ED 04/12 Eine Welt ohne Öl (S.30-31)

News zum Thema Umwelt und Klima

Deutschlands Beitrag zu den CO2-Emissionen

Christian Schwägerl beleuchtet auf der Plattform Riffreporter die Rolle Deutschlands bei der Emissionsminderung.
Von Aribert Peters

(5. Februar 2024) Deutschland belegt beim energiebedingten CO2-Ausstoß unter allen Ländern den siebten Platz nach China, den USA, Indien, Russland, Japan und dem Iran – noch vor Saudi-Arabien und Indonesien. Die Länder auf den vordersten sechs Plätzen dieser Top Ten haben entweder eine vielfach größere Bevölkerung wie China und Indien, eine deutlich größere Volkswirtschaft wie die USA oder eine große eigene Produktion fossiler Brennstoffe wie Russland und der Iran. Betrachtet man statt der jährlichen die gesamten bisherigen Emissionen, dann entfallen auf Deutschland knapp 4 % (siehe Grafik). Jedes 25. zusätzliche Kohlendioxidmolekül (genauer: CO2-Äquivalent) in der Atmosphäre stammt also aus Deutschland. Im internationalen Gesamtranking steht die Bundesrepublik damit bei den historischen Emissionen auf Platz vier nach den USA, China und Russland. 

 ED 04/2023 CO2-Emissionen: Weltweit und in Deutschland (S.19)
ED 04/2023 Deutschlands Beitrag zu den CO2-Emissionen (S.20) 

Alle bisherigen Emissionen von deutschem Boden aus tragen zum weltweiten CO2-Anstieg von 137 ppm mit 5 bis 6 ppm bei. Das ist ein hoher Wert. Und es kommt nach wie vor sehr viel Kohlendioxid hinzu. Bis zum geplanten Nullpunkt im Jahr 2045 sieht die optimistischste Planung der Bundesregierung noch Emissionen von 7,8 Milliarden Tonnen vor. Wenn man bisherige Relationen zugrunde legt, reicht das für einen Zuwachs von weiteren 0,5 ppm weltweit.

Ja, 2 % der weltweiten Emissionen sind nur ein Fünfzigstel des Problems, aber es ist jener Teil des Problems, für den Deutschland die Verantwortung trägt (obwohl es nur rund ein Prozent der Weltbevölkerung hat). Und sich völkerrechtlich verbindlich dazu verpflichtet hat, die Emissionen so schnell zu senken, dass das Pariser Klimaziel erreicht wird. Und dieses Ziel wird mit der aktuellen Politik nicht erreicht. Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf: „Würde man die gesamte Weltbevölkerung in 50 Teile unterteilen, von denen jeder zwei Prozent der Emission verursacht, folgt dann daraus, dass keiner etwas machen muss?“  Inder und Chinesen könnten darauf hinweisen, dass in ihren beiden Ländern zusammen 35 % aller Menschen leben, in Deutschland nur 1 %.

Schwägerl kommt zum Schluss: „Den reichen Ländern mit hohem CO2-Ausstoß kommt global eine besonders wichtige Rolle zu: Erfolg ist nur möglich, wenn sie dabei vorangehen, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren, und wenn sie zudem ärmere Länder beim Umstieg auf umweltfreundliche Technologien und Entwicklungspfade unterstützen. Sollten sich zum Beispiel die USA, Deutschland, Japan und Südkorea von ihren Klimazielen verabschieden, würde der Klimavertrag faktisch in sich zusammenbrechen. Bei den Klimazielen steht die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel – und von ihr hängt mit ab, ob die Weltgemeinschaft es schafft, ihre Lebensbedingungen vor dem Schlimmsten zu bewahren – auch die in Deutschland.“

Öl- und Gasgewinne 3 Milliarden US-Dollar täglich: Staatliche Förderung verhindert Klimaschutz

Ein UNEP-Bericht der Vereinten Nationen warnt, dass die Staaten für 2030 mehr als das Doppelte an CO2-Emissionen planen, als nach dem Pariser Klimaabkommen erlaubt ist.
Von Aribert Peters

(29. Januar 2024) Kein Land unter den analysierten 20, inklusive Deutschland, verpflichtet sich ausreichend zur Emissionseinschränkung für das 1,5-Grad-Ziel. Viele setzen auf Gas ohne klaren Ausstiegsplan.

