Neues vom Bund der Energieverbraucher
Jahrestagung am 10. Oktober 2026 in Bonn: Verbraucher mit Nullemissionen - wie schaffen wir die Energiewende von unten?
(25. Juni 2026) Am 10. Oktober 2026 veranstaltet der Bund der Energieverbraucher eine Tagung in Bonn. Erleben Sie spannende Praxisberichte: Wärmepumpen im Selbstbau und im Mietwohnungsbau, Wärmenetz- und Wärmeplanung als Chance für Kommunen, Balkon-PV für alle, Energy Sharing und Photovoltaik in Geschosswohnungen. Diskutieren Sie mit Expertinnen und Experten, holen Sie sich konkrete Tipps für eigene Projekte und bringen Sie Ihre Fragen ein.
Kommen Sie schon am Vorabend zum gemeinsamen Abendessen, Übernachtung ist im Tagungszentrum möglich.
Die Veranstaltung beginnt um 9:30. Um 15 Uhr schließt sich die Hauptversammlung des Vereins an, zu der alle Vereinsmitglieder herzlich eingeladen sind.
Verbraucher mit Nullemissionen - wie schaffen wir die Energiewende von unten?
Tagungsprogramm, Stand 25.6.2026
- 9:30 Begrüßung
- 10:00 PV im Geschosswohnungen: Das Einzählermodell, Jochen Rivoir, Herrenberg
- 10:30 Wärmepumpen im Geschosswohnungsbau: Ralf Krug, Gießen
- 11:00 Kaffeepause
- 11:15 Wärmepumpe oder gemeinschaftliche Wärmeversorgung
- 11:45 Kommunale Wärmeplanung: Diskussionsrunde
- 12:15 Mittagspause
- 13:45 Energy Sharing: Diskussionsrunde mit Werner Neumann, Aribert Peters
- 14:45 Kaffeepause
Ab 15 Uhr: Hauptversammlung des Bundes der Energieverbraucher e.V. - mischen Sie sich ein! Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.
Die Klima-Anwältin
Die Juristin Katharina Baudisch streitet aus Überzeugung für den Verbraucher- und Klimaschutz – künftig auch im Bund der Energieverbraucher.
Von Kathinka Burkhardt
(27. April 2026) Man drückt den Schalter und das Licht geht an: Für die meisten ist elektrisches Licht das Gewöhnlichste der Welt. Auch Katharina Baudisch hat sich früher keine Gedanken gemacht, wie die Energie in die Leitung kommt. »Aber eigentlich ist es ein sehr komplexes System, das für Licht und Wärme zu Hause sorgt«, sagt die Berliner Anwältin für Energie-, Klima- und Umweltrecht.
Baudisch kennt dieses System: Seit acht Jahren beschäftigt sie sich mit der Regulatorik der Energiewende. In der Transformation der Energieversorgung sieht sie einen wichtigen Hebel, um die Gesellschaft nachhaltiger und gerechter zu gestalten.
Katharina Baudisch berät Anrufer am Energietelefon des Vereins rechtlich zu Themen wie PV und Wärmeversorgung. Zu erreichen ist sie dienstags von 13 bis 14 Uhr unter 02224.12312-40.
Ihre Karriere begann in einer bekannten Kanzlei
Die heute 37-Jährige kam eher zufällig zur Energiewende. Nach dem Jurastudium in München und dem Referendariat in Berlin fing sie bei Becker Büttner Held an, einer der größten Kanzleien für Energie- und Infrastrukturrecht. Das war ihr damals gar nicht bewusst. Aber sie fand Gefallen an Verträgen über Nahversorgungsmodelle oder den Bau von Solarparks.
Von ihrem Wissen sollen künftig auch Menschen profitieren, die sich bei Problemen mit Energieversorgern an den Bund der Energieverbraucher wenden: Baudisch wird sie als Expertin für Verbraucherfragen im Energiesektor beraten. »Ich bin dankbar, dass ich jeden Tag einer Arbeit nachgehen kann, die dem Klimaschutz und der Energiewende dient«, sagt sie. »Jetzt möchte ich etwas zurückgeben.«
Seit einigen Jahren ist die Juristin selbstständig. Anfangs hatte sie Zweifel, ob sie als Einzelkämpferin bestehen würde. Doch mit der Ampelkoalition setzte 2021 eine neue Dynamik ein, von der Baudischs junge Kanzlei profitierte. Viele Projektentwickler, die Solarparks, Großbatterien oder Quartiersversorgungen planten, suchten Beratung.
Die meisten Mandanten sind Firmen, die mit der Transformation der Energieversorgung befasst sind. Hinzu kommen Quartiersentwickler, Wohnungsunternehmen oder Eigentümergemeinschaften, die Gebäudezüge oder einzelne Immobilien klimafreundlich versorgen wollen – möglichst autark mit Wärmepumpen und PV.
