Wanddämmung

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Gute Dämmung – ein Gewinn

Die Effizienzlandkarte zeigt: Die Gebäudesanierung birgt das mit Abstand größte Energiesparpotenzial gefolgt von effizienteren Autos. Unser Wärmebedarf ist der bedeutendste Energieverbrauchssektor. Eine gute Gebäudedämmung ist der Schlüssel zur Senkung unseres Wärmeenergiebedarfes.
Von Aribert Peters

(4. Mai 2019) Nach der neuen EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie soll der Gebäudebestand in der EU bis zum Jahr 2050 dekarbonisiert sein, also ohne fossile Brennstoffe auskommen. Dabei ist es schon heute zu moderaten Mehrkosten möglich, in Neubauten völlig ohne Heizung auszukommen. Passivhäuser sind bereits Stand der Technik. In diesem Artikel geht es darum, wie bestehende Gebäude nachträglich besser gedämmt werden können.

Dämmung ist unumgänglich

Um das anspruchsvolle Dekarbonisierungsziel zu erreichen, ist eine radikale Absenkung der Heizenergieverbräuche im Gebäudebestand mit rund 21,5 Mio. Gebäuden und bei den Neubauten mit derzeit etwa 200.000 neuen Wohneinheiten pro Jahr erforderlich. Wärmeschutz ist die Voraussetzung für die erneuerbaren Energien in der Gebäudeheizung. Jede Kilowattstunde durch Wärmeschutz nicht mehr benötigter Wärme ist ein direkter und sicherer Beitrag zum Klimaschutz. Wählt man den richtigen Zeitpunkt, ist eine sehr gute Wärmedämmung auch für bestehende Gebäude wirtschaftlich und für den Investor dauerhaft gewinnbringend.

348 Sanierung Wanddämmung / Foto: Ingo Bartussek / stock.adobe.com

Es gibt eine Reihe guter Gründe für einen verbesserten Wärmeschutz von Gebäuden:

  • Höhere Oberflächentemperaturen auf der Innenseite von Außenwänden und damit höhere Behaglichkeit
  • Energieeinsparung, Ressourcenschonung
  • Beitrag zum Klimaschutz
  • Vermeidung von Bauschäden durch Feuchtigkeitsbildung auf der Innenseite von Außenwänden
  • Verhinderung von Schimmelbildung und dadurch verursachte Bau- und Gesundheitsschäden
  • Schutz vor sommerlicher Überhitzung
  • Schutz der Baukonstruktion
  • Wertsteigerung der Immobilie aufgrund geringerer Energiekosten
Nachrüstung ist effektiv!

Aus technischer Sicht ist eine 80-prozentige Senkung des Energieverbrauchs von Bestandsgebäuden machbar. Zu diesem Schluss kommt das Institut für Wohnen und Umwelt (IWU). Die Techniken sind bekannt und haben sich bewährt:

  • Hochwirksamer Wärmeschutz von Dach, Wand (mit Dämmstärken zwischen 25 und 40 cm) und des Fußbodens
  • Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung mit gedämmten Fensterrahmen (Passivhausfenster)
  • Rückgewinnung der Wärme aus der verbrauchten Luft mit Lüftungsanlagen
  • Wärmeführende Leitungen und Speicher innerhalb der gedämmten Hülle.

Und dabei hat die Dämmung einen entscheidenden Vorteil gegenüber den anderen Techniken: Anders als bei Versorgungssystemen kann der Effizienzgewinn durch die Dämmung nämlich nicht durch Fehlbedienung, Nutzerverhalten oder den Ausfall von Regelsystemen geschmälert werden. Die Dämmung wirkt direkt ohne weiteren Aufwand und ohne Abnutzung des Materials.

Diese Punkte belegen auch aktuelle Untersuchungen und Handreichungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung sowie des Umweltbundesamtes:

Wie gut ist die Dämmung?

Ist mein Haus bereits gut gedämmt oder lohnt es sich, über eine zusätzliche Dämmung nachzudenken? Einen ersten Überblick gewinnt man mit kostenlosen Rechenprogrammen im Internet, zum Beispiel bei CO2-Online.