Ein „weiter so“ erscheint höchst profitabel: Die Öl- und Gaskonzerne und Petrostaaten haben 50 Jahre lang, zwischen 1970 und 2020, inflationsbereinigt 3 Milliarden Dollar Gewinn gemacht – Gewinn, nicht Umsatz. Und zwar nicht jährlich, sondern täglich! Am meisten verdienten sie in den vergangenen 20 Jahren mit einem Rekord im Jahr 2022. 

Deutschland plant den Kohleausstieg bis 2038, den Ausbau erneuerbarer Energien bis 2030. Aber Gasverträge und LNG-Terminals fördern indirekt die Gasproduktion. Kritiker sprechen von „eklatanter Heuchelei“, da Staaten die Klimakrise verschärfen, obwohl sie sich als Klimavorreiter darstellen.

„Große Umnachtung“

(10. Dezember 2023) Die Wissenschaftlerin Naomi Oreskes in der Zeit: „Ich sehe, was der Schriftsteller Amitav Ghosh ‚die große Umnachtung‘ nennt. Sagen Sie Persönlichkeitsspaltung, wenn Ihnen das lieber ist. Alles, was wir wissen, steht im Widerspruch zu praktisch allem, was wir tun. Es gibt immer mehr Beweise für den Zusammenhang zwischen der globalen Erwärmung als Ganzem und Extremwetter-Ereignissen, die Menschen töten, ihre Häuser zerstören und ganze Gemeinden überfluten. Und trotzdem wird immer mehr Öl, mehr Gas, mehr Kohle gefördert....In vielen Teilen der Welt gibt es einen echten politischen Willen zu handeln. Und die nötige Technologie ist weitgehend vorhanden, anders als es vielleicht vor 20 Jahren der Fall war. Dies ist also eine wirklich existenzielle Bedrohung für die Öl- und Gasindustrie. Sie steht mit dem Rücken zur Wand. So erkläre ich mir, dass sie ihre Einflussnahme auf den COP-Prozess intensiviert. Ich glaube, diese Branche wird alles tun, um sich zu schützen. Sie wird nicht kampflos untergehen und uns notfalls alle mit in den Abgrund reißen....Zunächst ist es tieftraurig, wie viel unbegründete Hoffnung wir in diese internationalen Verhandlungen gesetzt haben. Aber den Traum von der großen Lösung aufzugeben, kann doch auch befreiend sein: Wenn wir uns mehr auf das Lokale, das Regionale und das Nationalstaatliche konzentrieren, können wir etwas bewirken.“

Hauptsächlich Reiche zerstören das Klima

(4. Januar 2023) Mit dem Einkommen steigt der Energieverbrauch. Reiche wohnen in größeren Wohnungen, fahren mehr in größeren Autos, fliegen mehr und konsumieren mehr. Das hat der deutsche Ökonom Yanik Oswald herausgefunden, der an der Universität Leeds forscht. Lediglich die Superreichen verbrauchen noch viel mehr Energie: Mehrere Immobilien, schwere SUVs, häufige Flugreisen.

