Do-It-yourself-Wärmepumpe: Selbst installieren, Kosten halbieren
Wer seine Wärmepumpe selbst einbaut, kann Tausende Euro sparen. Die Firma 1Klima hilft Heimwerkern bei der Planung und Beantragung von Fördermitteln. Der Bund der Energieverbraucher empfiehlt das Projekt.
Von Aribert Peters
(1. April 2026)
Die Wärmepumpe ist nicht das Problem – es ist der Einbau
Wer den Heizungstausch von einer Fachfirma erledigen lässt, zahlt im Schnitt rund 30.000 Euro. Dabei gibt es Wärmepumpen bei Onlinehändlern schon ab etwa 4000 Euro. Der Löwenanteil der Kosten entfällt also nicht auf das Gerät, sondern auf Planung, Montage und Handwerkerleistungen. Selbst mit Förderung übersteigt das oft die finanziellen Möglichkeiten.
Doch auch Menschen mit schmalerem Budget können an eine Wärmepumpe kommen. Denn wer handwerklich begabt ist, kann das Gerät selbst einbauen und die Kosten damit etwa halbieren, ohne auf die Förderung verzichten zu müssen.
Das ist technisch weniger anspruchsvoll als viele denken. Eine Wärmepumpe anzuschließen ist nicht schwerer als das Montieren einer solarthermischen Anlage – und dass das funktioniert, hat das Phönix-Projekt des Bunds der Energieverbraucher bewiesen, als Tausende Selbstbauer Solarthermieanlagen installiert haben.
Das eigentliche Problem liegt woanders: Wer plant die Anlage? Wie beantragt man Förderung? Welche Bauteile sind nötig? Das überfordert selbst versierte Hobbyhandwerker oft.
Planung, Förderung, Lieferung – alles aus einer Hand
Hier setzt die 2023 gegründete Kieler Firma 1Klima an. Sie begleitet den Selbstbau von Anfang bis Ende. Das funktioniert so: Verbraucher melden sich bei 1Klima an, laden Pläne und Fotos ihres Hauses hoch und besprechen das Projekt mit einem Berater. Ein Besuch vor Ort ist nicht nötig. Auf dieser Basis wird die Anlage ausgelegt und ein Angebot erstellt. Es umfasst die Lieferung der Wärmepumpe (Buderus, Lambda, LG, Vaillant, Wolf oder Panasonic), alle Bauteile, Beratung und eine Gewährleistung. Der Aufpreis gegenüber den reinen Materialkosten liegt bei 10 bis 20 Prozent. Nimmt man dieses Angebot an, entwickelt 1Klima zusammen mit dem Verbraucher eine Detailplanung mit Hydraulikschema und Bauteileplan. Auch der hydraulische Abgleich erfolgt beim Verbraucher unter Internetanleitung von 1Klima. Die Firma ist ein zugelassener Fachbetrieb; zum Team gehört auch ein zertifizierter Energieberater. In dieser Eigenschaft kann 1Klima die zur Fördermittelbeantragung notwendige ID-Nummer vergeben. Auch die Materialkosten des Selbstbaus wie zum Beispiel neue Heizkörper sind förderfähig, wenn ein Energieberater sie bestätigt. Die Förderzusage erfolgt automatisch und unmittelbar. Nach einer Anzahlung werden Wärmepumpe und Zubehör geliefert. 2025 waren es bereits mehrere Hundert Anlagen.
Was der Selbstbauer selbst übernimmt – und was nicht
Der Einbau ist für handwerklich begabte Menschen gut machbar. Die verwendeten Monoblock-Wärmepumpen machen es einfach: Das Kältemittel zirkuliert ausschließlich im Monoblock, der Selbstbauer hat damit nichts zu tun. Außen- und Inneneinheit werden durch zwei Wasserleitungen verbunden und an die vorhandenen Heizkörper angeschlossen – oder der bisherige Heizkessel wird weiter betrieben. Den Elektroanschluss organisiert der Verbraucher eigenständig mit einem lokalen Elektriker. Das ist weniger aufwendig als oft gedacht: Verzichtet man auf einen Elektroheizstab, liegt die Anschlussleistung meist unter 4,2 Kilowatt – vergleichbar mit einem starken Heizlüfter. Gemäß Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes kann die Wärmepumpe in diesem Fall über eine einfache 230-Volt-Leitung direkt ans bestehende Hausnetz angeschlossen werden, ohne separaten Zähler und ohne Meldung an den Netzbetreiber. Ein neuer Zählerschrank ist dann meist nicht nötig.
Selbstbau in die Breite tragen – machen Sie mit!
Der Bund der Energieverbraucher unterstützt den Selbstbau von Wärmepumpen. Er hat durch seine mehr als 9000 Mitglieder große Breitenwirkung und hohe technische Kompetenz. Der Selbstbau könnte einen großen Klimaschutzbeitrag leisten und auch Menschen mit schmalerem Budget einen Zugang zu emissionsfreiem Heizen ermöglichen.
Beispielhafte Kostenrechnung:
| Wärmepumpe: | 4500 Euro |
| Materialkosten (inkl. Pufferspeicher, WW-Speicher): | 3000 Euro |
| Betreung durch 1Klima | 1700 Euro |
| Elektriker: | 2000 Euro |
| Sonstiges (Fundament, Entsorgung Altheizung): | 2000 Euro |
| Zwischensumme: | 13.200 Euro |
| abzgl. Förderung (55 %): | -7260 Euro |
| Gesamt: | 5940 Euro |
Der Bund der Energieverbraucher sucht Selbstbauer, die zusammen mit dem Verein und 1Klima den Selbstbau voranbringen wollen. Melden Sie sich unter info@energieverbraucher.de.