Aus ihrer Arbeit weiß Baudisch, wo die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern liegen. Der Markt der Wärmeversorgung leidet ihrer Ansicht nach unter mangelnder Transparenz: Vermieterinnen und Vermieter schließen einen Vertrag über die Lieferung von Wärme – die Kosten tragen aber über die Heizkostenabrechnung Mieterinnen und Mieter, die auf diese Verträge keinen Einfluss haben, sie oftmals nicht einmal kennen. »Ich freue mich, wenn ich dem einen oder anderen dabei helfen kann, seine Rechte durchzusetzen.«
In der Hotline freut sich Katharina Baudisch auf Menschen, die etwa mit PV-Anlagen oder Wärmepumpen auf ihren Häusern ihren Teil zur Energiewende leisten wollen und dabei rechtliche Unterstützung benötigen. Sei es in der Auseinandersetzung mit dem örtlich zuständigen Netzbetreiber oder mit dem vorherigen Wärmelieferanten. »Es ist wichtig, die Menschen in solchen Themen zu unterstützen. Wir müssen die Menschen bei der Energiewende mitnehmen, sonst wird sie scheitern.«
Kämpfer für faire Preise
Seit über 20 Jahren streitet Thomas Schlagowski für die Interessen der Verbraucher. Inzwischen wissen selbst die Energieversorger seinen Einsatz zu schätzen.
Von Kathinka Burkhardt
(8. Dezember 2025) Als Thomas Schlagowski vor zwei Jahrzehnten einen Brief seines Gasversorgers mit einer Preiserhöhung erhielt, war für den Hamburger klar: So würde er das nicht hinnehmen. »Mich hat verärgert, dass das Unternehmen lediglich von einer ›Abschlagsänderung‹ wegen gestiegener Rohölpreise sprach, aber keine konkreten neuen Preise oder Prozente nannte.«
Wenig später rief die Verbraucherzentrale dazu auf, der Erhöhung zu widersprechen. »Es gab dann eine Infoveranstaltung, zu der etwa 30 Leuten kamen. Im Grunde genommen war das der Beginn des Hamburger Gaspreisprotests«, erinnert sich Schlagowski.
»Das sind Geschichten, die einem nahegehen«, sagt Thomas Schlagowski.
Schnell schließen sich Hunderte dem Protest an
Er wurde Teil einer Gruppe, die an Infoständen die Hamburger informierte. Bald hatte man Hunderte E-Mail-Adressen von Verbrauchern gesammelt, die sich dem Widerstand anschlossen und eine Musterklage der Verbraucherzentrale gegen den Versorger unterstützten.
Um den Druck zu erhöhen, bediente sich die Gruppe des Paragrafen 315 im BGB, mit dem Kunden ihre Gasrechnung auf Basis »des zuletzt widerspruchslos gezahlten Preises« sofort kürzen dürfen, bis ein Gerichtsbeschluss vorliegt. Um die Betroffenen auf dem Laufenden zu halten, gab der Diplom-Kaufmann Schlagowski in Kooperation mit der Verbraucherzentrale ehrenamtlich einen Newsletter heraus. Gleichzeitig wurde die Landesgruppe Hamburg im Bund der Energieverbraucher gegründet.
Da viele Betroffene sich schwertaten, die Kürzungen für ihre Abschlagszahlungen selbst zu berechnen, entwickelte der Verein ein Rechenprogramm, das es ermöglichte, die Rechnung centgenau und unkompliziert zu kürzen.
Das löste eine bundesweite Welle der Unterstützung aus: »Aus ein paar Leuten wurden Hunderte, dann Tausende. Wir halfen uns gegenseitig, um möglichst viele Rechnungskürzungen auszulösen«, so Schlagowski. Dank höchstrichterlicher Entscheidungen wurden auch die Erhöhungen anderer Versorger nach jahrelangem Kampf zurückgenommen. »Unser Protest hat den Verbrauchern viel Geld gespart.« Viele drohende Stromsperren konnten abgewendet werden.
Um den Erfahrungsschatz zu bewahren, wurde das Büro gegen Energieunrecht im Bund der Energieverbraucher gegründet, das Schlagowski bis heute leitet. Dort können sich Kunden bei einer drohenden Energiesperre melden. Bei Unstimmigkeiten tritt das Büro mit dem Versorger in Kontakt und hilft so schnell wie möglich.
Anfangs stellten sich manche Unternehmen taub. Doch das Team blieb hartnäckig. »Heute kennt und respektiert man sich – ja, weiß sogar um den gemeinsamen Nutzen«, sagt Schlagowski. Schließlich erlöst jede verhinderte Sperre nicht nur die Betroffenen von Sorgen, sondern verringert auch den administrativen Aufwand der Versorger. Manchmal geht es um vierstellige Rückstände. Stundungsmodelle, die mittlerweile gesetzlich geregelt sind, nehmen Druck von den Betroffenen.
Schlagowski hat über die Jahre unzähligen Menschen geholfen. »Das sind Geschichten, die einem durchaus nahegehen«, sagt er. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.
Das von Thomas Schlagowski geleitete Büro gegen Energieunrecht steht auch Nicht-Mitgliedern offen. Infos unter bdev.de/energieunrecht
Seit über drei Jahrzehnten engagiert sich Günter Rabe für den Verein. Klimaschutz ist für den 75-Jährigen eine Herzensangelegenheit.