Dort erfahren Sie auch, wie viel Energie Sie durch eine bessere Dämmung sparen können. Sie benötigen dafür nur wenige Angaben zum Gebäude und die letzte Abrechnung des Energieversorgers. Der entscheidende Vergleichswert ist dabei der Energieverbrauchskennwert, also der Energieverbrauch dividiert durch die Gebäudefläche. Hier reicht die Spanne vom Niedrighaus mit 3 Liter Heizöl pro Quadratmeter – also das sogenannte „Dreiliterhaus“ (30 kWh/qm) – bis zum zehnfachen Wert bei einem ungedämmten Altbau.

Den Check machen

Wer es genau wissen will, kann auf dem Internetportal „Energiesparkonto“ seine Verbräuche der Vergangenheit eingeben. Das Programm errechnet daraus den „bezogenen Transmissionswärmeverlust“ für das eigene Haus. Dieser Wert muss nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) für Neubauten je nach Gebäudetyp zwischen 0,4 und 0,65 liegen. Wem das zu kompliziert ist, kann für 30 Euro bei der Verbraucherzentrale einen Gebäudecheck machen lassen.

Mythen und Vorurteile

Immer noch bestimmen viele Fehlinformationen und Mythen die Diskussion um die Wärmedämmung. Dabei sind sich Experten und alle seriösen Forschungsinstitute einig in der positiven Bewertung von Wärmedämmung und Wärmedämmverbundsystemen.

  • „Häuser müssen atmen können“
  • „Wärmedämmung führt zu Schimmel“
  • „Dämmstoffe schaden der Gesundheit“
  • „Wärmedämmung wird zur Brandfalle“
  • „Die Herstellung von Dämmstoffen verbraucht mehr Energie als diese einsparen“
  • „Wärmedämmung wird zu einem großen Entsorgungsproblem“
  • „Gedämmte Fassaden werden von Algen verfärbt und gefährden die Gesundheit“
  • „Fassaden- oder Dachbegrünung können die Wärmedämmung ersetzen“
  • „Dicke Wände alter Häuser dämmen schon genug“
  • „Infrarot-reflektierende Farben und Materialien sind ausreichend“
  • „Wärmedämmung verhindert die Sonneneinstrahlung auf das Mauerwerk und damit deren Beitrag zur Energieeinsparung“
  • „Wärmeschutz ist teuer und rechnet sich nicht“
  • „Wärmedämmung verunstaltet Gebäude“

Alle diese Mythen sind falsch und wurden in der Energiedepesche bereits ausführlich richtiggestellt.

Gute Aufklärungsarbeit leistet auch eine aktuelle Broschüre mit dem Titel „Über den Sinn von Wärmedämmung“ der Klimaschutzagentur Baden-Württemberg und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, dem Energieinstitut Vorarlberg, dem Ingenieurbüro Ebök und dem Karlsruher Institut für Technologie.

U-Wert: Maß aller Dinge

Je besser man dämmt, umso weniger muss man heizen. Denn der Wärmeverlust durch Außenwände, Fenster und Türen muss durch die Heizung ersetzt werden. Je nach Gebäudetyp gehen zwischen 10 und 50 Prozent der Heizenergie durch die Außenwände verloren. Die Dämmqualität einer Wand wird durch den U-Wert charakterisiert. Er gibt an, wie viel Watt durch ein Bauteil mit einem Quadratmeter Größe je Grad Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen verloren gehen: W/(m2*K)

Vermindert man durch Dämmung den U-Wert von 1,6 W/(m2*K) auf 0,16 W/(m2*K), dann vermindert man die Wärmeverluste eines Gebäudes um gigantische 90 Prozent!

Eine Faustformel stellt die Verbindung zwischen U-Wert und Energieverlust her: U-Wert x 84 = Energieverlust in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Bauteil. Wird ein Einfamilienhaus mit 160 m2 Wandfläche gedämmt und verringert sich der U-Wert um 1,0 W/(m2*K), dann beträgt die Einsparung jährlich 1,0 x 84 x 160 = 13.440 kWh oder rund 1.344 Liter Heizöl.

