Brennwert schwächelt
(22. Juni 2011) Nur ein Drittel der Brennwertheizungen arbeite gut, so das Fazit der "Aktion Brennwertcheck" der Energieberatung der Verbraucherzentralen, in zwei Drittel bestünde z. T. erheblicher Optimierungsbedarf.
Die Energieberater haben im Februar und März bundesweit 1000 Brennwertgeräte unter die Lupe genommen. Etwa die Hälfte der Heizungsanlagen seien überdimensioniert, was höhere Grundkosten beim Gaslieferanten, höheren Geräteverschleiß und höhere Emissionen zur Folge habe.
Heizkurven seien nicht ordentlich angepasst, Nachtabsenkungen funktionierten nicht. Bei der Mehrzahl seien Leitungen und Armaturen ungenügend gedämmt, einigen Regelungen fehle ein Außentemperaturfühler. Hocheffizienzpumpen seien nur bei jeder sechsten Anlage im Betrieb.
Ein hydraulischer Abgleich, der Rohrnetze, Heizkörper und Pumpen aufeinander abstimmt, habe nur bei jedem fünften Heizungssystem stattgefunden. Besitzer von Brennwertanlagen sollten die Effizienz ihrer Heizungsanlage überprüfen und optimieren lassen, idealerweise noch in der Gewährleistungsfrist, so die Empfehlung.
In einem typischen Einfamilienhaus könnten mit wenig Aufwand Heizkosten von 150 Euro oder mehr pro Jahr eingespart werden. Nötig seien auch folgende Schritte: Das Thema Energieeinsparung müsse in der Handwerkeraus- und -fortbildung eine zentrale Stellung einnehmen, Handwerker müssten verpflichtet werden, das Heizungssystem nicht mit Werkseinstellungen zu betreiben, sondern ans jeweilige Gebäude anzupassen.
Die Geräteindustrie müsse die Heizungsregelungen so gestalten, dass sie leicht bedienbar seien. Der Bund müsse seine Förderprogramme für Energieeffizienz daran koppeln, dass die Einsparziele auch tatsächlich erreicht würden. Dass die Bundesförderung von Heizkesseln den Nachweis des hydraulischen Abgleichs verlange, sei ein erster wichtiger Schritt.
Grundsätzlich sei die Brennwerttechnik eine lohnenswerte Sache, wenn man auf fossile Brennstoffe nicht verzichten könne. Gegenüber herkömmlichen Heizkesseln spare sie bei richtiger Installation und Einstellung rund 10% Energie ein.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. hat ein einfaches Verfahren veröffentlicht, mit dem sich einfach überprüfen lässt, ob die Brennwertheizung wirklich funktioniert.