Berater mit Pioniergeist
Seit über drei Jahrzehnten engagiert sich Günter Rabe für den Verein. Klimaschutz ist für den 75-Jährigen eine Herzensangelegenheit.
Von Volker Kühn
(1. September 2025) Er las die Warnungen des Clubs of Rome vor den »Grenzen des Wachstums«, erlebte die Auswirkungen von Tschernobyl und sah, wie verschwenderisch Deutschland mit Energie und natürlichen Ressourcen umging. Klima- und Umweltschutz waren Günter Rabe deshalb früh ein Herzensanliegen.
Dennoch war es ein weiter Weg, bis sich der gebürtige Lipper 1995 als damals einer von nur zwei Energieberatern am Niederrhein selbstständig machte. »Ich habe drei Berufe gelernt, um dann im vierten glücklich zu werden«, sagt der heute 75-Jährige.
»Der Aufklärungsbedarf ist nicht kleiner geworden«, sagt Günter Rabe.
16 Jahre ist er Lehrer, dann macht er sich selbstständig
Am Anfang stand eine Lehre zum Maschinenschlosser, dann folgten ein Maschinenbaustudium und ein Lehramtsstudium in Bielefeld. Seine Fächer Physik und Technik brachten ihm trotz der Lehrerarbeitslosigkeit in den Achtzigern eine Beamtenstelle – wenn auch an einer Hauptschule in Duisburg. Das war auch damals kein Traumort angehender Lehrer. 16 Jahre unterrichtete er dort, alle Versetzungsanträge wurden abgelehnt. »Von meinen Kollegen hat höchstens ein einstelliger Prozentsatz das Pensionsalter erreicht», sagt Rabe, »alle anderen machte der Job vorher dienstunfähig.«
Keine erfreuliche Zukunftsperspektive für ihn. Anfang der Neunziger bildete er sich daher zum Energieberater fort, schloss erste Aufträge parallel zu seiner Schultätigkeit ab und sagte der Beamtenkarriere dann adieu. Kurze Zeit später trat er in den Bund der Energieverbraucher ein – 2021 lag eine Urkunde zur 30-jährigen Mitgliedschaft in der Post.
Die Themen damals waren andere als heute. Was eine »Wärmepumpe« sein sollte, wusste kaum jemand, und auch um PV ging es in seiner Arbeit anfangs selten. Erst das noch unter Helmut Kohl beschlossene Stromeinspeisegesetz und schließlich das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von Rot-Grün bescherten der Solarenergie viel Aufmerksamkeit.
Für Rabe war es die Zeit, als er Teil einer Gruppe mit heute fast legendärem Ruf in der Energieszene wurde: der Phönix-Solarinitiative, gegründet 1994 vom Bund der Energieverbraucher mit dem Freiburger Öko-Institut und der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie. Ziel war es, Solarenergie für jedermann zugänglich zu machen. Das Phönix-Projekt organisierte Selbstbaugruppen und Schulungen, Berater wie Rabe waren bundesweit ehrenamtlich im Einsatz. »Es war eine tolle Zeit voller Aufbruchstimmung«, erinnert er sich.
Heute kümmert sich Rabe im Verein vor allem um das Heizungs-EKG: Er wertet die Messgeräte aus, die die Mitglieder nach Anleitung zu Hause anschließen, gibt Empfehlungen zur Optimierung und deckt nicht selten Fehlfunktionen auf.
Ans Aufhören denkt er nicht. »Die Arbeit macht mir Spaß. Es ist schön, den Menschen helfen zu können.« Auch als Energieberater ist Rabe weiterhin tätig, wenn auch nur noch in Teilzeit. »Der Aufklärungsbedarf ist heute ja nicht kleiner geworden«, sagt Rabe. »Es kursieren viele Falschinformationen, oft bewusst gestreut von interessierten Kreisen aus der alten Energiewirtschaft. Das kann man ja nicht einfach so stehenlassen!«
Mehr über das von Günter Rabe betreute Heizungs- und Solarthermie-EKG erfahren Sie unter bdev.de/heizungsekg.
Neue Chefredaktion: Volker Kühn übernimmt
(10. Mai 2025) Das Redaktionsteam der Energiedepesche hat Unterstützung bekommen. Der Journalist Volker Kühn ist dazugestoßen. Er wird ab dem kommenden Heft die Chefredaktion der Energiedepesche übernehmen.
Auch ein neues Layout ist geplant. Volker Kühn ist gelernter Journalist und war unter anderem Redakteur bei der Financial Times Deutschland und dem Magazin Geo.