Doch welche U-Werte hat mein Haus? Die sind ganz unterschiedlich für Wand, Dach, Fenster und Tür. Die Gebäudetypologie des IWU gibt für verschiedene Baualtersstufen und Haustypen die U-Werte an. Man kann auch mit einem Thermometer die Innen- sowie Außentemperaturen messen und nach einer groben Näherungsformel den U-Wert abschätzen. Je kälter es draußen ist, um besser funktioniert das. (siehe
Entzauberte U-Werte genauer betrachtet)

Dämmwirkung = Wärmeleitfähigkeit

Der U-Wert beschreibt die Dämmqualität einer kompletten Wand. Die Materialeigenschaft jeder einzelnen Schicht der Wand (Mauer, Dämmung, Putz) wird durch die Wärmeleitfähigkeit Lambda beschrieben. Je schlechter die Wärme geleitet wird, desto besser ist die Dämmwirkung. Weil Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, erhöhen Lufteinschlüsse die Dämmwirkung.

Bei Polystyrol liegt die Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,031 und 0,045. Diese Zahl findet sich als sogenannte Dämmstoffklasse auf den Produktbeschreibungen, zum Beispiel Dämmstoffklasse 30 oder 45 entsprechen der Wärmleitfähigkeit 0,03 beziehungsweise 0,045. Aerogel-Matten haben einen Wert von 0,014 und Vakuumdämmplatten sogar 0,007.

Aerogele bestehen aus hochporösen Silikaten geringer Dichte mit Lufteinschluss. Sie dämmen immerhin halb so gut, wie die sehr teuren und schwer zu verarbeitenden Vakuumisolierplatten. Weil Vakuumdämmplatten aber fünfmal besser Dämmen als Polystyrol, braucht man für die gleiche Dämmwirkung nur eine fünfmal dünnere Dämmschicht. Allerdings sind die Kosten für eine Vakuumdämmung auch deutlich höher.

Dämmung der Außenwand

Rund 63 Prozent der Häuseraußenwände in Deutschland sind Putzfassaden ohne Wärmedämmung. 14 Prozent sind Klinkerfassaden. Weitere 10 Prozent sind Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem. Mit 80 Prozent dominiert bei den bereits gedämmten Fassaden der Dämmstoff Polystyrol. Am zweithäufigsten wurde Mineralwolle verwendet. Wärmedämmverbundsysteme sind also mitnichten flächendeckend eingesetzt.

Die Kosten für Wärmedämmverbundsysteme liegen laut einer Auswertung aus den Jahren 2012 und 2013 bei durchschnittlich 75 Euro Grundkosten je Quadratmeter und 1,90 Euro je Zentimeter Dämmdicke bei einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m2*K). Vorhangfassaden kosten das 1,5-fache bis 4-fache. Das IWU gibt folgende Kosten für Dämmungen je Quadratmeter an:

Dämmung Vollkosten Davon
energiebedingte
Mehrkosten
Außenwand 15 cm 139 € 62 €
Steildach 18 cm 201 € 54 €
Obergeschossdecke 20 cm 64 € 64 €
Kellerdecke 8 cm 41 € 41 €

Bei einem U-Wert von 1,6 W/(m2*K), das ist die übliche Ziegelwand aus der Kaiserzeit, die wir heute sanieren, verliert eine Wand mit zehn Quadratmetern bei 20 Grad Temperaturdifferenz 1,6 x 10 x 20 = 320 Watt, also in zehn Stunden 320 x 10 = 3.200 Wattstunden oder 3,2 kWh. Wird diese Wand mit 12 cm Dämmung auf einen U-Wert von 0,24 W/(m2*K) verbessert, vermindert sich der Wärmeverlust auf nur noch 0,48 kWh, also beinahe ein Siebtel.