1235 Grafik Was wäre wenn? Reduzierung des Gesamtverbrauchs privater Haushalte falls … / Quelle: Yannick Oswald, University of L

Der Durchschnittsbürger verbraucht jährlich 24.000 kWh. Beim obersten Prozent sind es 110.000 kWh, bei manchen sogar 300.000 kWh. Das reichste Prozent der Bevölkerung verbraucht so viel Energie, wie die unteren 16 %. Wenn das reichste Zehntel nur so viel verbrauchen würde, wie der Durchschnittsbürger, dann würde sich der Gesamtenergieverbrauch privater Haushalte um 26% vermindern. Wenn kein Haushalt mehr Energie verbrauchen würde, als die ärmsten 50%, dann würden 41% weniger Energie verbraucht. Es ist also vor allem der Energieverbrauch der Superreichen, der das Klima ruiniert. Eine Diskussion über die Nutzung von Privatjets, Jachten und SUV findet in Deutschland nicht statt. Felix Creutzig, Gruppenleiter am Berliner Mercator-Institut, hält das für einen großen Fehler.

Klima kippt schon bei Überschreitung der 1,5 Grenze

(3. Januar 2023) Eine breit angelegte Analyse von mehr als 200 Artikeln zu Klima-Kipppunkten wurde von einem internationalen Forscherteam auf der „Tipping points: from climate crisis to positive transformation“-Konferenz in Exeter (UK) veröffentlicht. Nach ihren Erkenntnissen wird bereits ab einer Erwärmung von über 1,5°C gegenüber der vorindustriellen Zeit das Eintreten von 5 von 16 Kipppunkten im Klimasystem wahrscheinlich: das grönländische und das westantarktische Eisschild tauen auf, ein weit verbreitetes abruptes Auftauen der Permafrostböden, der Zusammenbruch der Konvektion in der Labradorsee und das massive Absterben der tropischen Korallenriffe.

1235 Symbolbild Würfel / Foto: Dzmitry / stock.adobe.com

Man beobachte bereits entsprechende Destabilisierungen dieser Systeme, so der Hauptautor David Armstrong McKay. Mit jedem weiteren Zehntel Grad Erwärmung wird das Risiko weiter steigen. Die Bewertung des letzten IPCC-Berichts, das Risiko des Eintretens von Kipppunkten würde erst bei 2°C hoch werden, sei zu konservativ und müsse korrigiert werden. Viel deutet darauf hin, dass die Erde den Zustand eines sicheren stabilen Klimas schon jetzt verlassen haben könnte. Daher fordert das Team die konsequente Einhaltung des 1,5°-Ziels aus dem Pariser Abkommen, verbunden mit Treibhausgasreduktionen von 50% bis 2030 und 100% bis 2050, um dieses Ziel mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit zu erreichen.

Luftfilter gegen Feinstaub

In Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel hält sich die autofreundliche Verwaltung für besonders pfiffig.

Luftfilter gegen Feinstaub

Von Louis-F. Stahl

(26. März 2021) In Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel hält sich die autofreundliche Verwaltung für besonders pfiffig: Weil die Feinstaubmessstation an einer Hauptverkehrsstraße über Jahre Grenzwertüberschreitung nach Grenzwertüberschreitung registrierte und die Stadt gezwungen war zu handeln, wurden kurzerhand Rad- und Fußweg vor der Messstation gesperrt und Luftfilter aufgebaut, die die Messstation mit sauberer Luft versorgen. Die sechs Filter mit einem Listenpreis von rund 85.000 Euro pro Stück pusten mit einer Lautstärke von 54 bis 68 dB(A) seither ein bisschen saubere Luft an die Messstation und die Anwohner beschweren sich wegen des Lärms der Filteranlagen. Gegen diesen Schildbürgerstreich und den gesamten Luftreinhalteplan der Stadt Kiel klagte die Deutsche Umwelthilfe vor dem Oberverwaltungsgericht in Schleswig – mit Erfolg (Az. 5 KN 1/19). Die Stadt Kiel gibt sich indes nicht geschlagen, der Streit ist inzwischen beim Bundesverwaltungsgericht anhängig. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk kommentierte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) das Urteil lapidar: „Weder ein Gericht noch sonst jemand“ könne in naher Zukunft in Kiel Fahrverbote verfügen.