Hauptversammlung des Vereins
Am 16.11.2024 fand in Bonn die Hauptversammlung des Bundes der Energieverbraucher e.V. statt. 21 Delegierte und weitere Mitglieder nahmen an der teilweise turbulent verlaufenden Sitzung teil. Durch mehrheitlichen Beschluss wurde nach über einstündiger Diskussion festgestellt, dass die Versammlung beschlussfähig ist. Der Vorstand berichtete über seine Arbeit, über die Vereinsfinanzen und die Mitgliederentwicklung. Nach dem Bericht der Kassenprüfer, der keine Beanstandungen ergab, wurde der Vorstand mit großer Mehrheit ohne Gegenstimmen entlastet. Zu neuen Vorständen wurden -Manuela Engelbrecht, Dr. Werner Neumann und Dr. Aribert Peters gewählt. Neue Kassenprüfer sind Dr. Paul Reuther und Wolfgang Suttor. Aufgrund der auf Formalien fokussierten Fragen einiger Delegierter blieb für eine inhaltliche Diskussion leider kaum Zeit. In einer konstituierenden Sitzung des neu gewählten Vereinsvorstands wurde Dr. Aribert -Peters zum Vorsitzenden und Dr. -Werner Neumann zum 2. Vorsitzenden gewählt. ;
Jahrestagung 2024: Klimaneutral Heizen: Vereinstagung am 16.11.2024 in Bonn
Bonn will schon bis 2035 klimaneutral sein. Auf der Tagung des Vereins der Energieverbraucher e.V. am 16.11.2024 erläuterten Carmen Ulmen von der Stadt Bonn und Celia Schütze von der Bonner Energie Agentur, welche Schritte Stadt und Verbraucher auf dieses Ziel hin machen und schon gemacht haben. Auch die übrigen Beiträge über Wärmepumpen, die Preisproblematik bei Fernwärme, bürgerschaftliche Anergienetze sowie dezentrale Energiekonzepte waren informativ und spannend. Ebenso der Abschlussvortrag des Klimaforschers Udo Engelhardt. Die Vortragsfolien stehen im Internet zur Verfügung. • www.bdev.de/knfolien
Strommessgerät umsonst vom Verein: Werden Sie Stromspar-Botschafter und -Botschafterin
(9. Oktober 2023) Wer länger als fünf Jahre Mitglied im Verein ist, kann Stromspar-Botschafter des Bundes der Energieverbraucher werden. Sie bekommen vom Verein ein gutes Energiekostenmessgerät kostenlos zugesendet (siehe „Gute Strommessgeräte für wenige Euro“). Und Sie werben damit aktiv in Ihrem Umfeld bei Freunden, Familienmitgliedern und Kollegen für das Energiesparen und die Mitgliedschaft im Verein. Das Messgerät hilft Ihnen dabei, in befreundeten Haushalten Stromfresser zu finden und in ein Gespräch über Stromverbrauch und Sparmöglichkeiten zu kommen. Mit Faltblatt und einer zusätzlich übersandten Energiedepesche werben Sie auch für den Bund der Energieverbraucher. Ihre Erfahrungen dabei interessieren uns!
Haben Sie Interesse? Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@energieverbraucher.de.
Achtung: Melden Sie sich zügig, weil nur eine begrenzte Zahl an Messgeräten für die Aktion zur Verfügung steht.
96% der befragten Mitglieder würden den Bund der Energieverbraucher weiterempfehlen. Erstaunlicherweise sind es vielfach vom persönlichen Nutzen ganz unabhängige Gründe, die oft zum Beitritt veranlassten: das Interesse an Verbraucherschutz, Energiewende und Umweltschutz. Die politische Vertretung hat für die Mitglieder einen überragenden Stellenwert.
Befragung: Mitglieder insgesamt sehr zufrieden
96% der befragten Mitglieder würden den Bund der Energieverbraucher weiterempfehlen. Erstaunlicherweise sind es vielfach vom persönlichen Nutzen ganz unabhängige Gründe, die oft zum Beitritt veranlassten: das Interesse an Verbraucherschutz, Energiewende und Umweltschutz. Die politische Vertretung hat für die Mitglieder einen überragenden Stellenwert.
(30. Januar 2023) Im Juni 2022 wurden insgesamt 5.981 Vereinsmitglieder nach ihrer Ansicht über den Bund der Energieverbraucher befragt. 1.890 Mitglieder haben auf den Fragebogen geantwortet: Das ist für eine Online-Umfrage eine sensationell hohe Rücklaufquote von 31,6%. Es ist die erste Mitgliederbefragung des Vereins in seiner 35jährigen Geschichte. Das Ziel war, auf diesem Weg herauszufinden, welche Erwartungen und Wünsche die Mitglieder an den Verein haben und warum sie beigetreten sind. Ebenso im Fokus stand die Frage, welche Dinge und Themen für Mitglieder wichtig sind, wie der Verein gesehen und bewertet wird. Die Ergebnisse sollen es ermöglichen, den Verein noch besser auf die Wünsche der Mitglieder auszurichten und neue Mitglieder zu gewinnen.
Der Fragebogen wurde im Vorfeld mit dem Verein nahe stehenden Personen und Mitgliedern des Beirats abgestimmt. Zudem wurden die datenschutzrechtlichen Probleme des Fragebogenversands geklärt.
Die Umfrage zeigt, dass der Verein in den Augen der meisten seiner Mitglieder gut abschneidet. Bei einem Großteil der Fragen zeigt sich, dass über Dreiviertel der Antworten in die Antwortkategorien „sehr gut“ und „eher gut“ fallen.