Bis 1977 lag der mittlere U-Wert von Außenbauteilen noch über 1,2 W/(m2*K). Nach der derzeitigen Wärmeschutzverordnung von 2016 gilt für Außenwände im Neubau ein maximaler U-Wert von 0,28 W/(m2*K) zur Erreichung des Referenzhausstandards. Für Niedrigenergiehäuser ist ein U-Wert von 0,25 W/(m2*K) angesagt. Für ein Passivhaus liegt er sogar bei 0,1 W/(m2*K).

Bei mehrschaligen Außenwänden kann ab einer Luftschichtdicke von 4 cm eine Dämmung eingeblasen werden. Die Dämmwirkung ist wegen der geringen Dämmschichtdicke nur gering, die Kosten aber auch. Ein Dämmputz kann auf der Außenwand bis 14 cm dick aufgeputzt werden. Das Material dämmt nur halb so gut wie ein Dämmstoff, hat aber beispielsweise bei sehr unebenen Wänden im Altbau seine Berechtigung.

Innendämmung

Bei denkmalgeschützten Fassaden kann die Wärmedämmung auch von innen an die Außenwände geklebt werden. Allerdings sind so meist nur Dämmschichtstärken bis 8 cm realisierbar. (siehe "Innendämmung: die bessere Art zu dämmen?!"

Es bieten sich hier auch diffusionsoffene Dämmsysteme wie Perlite oder Calciumsilikat Wärmedämmplatten an. Dann kann auf eine Dampfsperre verzichtet werden.

Dach und Kellerdecke

Die Dachdämmung ist die einfachste und wirksamste Dämmung, da Wärme immer nach oben steigt. Sie wird zwischen den Dachsparren eingebracht. Das reicht bei der üblichen Sparrenstärke von 12 bis 16 cm jedoch nicht, die Sparren müssen also erhöht und dazwischen gedämmt werden. Zusätzlich braucht man eine Dampfsperre, weil sonst die warme Innenluft in die Dämmung dringt. Passiert dies, kondensiert der in der Luft enthaltene Wasserdampf im Dämmmaterial, da es dort kälter ist. Alternativ oder zusätzlich kann zwischen Sparren und Dachziegel gedämmt werden. Dafür braucht man ein Gerüst am Haus.

Der Referenzwert für die Dämmung von Neubaudächern gemäß EnEV liegt bei maximal 0,20 W/(m2*K), im Altbau bei 0,24 W/(m2*K). Ein zukunftsfähiger Effizienzstandard entspricht einem U-Wert des Dachs von unter 0,14 W/(m2*K). Dies entspricht einer Dämmstärke von etwa 25 cm mit einem Material in Wärmeleitgruppe (WLG) 35.

Für den Kellerboden sollte der U-Wert unter 0,20 W/(m2*K) und für Fenster mindestens 0,8 W/(m2*K) betragen. Der Referenzwert für die Dämmung der unteren Gebäudeabgrenzung bei Neubauvorhaben liegt nach der EnEV bei maximal 0,35 W/(m2*K). Ein sehr guter Zielwert liegt bei weniger als 0,20 W/(m2*K). Dies erreicht man mit einer Dämmstärke von etwa 17,5 cm und einem Material der Wärmeleitgruppe 35.

348 Grafik Die Energieeffizienzlandkarte zeigt die bis 2030 realisierbaren Einsparpotenziale in Deutschland / Grafik: Bundeszent

Wie dick dämmen?

Die Dämmschichtdicke entscheidet über Dämmwirkung und Wirtschaftlichkeit. Die Mehrkosten für eine dickere Dämmung sind meist nur gering. Allerdings gibt es oft bauliche Begrenzungen durch den Dachüberstand oder die Laibungen von Fenstern und Türen.

Je schlechter die Ausgangssituation, umso einfacher und günstiger lässt sie sich verbessern. Wer aber im ersten Dämmschritt nur eine halbe Sache macht, der lässt für eine spätere Verbesserung der Dämmung wenig wirtschaftlichen Spielraum. Dennoch: Wenn die Außenwände bereits gedämmt sind mit einer Dämmschicht von weniger als 10 cm und einem U-Wert von mehr als 0,35, sollte eine zweite Schicht von Wärmedämmung darüber geklebt werden.