1235 Luftfilter / Foto: Thilo Pfennig (CC BY-SA 3.0 DE)

Im Zuge des Prozesses in Schleswig wurde die Effektivität der Luftfilter bekannt. In einem Abstand von ein bis zwei Meter könne laut einem Gutachten eine Reinigungsleistung von 70 Prozent erreicht werden. Genau zwischen zwei der lärmenden Luftfilter sinke die Reinigungsleistung aber bereits auf 0 bis 10 Prozent. Das Gutachten selbst ist leider nicht öffentlich, da es Geschäftsgeheimnisse der Filterhersteller enthalte – bekannt sind nur die in der Verhandlung behandelten Auszüge aus dem Gutachten.

Ähnliche Filteranlagen zur Messwertoptimierung eines anderen Herstellers werden aktuell in Stuttgart und Heilbronn eingesetzt. Der Hersteller dieser Anlagen bezifferte den Wirkradius seiner Geräte gegenüber dem Magazin Technology Review mit „10 bis 15 Meter“ (Heft 9/2020, S. 36). Für eine wirksame Luftverbesserung müsste man folglich mehr Luftfilter als Straßenlaternen aufstellen. Der Energiebedarf jedes einzelnen Filters beträgt übrigens 1,5 bis 6 kW – je nach Baugröße.

Klimawandel

Millionenstadt Jakarta versinkt

Klimawandel: Millionenstadt Jakarta versinkt

Von Louis-F. Stahl

(3. Januar 2020) Die Hauptstadt des größten Inselstaates der Welt mit rund 256 Millionen Einwohnern droht zu versinken und soll umziehen: Das Parlament Indonesiens beschloss im August 2019, den Sitz der flächenmäßig inzwischen zu gut 40 Prozent unter dem Meeresspiegel befindlichen Hauptstadt auf die Insel Borneo zu verlegen. Dort soll Urwald gerodet werden, um Platz für eine neue Hauptstadt zu schaffen, die auch angesichts des Klimawandels absehbar über Wasser bleibt und zudem weniger erdbebengefährdet gelegen sein soll.

1235 Jakarta im Hochwasser  - Indonesien / Foto: photopixel / stock.adobe.com

Für den Neubau wurden umgerechnet 30 Milliarden Euro bereitgestellt und der Umzug der Regierung ist für das Jahr 2024 geplant. Die bisherige Hauptstadt Jakarta soll nicht aufgegeben werden und als Stadt fortbestehen, dürfte aber nach aktuellen Berechnungen der indonesischen Regierung trotz aller geplanten Gegenmaßnahmen bis zum Jahr 2050 zu rund einem Drittel überschwemmt sein. Neben dem Klimawandel und dem Meeresspiegelanstieg wird eine zu hohe Grundwasserförderung in der Metropolregion um Jakarta für ein zusätzliches Absinken der Stadt verantwortlich gemacht.

Ozonloch

Illegale FCKW-Freisetzungen

Ozonloch: Illegale FCKW-Freisetzungen

Von Louis-F. Stahl

(18. Oktober 2019) Die Ozonschicht unserer Atmosphäre absorbiert einen Großteil der UV-B-Strahlung und nahezu die gesamte UV-C-Strahlung der Sonne und bewahrt Lebewesen sowie Pflanzen auf der Erde vor Strahlenschäden. Bestimmte Gase wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) haben die Eigenschaft, bereits bei einer Freisetzung vergleichsweise geringer Mengen, die Ozonschicht zu zersetzen. In den 1970er und 1980er Jahren wurde festgestellt, dass sich die Ozonschicht bereits aufzulösen begann und sich von den beiden Polen ausgehend gewaltige Löcher bildeten. Aus diesem Grund wurde 1987 mit dem Montreal-Protokoll ein über Jahre schrittweise einzuführendes weltweites Verbot von FCKW beschlossen, das schließlich in einem langjährigen Prozess von allen UN-Staaten umgesetzt wurde. Mit dem weltweiten FCKW-Verbot begann sich die Ozonschicht zu erholen.

