Standort und der möglichen Ausrichtung einer Anlage ab. Es gibt darüber hinaus Ertragsunterschiede abhängig vom den eingesetzten technischen Bauteilen und den sich möglicherweise ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen.

Die nicht prognostizierbaren wetterbedingten jährlichen Ertragsschwankungen betragen bis zu zehn Prozent, gleichen sich aber über mehrere Jahre betrachtet aus. Darüber hinaus sind die Kosten einer Anlage auch von den baulichen Gegebenheiten und der Anlagengröße abhängig. Anlagen kleiner fünf kWp sind aufgrund der hohen Installationsgrundkosten verhältnismäßig teuer.

Weblinks:

www.photovoltaikratgeber.info

PV-Rechner im Internet:

Einspeisevergütung und EEG-Umlage für Solarstrom in Eurocent
Inbetriebnahme November 2014 Dezember 2014 Januar 2015 Februar 2015 März 2015
Anlagen bis 10 kWp 12,62 12,59 12,56 12,53 12,50
Anlagen > 10 bis 40 kWp 12,28 12,25 12,22 12,19 12,16
EEG-Umlage auf Eigenverbrauch1 1,872 1,872 1,851 1,851 1,851
EEG-Umlage auf Stromlieferung2 6,24 6,24 6,17 6,17 6,17

Quelle: Bundesnetzagentur / eigene Prognose

Die Vergütungssätze ab Januar werden Ende Dezember von der Bundesnetzagentur veröffentlicht. Aufgrund des Marktvolumens sind die hier genannten Sätze sehr wahrscheinlich. Vollständige Übersicht aller Vergütungssätze beim Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV)

Die EEG-Umlage ist unabhängig vom Inbetriebnahmezeitpunkt immer zum jeweils aktuellen Satz zu zahlen.

1 EEG-Umlage auf Eigenverbrauch von Solarstrom bei Neuanlagen ab August 2014, sowie Altanlagen die erst nach diesem Zeitpunkt auf Eigenverbrauch umgestellt wurden, wenn der Eigenverbrauch durch den Anlagenbetreiber selbt erfolgt. Aber: Für Kleinanlagen bis 10 kWp besteht eine Freimenge von 10.000 kWh.

2 EEG-Umlage auf Eigenverbrauch durch Dritte, wie beispielsweise an Mieter gelieferter Strom.

Eigenverbrauch richtig versteuern

Das Bundesfinanzministerium (BMF) veröffentlichte am 19. September 2014 ein lange erwartetes Schreiben zur Umsatzsteuer bei neuen Photovoltaikanlagen ab April 2012 (und für BKHWs).  Relevant ist die Information für Anlagenbetreiber, die sich umsatzsteuerpflichtig erklären, um die beim Kauf bezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt erstattet zu bekommen. Das lohnt sich in den meisten Fällen und wird deshalb häufig praktiziert. Die Photovoltaikanlage wird damit steuerlich zum Unternehmen und privat verbrauchter Solarstrom muss versteuert werden.

Nach dem neuen BMF-Schreiben wird privat verbrauchter Strom als „unentgeltliche Wertabgabe“ erfasst. Bemessungsgrundlage dafür ist der Einkaufspreis für Strom aus dem Netz einschließlich Grundgebühr.

Rechenbeispiel für einen Gesamt-Stromverbrauch von 4.000 kWh (monatliche Grundgebühr netto 5,50 Euro): 21 Cent + (12 Monate x 5,50 Euro / 4.000) = 21 + 1,65 =22,65 Cent Bemessungsgrundlage pro kWh
Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch: 1.100 kWh zu 22,65 Cent = 249,15 Euro, darauf 19 % USt. = 47,34 Euro (zu zahlen an das Finanzamt)

Hinweis: In dem Berechnungsbeispiel im BMF-Schreiben wird die Grundgebühr voll auf die eigenverbrauchten Solar-Kilowattstunden umgelegt. Eine Nachfrage beim Bundesfinanzministerium hat ergeben, dass stattdessen auch die hier dargestellte anteilige Berechnung korrekt sei.

Laut BMF-Schreiben soll nicht beanstandet werden, wenn die PV-Betreiber bis Ende 2014 bei der Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch nur die Selbstkosten ansetzen. Diese sind übrigens auch für die ertragssteuerliche Behandlung die Bemessungsgrundlage, wenn für den Betreiber der mögliche Verkaufspreis (also beispielsweise die Einspeisevergütung) nicht günstiger ist.

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Sonnige Aussichten für 2010

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Vergütung sinkt

(29. März 2006) - Wer dieses Jahr eine neue Photovoltaikanlage baut, bekommt 20 Jahre lang eine garantierte Vergütung von 51,8 Cent je Kilowattstunde (Aufdachanlage). weiter lesen

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Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen

Solarstrom wird seit Januar 2004 besser vergütet. Wie hoch die Rendite einer Solaranlage ist, hängt von einigen Faktoren ab. weiter lesen

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Neue Vergütungssätze

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