Wahl der Dämmstoffe

Bei der Entscheidung für einen Dämmstoff spielen viele Gesichtspunkte eine Rolle:

  • Dämmwirkung, also Wärmeleitfähigkeit
  • Preis für eine gewünschte Dämmwirkung
  • Verarbeitung (Schüttmaterial, Platten usw.)
  • Brennbarkeit: Die Mindestanforderung für die Baustoffzulassung ist B2 (normalentflammbar) und für höhere Gebäude A2 (nicht brennbar)
  • Wärmespeicherfähigkeit
  • Ökologische Eigenschaften wie Gesundheits- und Umweltverträglichkeit

Den idealen Dämmstoff, der preisgünstig aber ökologisch ist und hochwirksam dämmt, gibt es leider nicht. Es geht also darum, welche Dämmstoffeigenschaften für Sie besonders wichtig sind. Eine gute Übersicht über verfügbare Dämmstoffe und deren Eigenschaften finden Sie unter bdev.de/daemmstoffe.

Der richtige Zeitpunkt …

… ist in jedem Fall die Bauteilinstandsetzung. Wenn die Fassade ohnehin neu gestrichen oder verputzt wird, sollte die Dämmung ebenfalls geprüft und verbessert werden. Über die richtige Reihenfolge bei der Haussanierung gibt der sogenannte „Sanierungsfahrplan“ Aufschluss, der vom Experten aufgestellt und Bestandteil einer guten Vor-Ort-Energieberatung ist. Jede Verbesserung der Dämmung wirkt sofort, auch ohne, dass alle anderen Bauteile zum gleichen Zeitpunkt gedämmt werden. Man kann also ruhig schrittweise zuerst Wände, dann Dach, dann Fenster und dann die Türen sanieren, ohne etwas falsch zu machen.

Die Mieterperspektive

Mieter sind von Wärmedämmung meist nicht begeistert. Denn sie müssen von den Modernisierungskosten jährlich 8 Prozent über eine höhere Miete bezahlen. Dafür profitieren sie von geringeren Heizkosten und einer behaglicheren Wohnung. Aber die Heizkostenersparnis ist bei den heutigen Energiepreisen noch deutlich geringer als die Mieterhöhung. Es gibt aber auch Beispiele, in denen guter Wille, öffentliche Fördermittel und gute Planung zu einer Warmmietenstabilität führt. So geschehen zum Beispiel in Berlin-Märkisches Viertel.

Das Dilemma von Klimaschutz, Mieterschutz und Wärmedämmung kann aber gemindert werden: Statt die Modernisierungskosten wie derzeit auf die Mieter abzuwälzen, könnten sie zwischen Eigentümer, Mieter und Staat gedrittelt werden. Eine gute Perspektive für Mieter bieten Sanierungen nach dem „Energiesprong-Prinzip“ (siehe Null-Energie-Sanierung vom Fließband).

Was kostet es, was bringt es?

Verbesserte Wärmedämmung reduziert die Heizkosten und erhöht die Behaglichkeit für die Bewohner. Die „Wirtschaftlichkeit“ ist ein wichtiges Kriterium dafür, ob zusätzlich gedämmt wird. Ob „es sich rechnet“, hängt von den Umständen des Einzelfalls und der Betrachtungsweise ab: Wie vergleichen sich die Kosten der Dämmung mit dem monetären Nutzen? Nach wie vielen Jahren hat der Investor sein eingesetztes Kapital durch eingesparte Energiekosten und höhere Mieten wieder erwirtschaftet? Aber auch höchst individuelle Fragen spielen eine Rolle, die jeder nur für sich persönlich beantworten kann:

Welchen Betrag ist die größere Behaglichkeit für die Bewohner im Sommer wie im Winter wert?
Welchen Eurobetrag ist die höhere Sicherheit durch geringere Abhängigkeit von künftigen Energiepreissteigerungen wert?
Wie hoch ist die Wertsteigerung des Gebäudes durch die bessere Dämmung?
Sind die Wohnungen durch geringere Energiekosten einfacher oder zu höheren Mieten vermietbar?
Welchen Beitrag liefert die Dämmung zum Klimaschutz und wie bewertet man diesen?