Ab dem Jahr 2013 wurde jedoch eine erneute Freisetzung größerer FCKW-Mengen registriert und die Erholung der Ozonschicht stoppte. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellte im Jahr 2015 sogar wieder ein deutliches Wachsen der Ozonlöcher fest. Weltweit machten sich 13 Forschungsinstitutionen unter Führung der Universität Bristol auf die Suche nach der Quelle.

Im Mai 2018 wurde veröffentlicht, dass die Emissionsquelle in China auszumachen sei. Reporter der New York Times machten sich vor Ort auf die Suche und fanden bereits im Juni 2018 Kühlschrankfabriken, die unbehelligt von den örtlichen Behörden im großen Stil FCKW einsetzten. Ganz zufällig wurden die von der New York Times ermittelten Fabriken wie in einem Krimi während der Interviews von der örtlichen Polizei geschlossen und die Verantwortlichen demonstrativ festgenommen.

1235 Quellen des FCKW-Gases CFC-11 / Quelle: University of Bristol

Nach weiteren Untersuchungen veröffentlichten die Forscher im Mai dieses Jahres schließlich die genaue Quelle: Das FCKW werde in den chinesischen Provinzen Shandong und Hebei freigesetzt. Gegenüber dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen sicherte China zu, sich dem Problem annehmen zu wollen und bereits mehrere illegale FCKW-Fabriken stillgelegt zu haben. Gleichzeitig betonten die Vertreter Chinas, dass die Untersuchung der Forscher nicht zweifelsfrei beweise, dass China der einzige illegale Emittent sei.

Luftreinhaltung

Ausweitung der Diesel-Fahrverbote

Luftreinhaltung: Ausweitung der Diesel-Fahrverbote

Von Louis-F. Stahl

(16. April 2019) Seit Januar 2019 ist die Innenstadt von Stuttgart tabu für die meisten Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 4 und schlechter. Nach Hamburg, wo bereits seit dem 31. Mai 2018 zwei Straßen auch für neuere Diesel mit Abgasnorm Euro 5 gesperrt sind, werden im Jahr 2019 viele weitere Städte in Deutschland Fahrverbote aussprechen müssen. Die meisten Städte wurden gerichtlich dazu verurteilt, weil sie es versäumten, andere angemessene Maßnahmen zur Luftreinhaltung einzuleiten. Dazu zählen Berlin (Fahrverbot spätestens im Juni), Bonn (April), Darmstadt (Mitte 2019), Essen (Juli), Frankfurt (spätestens im September), Gelsenkirchen (Juli), Köln (April) und Mainz (eventuell im September).

Eine Übersicht aller betroffenen Städte wird vom ADAC im Internet fortlaufend aktualisiert. Manche Städte sind auf der Suche nach Möglichkeiten zur Vermeidung von Fahrverboten indes auf skurrile Ideen gekommen. So hat der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) große Luftfilter mitten auf dem Radweg direkt vor einer Messstation aufstellen lassen, um die bisher den Grenzwert verletzenden Messergebnisse mit gefilterter Luft zu optimieren.

Neben der Feinstaubdiskussion sind auch die CO2-Emissionen neuer Fahrzeuge beachtlich: Deutsche Hersteller führen im Ranking – mit besonders hohen Werten.

1235 Grafik CO2-Ausstoß von Neuwagen

Schadensersatz für Klimawandel

Die Folgen des Klimawandels sind nicht nur in fernen Ländern spürbar, sondern auch hier in Deutschland.