Es bestehen aber auch hohe Erwartungen an den Verein. Rund Dreiviertel der Befragten wünscht sich eine Repräsentation ihrer Interessen als Energieverbraucher durch den Verein in der Politik.
Warum Mitglied geworden?
Information und Beratung durch den Verein sind der häufigste Beitrittsgrund. Aber auch vom persönlichen Nutzen unabhängige Gründe führen zum Beitritt: Interesse an Verbraucherschutz, Energiewende und Umweltschutz. Auch der gemeinsame Aufbau von Solaranlagen (Phönix-Projekt) und der organisierte Preisprotest in den Jahren nach 2004 – der jetzt wieder auflebt – hat dem Verein viele neue Mitglieder gebracht. Dabei sind durch Empfehlung und über das Internet die meisten Mitglieder auf den Verein aufmerksam geworden.
Was bietet der Verein?
Der wichtigste Service des Vereins für seine Mitglieder ist mit Abstand die Energiedepesche (46%). Auf Platz 2 rangiert, mit etwas Abstand, die rechtliche Beratung. (23%). Auch die Beratung zu Solaranlagen ist ein sehr wichtiger Service für Mitglieder. Mit allen drei Services sind die Befragten, die das jeweilige Angebot genutzt haben, im Schnitt zufrieden.
Auch die Internetseite des Vereins ist von Bedeutung für die Mitglieder. Eine überragende Mehrheit ist mit Internet und Energiedepesche zufrieden, wobei die Zufriedenheit mit der Energiedepesche höher ist, als mit der Internetseite des Vereins.
Mit der rechtlichen Beratung sind die Mitglieder sehr zufrieden.
Themen von Interesse für Mitglieder
Die Verringerung von Energiekosten und Energieverbrauch (70%) und die eigene Erzeugung von Strom und Wärme aus Sonnenenergie (65%) sind für Mitglieder die wichtigsten Themen. Das ist sicher auch eine Reaktion auf die aktuelle Energiekrise. Elektromobilität, Dämmung, Auswahl eines Energieanbieters sowie Produkttests und Marktangebote sind dabei von geringerem Interesse für die Befragten.
Über 50% der Mitglieder fühlt sich vom Verein gut informiert. Dass durch die Mitgliedschaft im Verein Kosten gespart werden konnten, sehen über zwei Drittel der Befragten.
Und über 70% sind der Meinung, dass sie durch den Bund der Energieverbraucher gut in der Politik vertreten sind. Die politische Vertretung der Verbraucherinteressen hat dabei für die Mitglieder einen überragenden Stellenwert: Zu keiner Frage gab es eine ähnlich hohe Zustimmung. Für fast 100% der Befragten ist die politische Vertretung wichtig oder eher wichtig.
Knapp zwei Drittel der Befragten sind länger als 20 Jahre Mitglied, das andere Drittel 10 Jahre oder weniger. 55% der Mitglieder haben oder planen einen PV Anlage. Und knapp 60% der Mitglieder haben eine Solarthermie-Anlage. Rund ein Drittel der Befragten gab an, sich für ein ehrenamtliches Engagement vor Ort zu interessieren.
Die Mitglieder des Vereins scheinen eine eingeschworene Gruppe von Menschen zu sein, die sich für Verbraucherschutz, Klimaschutz und erneuerbare Energien besonders engagieren. Dem wollen wir in Zukunft noch öfter und besser gerecht werden. Zum Beispiel durch eine regelmäßig viermal jährlich erscheinende Energiedepesche, die voll von neuen Informationen ist rund um das Thema erneuerbare Energien und die darüber informieren, wie man zu Zeiten der Energiekrise einen kühlen Kopf bewahrt.
Kurzauswertung der Befragung hier: bdev.de/umfrage
Auslosung des Gewinners eines Zuschusses von 500 Euro zur Energierechnung als Dank für die Teilnahme an der Verlosung. Der glückliche Gewinner ist Peter Schwitalla.
Schon in Rente?
(18. Januar 2023) Sollten Sie schon in Rente sein, dann brauchen Sie jährlich nur 29 Euro Mitgliedsbeitrag zu zahlen.
Informieren Sie uns, damit wir Ihnen nicht zuviel in Rechnung stellen: Anruf oder Email genügt.
Mitgliederversammlung 2022
Von Leonora Holling
(18. Januar 2023) Bereits im Frühjahr dieses Jahres fand die alle zwei Jahre stattfindende Mitgliederversammlung des Vereins statt. Der Bund der Energieverbraucher war dabei zugleich Gast bei der Prosumertagung des BHKW – Forums in Lemgo.
Hauptversammlung des Vereins in Lemgo am 14. Mai 2022: Besichtigung der thermosolaren Großanlage der Stadtwerke, vorne Uwe Weber, Bereichsleiter Strom- und Wärme der Stadtwerke Lemgo
Die Stadtwerke Lemgo vermochten durch die Vorstellung ihres Konzeptes zu einer energieautarken Gemeinde zu überzeugen. Neben klassischer Fernwärmegewinnung mittels Gas und einem Thermosolar-Feld waren insbesondere die Einblicke in eine Wärmegewinnung mittels Wärmerückführung aus Flusswasser spannend. In der eigentlichen Mitgliederversammlung wurden dann u.a. der derzeit erfreuliche Mitgliederzuwachs unseres Vereins thematisiert. Der Vorstand wurde für seine Tätigkeit einstimmig entlastet. Die nächste Mitgliederversammlung steht in 2024 an.
