125 Martin Jensen. Foto: obs/Peter Jensen GmbH/Angerer, Krafft

Tipps zum Thema Heizen

Kleiner Aufwand, hohe Rendite

»Energiesparkommissar« Carsten Herbert verrät, wie Heizungen mit simplen Tricks effizienter laufen
Von Volker Kühn

(13. Juli 2026) Zwei Jahrzehnte lang hat Carsten Herbert als Energieberater Verbrauchern geholfen, ihre Gebäude auf Effizienz zu trimmen.  Vor sechs Jahren verlagerte er seine Tätigkeit vom Heizungskeller vor die Kamera: Als »Energiesparkommissar« erreicht er im Internet und auf Vorträgen ein großes Publikum. 

 ED 02/2026 Kleiner Aufwand, hohe Rendite (S.32/33) 

Sie beschreiben in Ihrem Buch 25 leicht umzusetzende Sanierungsschritte. Wenn Sie nur einen Tipp geben dürften – welcher wäre das? 

Carsten Herbert: Da würde ich als erstes etwas nehmen, was nichts kostet, aber dennoch enorm viel hilft: Die Optimierung der bestehenden Heizungsanlage. Die meisten Anlagen verfügen über eine intelligente Steuerungstechnik, die eigentlich genau weiß, wie viel Wärme ein Gebäude bei welcher Außentemperatur braucht. Das Problem ist: Die Anlagen werden fast nie individuell eingestellt, sondern laufen auf Werkseinstellung und produzieren mehr Wärme, als gebraucht wird. Die wird dann durch die Leitungen gejagt und muss am Heizkörper wieder heruntergeregelt werden. Dabei entstehen erhebliche Verluste. Genau darin liegt ein riesiges Einsparpotenzial.

ED 02/2026 Kleiner Aufwand, hohe Rendite (S.32/33)Carsten Herbert, Mitglied im Bund der Energieverbraucher und Autor der Energiedepesche, bringt mehr als 130.000 Abonnenten auf Youtube in launigen und fachkundigen Videos das Energiesparen nah. Er ist Autor mehrerer Sachbücher. »Einfach sanieren – 25 kostengünstige Maßnahmen für Ihr Haus« erscheint Ende September und kann auf Autorenwelt.de vorbestellt werden (24,90 Euro).

 

 

Warum wird es nicht genutzt?

Carsten Herbert: Weil viele schlicht keine Ahnung haben, dass ihre Heizung effizienter laufen könnte. Und die Heizungsbetriebe, die es besser wissen, scheuen die nötigen Optimierungen, weil sie ein Risiko darstellen: Wenn man eine Anlage auf Effizienz trimmt, besteht immer die Möglichkeit, dass man zu stark optimiert und es dann irgendwo nicht mehr warm genug wird. Dann gibt es Beschwerden. Außerdem lohnt es sich für Installateure mehr, bei einem Kunden eine neue Heizung einzubauen, als in derselben Zeit zehn andere Anlagen zu optimieren und den hydraulischen Abgleich vorzunehmen.

Was genau passiert bei einem hydraulischen Abgleich?

Carsten Herbert: Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper exakt die Wärmemenge bekommt, die er braucht. In vielen Häusern ist das nicht der Fall, weil die Anlagen falsch eingestellt sind. Die am weitesten von der Heizung entfernten Heizkörper erhalten zu wenig Wärme. Das Gute ist: Man kann den Abgleich auch selbst erledigen. Auf Energiesparkommissar.de erkläre ich in einem Video, wie das geht. Im Schnitt steigt die Effizienz eines Heizsystems durch den Abgleich um sechs Prozent. In Altbauten ist oft sogar mehr drin.

Was ist noch wichtig, wenn man die Heizung optimieren will?

Carsten Herbert: Was mir als Berater immer wieder aufgefallen ist, sind die blanken Rohre in vielen Heizungskellern. Direkt am Kessel oder am Warmwasserspeicher gibt es fast nie eine Dämmung. Dabei sind die ersten Meter kritisch, weil man dort die höchsten Temperaturen im ganzen Kreislauf hat. Wenn man diese drei, vier, fünf Meter ordentlich dämmt, ist die Rendite extrem hoch – ich komme auf rund 200 Prozent. Das bezahlt sich in einer halben Heizperiode.

Sie geben zu Ihren Tipps jeweils Renditen an. Wäre es nicht sinnvoller, die Zeit zu nennen, in der sich die Investition amortisiert? 