Aber es gibt auch Fragen, auf die allgemeine Antworten möglich sind:

Wie teuer ist die zusätzliche Dämmung?

Das hängt stark von der Dämmstärke und dem Sanierungszeitpunkt ab. Es empfiehlt sich, unterschiedliche Dämmstärken durchzurechnen und mehrere Angebote einzuholen.

Wird die Fassade ohnehin saniert?

Dann fallen die Kosten für das Gerüst und den Putz ohnehin an. In den Kosten der Wärmedämmung fallen diese Kostenpositionen weg. Die Dämmung wird um diese Beträge „günstiger“ und wirtschaftlicher.

Gibt es eine staatliche Förderung?

Nur wenn deutlich mehr gedämmt wird, als gesetzlich ohnehin vorgeschrieben ist, gibt es eventuell Fördermittel.

Wie viel kostet die durch die Dämmung eingesparte Energie? Mit welcher Energiekostensteigerung in den kommenden Jahren rechnet man?

Im Schnitt der vergangenen 19 Jahre sind die Ölpreise um 3,5 Prozent pro Jahr gestiegen. In den kommenden zehn Jahren werden sich die fossilen Brennstoffpreise vermutlich verdoppeln.

Wie teuer ist die Finanzierung der Dämmung? Müssen Darlehen aufgenommen werden und zu welchen Kosten?

Wenn mit Eigenmitteln finanziert wird, könnte dieses Geld im Kapitalmarkt gut angelegt auch Zinsen erbringen.

Wer berät zum Thema Wärmedämmung?

Es gibt verwirrend viele unterschiedliche Beratungsangebote. Den Einstieg ins Energiesparen machen Ihnen folgende Angebote leichter:

Internet-Bewertung des Gebäudes: Einen ersten Überblick, ob der Energieverbrauch Ihres Hauses zu hoch ist, können Sie sich mit Hilfe von Internet-Ratgebern verschaffen. Die Ratgeber schätzen auch ein, wie viel Energie Sie sparen können. Sie benötigen dafür nur wenige Angaben zum Gebäude und die letzte Abrechnung des Energieversorgers. www.co2online.de

Gebäude-Check der Verbraucherzentralen: Für 30 Euro macht ein ausgebildeter Energieberater bei Ihnen einen Gebäude-Check. Dabei erfahren Sie alles über die energetische Situation Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung. Der Berater beurteilt Ihren Strom- und Wärmeverbrauch und schaut sich die Heizungsanlage sowie die Gebäudehülle des Wohnhauses an. Eine kostenlose Terminvereinbarung kann telefonisch unter der Rufnummer 0800 809 802 400 erfolgen. bdev.de/gebaeudecheck

Geförderte Vor-Ort-Beratung: Wer es genau wissen will, der bekommt ein staatlich gefördertes Energiegutachten durch eine Vor-Ort-Beratung mit Sanierungsfahrplan. Dieses Angebot soll Eigentümern einen sinnvollen Weg aufzeigen, wie sie die Energieeffizienz ihres Gebäudes verbessern können. Eine Liste von Beratern finden Sie auf Vor-Ort-Energieberatung.

BAFA Energieberatung Wohngebäude

Check durch Handwerker: Im Rahmen der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bieten Handwerker kostenlose Energie-Checks an. Ergebnis des etwa 30-minütigen Rundgangs durch das Haus ist ein erster Überblick über den energetischen Zustand des Gebäudes und der Heizungsanlage – eine gute Grundlage für eine ausführlichere Energieberatung, aber natürlich auch eine Einladung für findige Vertriebsprofis. www.sanieren-profitieren.de

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