Das Protokoll der Mitgliederversammlung findet sich im Intern-Bereich unserer Internetseite.
Erfolg: „Klima vor acht“ auf Sendung
Von Louis-F. Stahl
(24. August 2021) Pointierter könnte kein Beitrag der öffentlich-rechtlichen Satiresendungen „Extra 3“ oder „Quer“ ausfallen: Angesichts des Klimawandels hatten findige Menschen die Idee, dass „Das Erste“ an Stelle der überkommenen Sendung „Börse vor acht“ besser eine Sendung mit dem Titel „Klima vor acht“ in sein Programm aufnehmen solle. Diese Idee unterstützte der Bund der Energieverbraucher und schrieb – wie viele andere Organisationen und Zuschauer – der ARD einen Brief zur Unterstützung der Idee (siehe „Relevante Nachrichten: Klima vor acht“). Die ARD aber blieb untätig. Mitte des Jahres 2020 formierte sich schließlich eine Initiative zur Idee, sammelte Spenden und produzierte auf eigene Faust erste Folgen des Formates, die inzwischen auf Youtube veröffentlicht wurden. Doch anstatt dem Wunsch der Zuschauer nachzukommen und die fertig entwickelte Sendung zum Thema Klima ins Programm zu nehmen, hat die ARD stattdessen im Juli 2021 „Sprüche vor acht“ auf Sendung gehen lassen. Den Anfang machte die Redewendung „Jemandem aufs Dach steigen“ – vielleicht wäre dies durchaus angebracht.
„Klima Update“ statt „Klima vor acht“: Was sich die öffentlich-rechtlichen Sender nicht zutrauten, produziert jetzt erfolgreich das Privatfernsehen.
Während sich das Erste jetzt mit klugen Sprüchen „Um sich selbst dreht“ und im Juni 2021 auch das ZDF öffentlich „Den Kopf in den Sand steckte“, hat das Privatfernsehen „Die Gelegenheit beim Schopf ergriffen“ und den öffentlich-rechtlichen erfolgreich „Die Butter vom Brot genommen“. Seit dem 8. Juli 2021 strahlt der Sender RTL donnerstags und samstags nach den 19-Uhr-Nachrichten die neue Sendung „Klima Update“ aus. Das Format ist seichter gestaltet als die von der Initiative um „Klima vor acht“ produzierten Musterfolgen. Auch wenn sich ARD und ZDF bisweilen einen gehörigen „Bock geschossen haben“, ist daher für das öffentlich-rechtliche Fernsehen noch nicht zwangsläufig „Hopfen und Malz verloren“.
Energiepolitische Positionen des Vereins
Eine energieverbraucherfreundliche Politik muss zugleich bezahlbar, gerecht, umweltschonend und zukunftsfähig für kommende Generationen sein. Mit den nachfolgenden energiepolitischen Positionen stellt der Vereinsvorstand die Leitlinien der Vereinsarbeit zur Diskussion. Sie sind so formuliert, dass sich eine große Mehrheit der Vereinsmitglieder darin wiederfinden kann.
Von Leonora Holling, Dr. Aribert Peters und Louis-F. Stahl
(16. November 2020) Die aktuelle Ausgestaltung unserer Energieversorgung trägt den oben genannten Verbraucherinteressen leider nur höchst ungenügend Rechnung. Dem Bund der Energieverbraucher e.V. kommt es auf eine gerechte und langfristige Sicherung der Energieversorgung an. Aus diesem Grund ist der Verein keine Lobbyorganisation für möglichst billige Energiepreise, sondern versteht auch Klima- und Ressourcenschutz als Verbraucherschutz. Die Forderung nach gerechten Preisen und Klimaschutz stehen nämlich nicht in einem Widerspruch zueinander, sondern bedingen und verstärken sich.
Klimaschutz als Verbraucherschutz
Der Verein ist überzeugt, dass die Klimakrise bereits stattfindet und dass alles Notwendige getan werden muss, um eine künftige weitere Aufheizung unserer Erde zu begrenzen und die Folgen der Klimakrise abzumildern. Dazu muss die Energieversorgung umgehend vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden und gleichzeitig jede Energieform effizienter genutzt werden. Bürger und Verbraucher spielen dabei eine herausragende Rolle: Als Akteure der Energiewende und als Zivilgesellschaft, die den sofortigen Wandel von der Politik bedingungslos einfordert.