Schadensersatz für Klimawandel

(14. März 2018) Die Folgen des Klimawandels sind nicht nur in fernen Ländern spürbar, sondern auch hier in Deutschland. Für die Ruhrstadt Wetter hat der Agenda 21 Wetter e.V. jetzt die Klimafolgen analysiert und die Kosten des Klimawandels in Euro beziffert. Die Berichte für die Jahre 2013 bis 2015 liegen vor. Im Jahr 2013 lagen die Kosten der Einsatzkräfte allein für Starkregen bei 120.000 Euro, die nachvollziehbaren Versicherungskosten bei 1,08 Millionen Euro. Die Zusammenstellung ist sehr detailliert. Sie zeigt, dass unterlassener Klimaschutz teuer wird.

1235 Sturmschäden - Bäume auf parkenden Autos / Foto: thommas68 (CC0)

In den USA haben derweil im Januar 2018 die Städte New York, San Francisco und Oakland die Ölkonzerne BP, Chevron, Conoco Phillips, Exxon Mobil und Shell auf Entschädigung für die hohen Kosten durch die Erderwärmung verklagt. Die Ölbranche hätte die Risiken des Klimawandels über Jahre gezielt vertuscht. Es ist durchaus denkbar, dass künftig auch in Deutschland die Schuldigen für unterlassenen Klimaschutz zur Kasse gebeten werden. Die Vereinten Nationen bezifferten 2017 die weltweiten Klimafolgeschäden auf 250 bis 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Klimakatastrophe

Billig, einfach und schnell zu beheben

Klimakatastrophe: Billig, einfach und schnell zu beheben

(13. November 2017, ergänzt 29. November 2017) 83 Prozent der globalen CO2-Zirkulation durchläuft die Weltmeere („Blue Carbon“). Die Anzahl der dafür maßgeblichen Lebewesen in den Ozeanen schrumpft jährlich um 2 bis 7 Prozent – schneller als die Regenwälder.

Der kalifornische Wissenschaftler und Unternehmer Russ George will das Planktonwachstum im Meer wiederbeleben und dadurch mehr CO2 in den Ozeanen binden. Das Planktonwachstum kann, so Russ George, durch eine geringe Menge an eisenhaltigem Gesteinsstaub im Meerwasser vervielfacht werden. Der eisenhaltige Staub kann mit Schiffen einfach in den Meeren verteilt werden. Einen Test hat das Verfahren schon erfolgreich bestanden.

Mehr Informationen unter bdev.de/carlin, thebluecarboninitiative.org und russgeorge.net

Klimaschutzplan: Vier NOs von NGOs

Umweltorganisationen lehnen Klimaschutzplan 2050 ab

Klimaschutzplan: Vier NOs von NGOs

Umweltorganisationen lehnen Klimaschutzplan 2050 ab

(27. September 2016) Die vier großen Umwelt- und Naturschutzorganisationen BUND, Greenpeace, NABU und der WWF werden nicht an der Verbändeanhörung zum Klimaschutzplan 2050 teilnehmen, die für diesen Dienstag vorgesehen ist. Der vorliegende Entwurf sei für sie weder zustimmungsfähig noch glaubwürdig, erklärten sie gemeinsam in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und den Vizekanzler. Der Entwurf stehe nicht in Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens.

Nach einem breiten Beteiligungsprozess mit hunderten eingebrachten Vorschlägen liege ein Text vor, der weder ehrgeizige Ziele setze noch starke Maßnahmen vorsehe. Es brauche politische Entscheidungen, die Deutschland auf einen tragfähigen Pfad hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft bringen, heißt es in dem Brief.

Die vier Umweltorganisationen fordern eine grundsätzliche Überarbeitung des Entwurfs. Ein zustimmungsfähiger Klimaschutzplan müsse wichtige Eckpunkte aus dem Beteiligungsprozess beinhalten, darunter die klare Festlegung des Treibhausgas-Minderungsziels für 2050 auf mindestens 95 Prozent gegenüber 1990.

