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Klimawandel
Millionenstadt Jakarta versinkt

Klimawandel: Millionenstadt Jakarta versinkt

Von Louis-F. Stahl

(3. Januar 2020) Die Hauptstadt des größten Inselstaates der Welt mit rund 256 Millionen Einwohnern droht zu versinken und soll umziehen: Das Parlament Indonesiens beschloss im August 2019, den Sitz der flächenmäßig inzwischen zu gut 40 Prozent unter dem Meeresspiegel befindlichen Hauptstadt auf die Insel Borneo zu verlegen. Dort soll Urwald gerodet werden, um Platz für eine neue Hauptstadt zu schaffen, die auch angesichts des Klimawandels absehbar über Wasser bleibt und zudem weniger erdbebengefährdet gelegen sein soll.

1235 Jakarta im Hochwasser  - Indonesien / Foto: photopixel / stock.adobe.com

Für den Neubau wurden umgerechnet 30 Milliarden Euro bereitgestellt und der Umzug der Regierung ist für das Jahr 2024 geplant. Die bisherige Hauptstadt Jakarta soll nicht aufgegeben werden und als Stadt fortbestehen, dürfte aber nach aktuellen Berechnungen der indonesischen Regierung trotz aller geplanten Gegenmaßnahmen bis zum Jahr 2050 zu rund einem Drittel überschwemmt sein. Neben dem Klimawandel und dem Meeresspiegelanstieg wird eine zu hohe Grundwasserförderung in der Metropolregion um Jakarta für ein zusätzliches Absinken der Stadt verantwortlich gemacht.