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Ozonloch
Illegale FCKW-Freisetzungen

Ozonloch: Illegale FCKW-Freisetzungen

Von Louis-F. Stahl

(18. Oktober 2019) Die Ozonschicht unserer Atmosphäre absorbiert einen Großteil der UV-B-Strahlung und nahezu die gesamte UV-C-Strahlung der Sonne und bewahrt Lebewesen sowie Pflanzen auf der Erde vor Strahlenschäden. Bestimmte Gase wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) haben die Eigenschaft, bereits bei einer Freisetzung vergleichsweise geringer Mengen, die Ozonschicht zu zersetzen. In den 1970er und 1980er Jahren wurde festgestellt, dass sich die Ozonschicht bereits aufzulösen begann und sich von den beiden Polen ausgehend gewaltige Löcher bildeten. Aus diesem Grund wurde 1987 mit dem Montreal-Protokoll ein über Jahre schrittweise einzuführendes weltweites Verbot von FCKW beschlossen, das schließlich in einem langjährigen Prozess von allen UN-Staaten umgesetzt wurde. Mit dem weltweiten FCKW-Verbot begann sich die Ozonschicht zu erholen.

Ab dem Jahr 2013 wurde jedoch eine erneute Freisetzung größerer FCKW-Mengen registriert und die Erholung der Ozonschicht stoppte. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellte im Jahr 2015 sogar wieder ein deutliches Wachsen der Ozonlöcher fest. Weltweit machten sich 13 Forschungsinstitutionen unter Führung der Universität Bristol auf die Suche nach der Quelle.

Im Mai 2018 wurde veröffentlicht, dass die Emissionsquelle in China auszumachen sei. Reporter der New York Times machten sich vor Ort auf die Suche und fanden bereits im Juni 2018 Kühlschrankfabriken, die unbehelligt von den örtlichen Behörden im großen Stil FCKW einsetzten. Ganz zufällig wurden die von der New York Times ermittelten Fabriken wie in einem Krimi während der Interviews von der örtlichen Polizei geschlossen und die Verantwortlichen demonstrativ festgenommen.

1235 Quellen des FCKW-Gases CFC-11 / Quelle: University of Bristol

Nach weiteren Untersuchungen veröffentlichten die Forscher im Mai dieses Jahres schließlich die genaue Quelle: Das FCKW werde in den chinesischen Provinzen Shandong und Hebei freigesetzt. Gegenüber dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen sicherte China zu, sich dem Problem annehmen zu wollen und bereits mehrere illegale FCKW-Fabriken stillgelegt zu haben. Gleichzeitig betonten die Vertreter Chinas, dass die Untersuchung der Forscher nicht zweifelsfrei beweise, dass China der einzige illegale Emittent sei.