Außerdem brauche es sektorenspezifische Treibhausgas-Minderungsziele. Im Stromsektor sei dafür die schnelle und sozialverträglich gestaltete Reduktion der Kohleverstromung unumgänglich: Bis spätestens 2035 müsse die Kohleverstromung in Deutschland beendet sein. Notwendig sei zudem ein Klimaschutzgesetz, um die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft über Jahrzehnte zielgerichtet zu verfolgen und die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit zu schaffen.

(Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, Greenpeace, NABU und der WWF)

Tausende Tote durch Kohlekraftwerke

Ergebnis einer Studie einer Reihe von Umweltschutzverbänden

Tausende Tote durch Kohlekraftwerke

(17. September 2016) Die Kohlekraftwerke in Deutschland und der EU sind für Tausende Todesfälle jährlich verantwortlich. Geschätzt 2.500 Menschen sind allein im Jahr 2013 im europäischen Ausland an Schadstoffen aus deutschen Kraftwerken gestorben. Das ist das Ergebnis einer Studie einer Reihe von Umweltschutzverbänden.

In der Erhebung wurden die Daten von 257 der 280 Kohlekraftwerke in Europa ausgewertet. Darüber hinaus bekommt Deutschland zusätzlich zur selbstproduzierten Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke auch die meiste dreckige Luft aus den Nachbarländern ab. In der Summe gab es in Deutschland im Jahr 2013 mehr als 3.500 vorzeitige Todesfälle, in Italien 1.600 und in Frankreich hat es über 1.300 Todesfälle gegeben. Europaweit sind es rund 23.000 gewesen. Das europäische Gesundheitssystem wird infolge der Luftverschmutzung mit Zusatzkosten von bis zu 62,3 Milliarden Euro belastet. Dies eingerechnet ist Kohle keineswegs eine günstige Energiequelle.

Grundlage waren anerkannte Kennzahlen, wie die Sterblichkeit ansteigt, wenn sich die langfristige Schadstoffkonzentration um einen bestimmten Betrag erhöht. Mit den Daten der Kraftwerksemissionen, Wetterdaten und Bevölkerungsdichteverteilung konnte die Erhöhung der Schadstoffkonzentrationen abgeschätzt werden.

Der geplünderte Planet

Der "Club of Rome" stellt seinen neuen Bericht vor.

Der geplünderte Planet

(17. Juni 2013) Der "Club of Rome" stellt seinen neuen Bericht "Der geplünderte Planet" vor, in dem Ugo Bardi, Professor für physikalische Chemie an der Universität Florenz, aufzeigt, wie weit die Ausbeutung der Ressourcen bereits fortgeschritten ist. Diese Ausbeutung habe die Welt in einen anderen Planeten verwandelt, heißt es, mit hohen Konzentrationen von Treibhausgasen, versauerten Ozeane, der Einbringung wesensfremder Chemikalien und Mineralien und überflutete Küsten. Ob es gelinge, auf diesem neuen Planeten zu überleben, könne man heute noch nicht sagen.

Die Studie beschreibt Knappheiten bei Öl, Kohle, Uran, Kupfer, Phosphor, Nickel, fruchtbarem Boden und anderen Rohstoffen. Dieser Mangel könne die Zivilisation bedrohen, denn die Reserven seien geringer als angenommen. Und Energie werde schon bald viel teurer, so die Studie. Man habe keine Wahl, als sich auf die Knappheit der Ressourcen einzulassen. Entscheidend sei, wie schnell es gelinge, die Art der Wirtschaft zu ändern, ansonsten drohe der Welt ein Rückfall in die Agrarwirtschaft. Bardi und der "Club of Rome" verteidigen ausdrücklich die berühmte Studie "Grenzen des Wachstums", mit der der Expertenkreis 1972 berühmt wurde, und die bereits damals vor sich erschöpfenden Vorräten und explodierenden Preisen für Rohstoffe und Energie warnte.