Der Klimawandel wird hauptsächlich verursacht durch das Verbrennen von fossilen Energien. Noch immer steigen Jahr für Jahr die menschlichen CO2-Emissionen weltweit an und lassen die Temperaturen weiter ansteigen. Für das künftige Klima entscheidend ist nicht nur dass, sondern vor allem wann die anthropogenen CO2-Emissionen zuerst vermindert und dann gestoppt werden. Die bis dahin emittierten CO2-Mengen entscheiden über den weltweiten Temperaturanstieg und darüber, ob die Kipppunkte des Klimas überschritten werden. Dies tritt bereits ein, was dazu führen kann, dass die weitere Erwärmung künftig unabhängig von menschlichem Einfluss fortschreitet.
Der Umstieg auf „100 Prozent Erneuerbare“ muss also sehr schnell und nicht erst in 20 oder 30 Jahren erfolgen. Der Umstieg muss daher sofort mit aller Kraft begonnen werden. Bloße Ziele in ferner Zukunft sorgen nicht für einen Wandel. Aus diesem Grund ist der Verein dafür, dass jetzt begonnen wird, alles zu unternehmen, was möglich ist, damit als Ergebnis dieses Handelns spätestens im Jahr 2030 in Deutschland keine Fossilenergien mehr verbrannt werden.
Erneuerbare Stromerzeugung
Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland muss beschleunigt werden. Die zahlreichen Behinderungen für Wind- und Sonnenenergie müssen ersetzt werden durch Unterstützung, Ermutigung und Vereinfachung:
- Die EEG-Umlage auf erneuerbar erzeugten Strom muss abgeschafft werden
- Die Eigenstromversorgung muss radikal vereinfacht werden
- Hausbesitzer und Mieter müssen das Recht auf eigene und gemeinschaftlich organisierte Energieversorgung zurückerhalten
- Abstandsregeln für Windkraftanlagen und die Flächenrestriktionen für PV-Anlagen müssen gestrichen werden
- Vergünstigungen der EEG-Umlage für stromintensive Betriebe im Umfang von rund 5 Milliarden Euro jährlich müssen abgeschafft werden, damit die Betriebe zu mehr Effizienz animiert werden
- Ausschreibungen für EEG-Anlagen müssen abgeschafft werden und alle Wind- sowie PV-Anlagen müssen wieder eine anhand eines Ausbaupfades planbar zu ermittelnde Vergütung erhalten
- Der Einspeisevorrang für Strom aus erneuerbaren Energien muss erhalten bleiben
- Statt eines teuren überdimensionalen Ausbaus der Stromleitungsnetze müssen deutschlandweit dezentral die notwendigen Erzeugungs- und Speicherkapazitäten geschaffen werden
- Der Ausbau von Stromspeichern und Anlagen zur Sektorkopplung muss gefördert und bestehende Hemmnisse müssen beseitigt werden
Netzentgelte gerecht verteilen
Haushalte werden durch die Netzentgelte ungerechtfertigt zur Kasse gebeten. Ein ständig wachsender Anteil von Stromkunden, insbesondere Industriekunden, erhält ungerechtfertigte Entgeltreduzierungen. Überhöhte Netzentgelte unterlaufen einen fairen Wettbewerb, denn die Netzbesitzer entziehen sich dem Wettbewerb und scheffeln ein Vermögen. Deshalb fordert der Bund der Energieverbraucher:
- Ausnahmen bei Netzentgelten müssen auf den Prüfstand, ungerechtfertigte Nachlässe gehören abgeschafft
- Eigenkapitalrenditen für Netzbetreiber müssen auf allgemeine Kapitalmarktzinssätze abgesenkt und an Effizienz- sowie Netznutzerzufriedenheitskriterien bemessen werden
- Die Ergebnisse der Entgeltgenehmigungen müssen ungeschwärzt veröffentlicht werden, um Verbrauchern das Recht auf die Anrufung von Gerichten einzuräumen
Fernwärme fair gestalten
Fernwärmekunden sind ihrem Lieferanten ohne Wechselmöglichkeit ausgeliefert. Eine Preiskontrolle gibt es nicht und auch keinen ausreichenden gesetzlichen Schutz von Verbrauchern. Deshalb fordert der Bund der Energieverbraucher:
- Die Fernwärmeverordnung AVBFernwärmeV muss verbraucherfreundlich novelliert werden
- Verbraucher müssen einen Anspruch auf Auskunft hinsichtlich der tatsächlichen Kosten der Fernwärme vor Eingehung eines Fernwärmelieferungsvertrages, Mietvertrages oder Kaufvertrages für eine Immobilie erhalten
- Verbraucher müssen ein Recht auf Anpassung der Versorgungsleistung an den aktuellen Energiebedarf des Gebäudes nach Maßgabe unabhängiger Energieberater erhalten
- Fernwärme ist verstärkt mit erneuerbaren und keinesfalls ausschließlich mit fossilen Energieträgern zu erzeugen
- Verbraucher müssen ein Recht auf Einspeisung erneuerbarer Wärme in bestehende Netze gegen eine angemessene Vergütung erhalten, um fossile Energien in Wärmenetzen verdrängen zu können
Gebäude schnell klimaneutral machen
Die Energiewende im Gebäudebereich kommt kaum voran, obwohl die notwendige Technik bekannt und wirtschaftlich ist. Die Hindernisse für eine zukunftsfähige Wärmedämmung von Gebäuden müssen beseitigt werden. Der Verein fordert:
- Die Dämm- und Effizienzanforderungen an Neubauten müssen erhöht werden
- Wohngebäudeneubauten müssen mindestens den KfW-Effizienzhaus-40-Standard erfüllen
- Verbot von Öl- und Gaskesseln in Neubauten
- Es sollten standardisierte Sanierungspakete für den Gebäudebestand weiterentwickelt und besonders gefördert werden
Verkehrswende beginnen
Zur Verminderung von CO2-Emissionen und zum Abschied von Fossilenergien muss das Verkehrssystem völlig neu gedacht und organisiert werden. Der Verein fordert:
- Den ÖPNV auszubauen und kostenfrei anzubieten, wobei eine Gegenfinanzierung durch höhere Mineralölsteuern sowie LKW-Mautgebühren und Innenstadt-Mautsysteme anzustreben ist
- Die Radverkehrssysteme müssen massiv ausgebaut werden
- Die zulässigen Grenzwerte für die Emissionen neuer Fahrzeuge müssen deutlich abgesenkt werden und an den konkreten Fahrzeugen bemessen werden, um die bei Flottenverbrauchsgrenzwerten bekannten Lücken zu schließen
- Die Bezahlung von E-Auto-Strom muss an Ladestationen ohne Kundenkarten oder Knebelverträge mit den gängigen Zahlungsmitteln möglich sein und preistransparent erfolgen
Rechte der Energieverbraucher
Die Verbraucher stehen Versorgern im Fall rechtlicher Auseinandersetzungen weitgehend schutzlos gegenüber. Das geltende Energierecht ist überwiegend von den Interessen der Versorger geprägt. Das Energierecht ist in den vergangenen Jahren zudem so komplex geworden, dass es nur von hochbezahlten -Spezialisten durchschaut werden kann. Solche Spezialisten können sich nur Versorgungsunternehmen leisten. Nicht spezialisierte Anwälte, Richter und die Verbraucher haben das Nachsehen.
Es gibt ein unverfügbares Grundrecht auf Stromversorgung und eine warme Wohnung. Das folgt aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010 (Az. 1 BvL 1/09) und aus dem „Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ (ICESCR), dem Deutschland beigetreten ist und der nach Grundgesetz Artikel 25 innerstaatlich bindendes Recht ist. Versorgungssperren sind auf dieser Grundlage weitgehend unzulässig. Der Verein fordert daher:
- Übernahme der Energiekosten unabhängig von Hartz-IV-Sätzen, damit der Energiebedarf vollständig bezahlt werden kann
- Das Recht auf eine der Daseinsvorsorge angemessene Strom- und Gasversorgung muss gesetzlich fixiert werden
- Abrechnungen müssen spätestens vier Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraums verbindlich erfolgen, damit Horror-Rechnungen für viele Jahre rückwirkend ein Ende haben
- Das Energierecht muss drastisch vereinfacht werden
Unterstützen Sie die Weiterentwicklung der Positionen des Vereins
Wir bitten alle Mitglieder des Vereins und Leser der Energiedepesche, die hier genannten energiepolitischen Grundsatzpositionen per E-Mail an info@energieverbraucher.de zu kommentieren, damit wir zu einer abgestimmten Meinungsbildung kommen können. Auch im Zuge unserer anstehenden Hauptversammlung werden sich die Mitglieder zu den Zielen des Vereins austauschen.
Relevante Nachrichten: Klima vor acht
Von Leonora Holling
(3. Januar 2020) Aus dem Kreis unserer Mitglieder kam der Vorschlag, die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) aufzufordern, an Stelle der Sendung „Börse vor acht“ ein neues Format im Sinne von „Klima vor acht“ zu senden.
Immerhin ist das Thema „Aktien“ für die Mehrzahl der Zuschauer kaum von Interesse. Zudem wird der Bericht aus einem inzwischen wie ausgestorben wirkenden Handelssaal gesendet, da das „Trading“ von Aktien seit Jahren in erster Linie über elektronische Handelsplätze erfolgt. Demgegenüber betreffen die Fragen des Klimawandels, des Klimaschutzes und der Energiewende uns alle existentiell.
Der Vorstand vom Bund der Energieverbraucher hat die Idee begeistert aufgegriffen und im Namen des Vereins an die Programmdirektion der ARD geschrieben, um für die Idee zu werben. Leider fiel die Antwort sehr unbefriedigend aus. Die Sendung „Börse vor acht“ sei eingeführt, bewährt und würde nach Ansicht der ARD-Programmverantwortlichen ein wichtigeres Thema behandeln. Zudem gebe es in der ARD bereits eine Fülle von Sendungen, die das Thema „Klima“ behandeln. Ausdrücklich erwähnt wurden in diesem Zusammenhang die „politischen Talksendungen“ der ARD. Es bleibe daher alles, wie es ist. Wir werden es bei der nächsten Hitzewelle, Dürreperiode, Sturmflut oder dem nächsten „Jahrhunderthochwasser“ noch einmal versuchen, versprochen!