Earth Hour für mehr Klimaschutz

weltweite Aktion für den Klimaschutz

"Earth Hour" für mehr Klimaschutz

(20. März 2012) Die "Earth Hour", eine weltweite Aktion für den Klimaschutz, findet hierzulande am Samstag, den 31. März, um 20.30 Uhr statt.

In über 100 Ländern werden dabei Millionen Menschen für 60 Minuten das Licht ausschalten, um mehr Klimaschutz zu fordern. Infos dazu sind unter www.wwf.de/earth-hour-2012 zu finden. Die Kampagne steht unter dem Motto "Klimaschutz – jeder, jeden Tag!".

China

Bau schädigt Klima

China: Bau schädigt Klima

(12. Oktober 2011) Nach einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung ist nicht der zunehmende Export, sondern der Bau von Gebäuden, Kraftwerken und Straßen der Grund für den signifikanten Anstieg der chinesischen CO2-Emissionen.

Der Ausbau der Infrastruktur habe zu einer Ausweitung des Bausektors und seiner energie- und CO2-intensiven Zuliefererkette wie der Stahl- und Zementindustrie geführt.

Zuvor hätten steigender Konsum und Exporte die Treibhausgasemissionen in die Höhe getrieben, bis 2002 habe es ein Wettrennen zwischen steigendem Konsum und Effizienzsteigerungen gegeben, hieß es. Dieser Emissionsanstieg werde heute durch Einsparungen aus Effizienzsteigerungen ausgeglichen.

Der jüngste Emissionsanstieg resultiere komplett aus den massiven Strukturwandel innerhalb der chinesischen Wirtschaft. Weitere Treiber seien die Urbanisierung, die Verkleinerung von Haushalten und der zunehmende Pendlerverkehr.

Erst vor Kurzem hat China die USA als weltgrößten Energieverbraucher und CO2-Emittenten überholt. Chinas Emissionen haben sich zwischen 1992 und 2007 fast verdreifacht.

Radioaktives Gas

Fünf Radontote täglich

Radioaktives Gas: Fünf Radontote täglich

(13. September 2011) Das radioaktive Gas Radon dringt unbemerkt aus dem Boden in Gebäude ein und kann Lungenkrebs verursachen. Vor allem Raucher sind gefährdet, berichtet die Stiftung Warentest (test 8/2011). Das unsichtbare Gas dringt vor allem über Risse und Fugen sowie über undichte Kabel- und Rohrdurchlässe über den Keller ins Haus ein und verteilt sich dort.

Wer sich schützen will, dichtet Risse und Fugen im Keller ab und lüftet intensiv. Dabei schwanken die Belastungen regional stark. Weitere Infos sowie eine Karte der belasteten Gebiete findet auf www.radon-info.de. Mit einem kleinen Dosimeter (erhältlich für etwa 50 Euro) kann man die Belastung auch selbst messen.

Globalisierung

Abwanderung der Emissionen

Globalisierung: Abwanderung der Emissionen

(31. Mai 2011) Weil viele Gebrauchsgüter zunehmend in Entwicklungsländern produziert werden, verlagern sich auch die CO2-Emissionen dorthin. Zwar stehen die Industrieländer in ihrer CO2-Bilanz deshalb zunächst besser da. Doch der Emissionsanstieg in den armen Ländern übersteigt die Emissionsminderung in den Industrieländern um das Fünffache.

1235 CO2 Emissionen Kraftwerk

Weltweit sind die CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2008 um 39 Prozent angestiegen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung eines internationalen Wissenschaftlerteams, das die Emissionen über einen Zeitraum von 19 Jahren in 95 Ländern und 57 Branchen analysiert hat. Der Grund für den hohen Anstieg liegt vor allem in den oft umweltbelastenden Technologien in Entwicklungsländern, während in den Industrieländern meist hohe Umweltauflagen herrschen.

Growth in emission transfers via international trade from 1990 to 2008 (PDF)

(Presseinformation in deutscher Sprache)

letzte Änderung: 12.02.2024