Carsten Herbert: Ich berechne die Rendite mit dem sogenannten internen Zinsfuß. Das ist die finanzmathematisch saubere Methode. Der Begriff Rendite ist vielen zudem aus ihrer Geldanlage vertraut. Und obendrein motiviert eine Angabe wie »200 Prozent Rendite« stärker, als wenn man sagt, dass es so und so viele Jahre dauert, bis man sein Geld wieder drin hat.

Stichwort Motivation: Was treibt Sie an? Geht es Ihnen um Klimaschutz? Verbraucher? Technologie?

Carsten Herbert: Klimaschutz spielt für mich seit den Achtzigern eine große Rolle. Ich habe damals »Die Grenzen des Wachstums« gelesen, die Umweltkatastrophen gesehen und später den Erdgipfel in Rio verfolgt. Energie ist zu meinem Lebensthema geworden. Ich konnte mein Bauingenieurstudium damit verbinden und habe 21 Jahre lang ein Ingenieurbüro geführt, in dem ich über 2000 Energieberatungen gemacht habe, für Verbraucher, Unternehmen und Gewerbe. Diese Erfahrungen gebe ich jetzt auf Vorträgen, in meinen Social-Media-Kanälen und meinen Büchern weiter.

Bis vor ein paar Jahren haben die Klimademos noch Hunderttausende auf die Straßen gebracht. Inzwischen scheint das Thema viele eher abzuschrecken.

Carsten Herbert: Das erlebe ich anders. Im konservativen Milieu kippt die Stimmung gerade in eine positive Richtung. Vor zwei, drei Jahren waren die Leute noch skeptisch: »Was erzählt der Langhaarige uns da?« Jetzt kommen sie, weil ihr Nachbar schon eine Wärmepumpe hat und damit Geld spart. Sie wollen definitiv nicht die letzten sein, die Bescheid wissen. Sie wollen informierte Entscheidungen treffen. Das treibt sie in meine Veranstaltungen.

Wie beurteilen Sie in dem Zusammenhang das Gebäudemodernisierungsgesetz?

Carsten Herbert: Ich kommentiere Gesetze ungern, weil sie in der Lebenswirklichkeit fast keine Rolle spielen. Die Leute interessieren sich für gute Ideen, nicht für Gesetze. Katherina Reiche versucht, die Erneuerbaren auszubremsen. Aber die Leute sind nicht blöd. Unter den Menschen da draußen erlebe ich viel Kritik an ihrem Kurs. Ich glaube nicht, dass Frau Reiche Ende des Jahres noch Ministerin ist.

Die fünf Quick Wins des Energiesparkommissars 

Brauchwasserpumpe – 5 Prozent Rendite Haushalte mit PV profitieren von jedem zusätzlichen elektrischen Verbraucher. Wer noch über eine zentrale Öl- oder Gasheizung heizt, kann den Warmwasserspeicher einfach gegen eine Wärmepumpe für Warmwasser tauschen.

Dämmung der Obergeschossdecke – 8 Prozent Rendite Viele der Decken zu unbeheizten Dachräumen sind noch immer ohne zusätzliche Dämmschicht. Diese Maßnahme ist mit 8 Prozent Rendite die wirtschaftlichste der großen Vier (Dach/Decke, Wand, Keller, Fenster). Bei Betondecken sind es sogar 36 Prozent.

Smarte Heizungsventile – 12 Prozent Rendite Einige elektronische Heizungsventile beherrschen neben der klugen Raumtemperaturregelung auch den hydraulischen Abgleich. Wenn dann beides zusammenkommt, liegt die Rendite einer solchen Maßnahme bei 26 Prozent.

Rohrleitungsdämmung – 200 Prozent Rendite In fast allen Heizungsräumen gibt es  ungedämmte Rohre direkt am Kessel und am Speicher, also dort, wo die Temperatur am höchsten ist. Die Rohre zu dämmen ist ein Kinderspiel, für das man eine Rendite von 200 Prozent einfährt.

Wassersparende Duschköpfe – 400 Prozent Rendite Clevere Duschköpfe verteilen das Wasser so, dass man nicht merkt, dass nur halb so viel herauskommt wie in einem Standardduschkopf. Heizkosteneinsparungen und geringere Kosten für Wasser und Warmwasser ergeben 400 Prozent Rendite.

Eisheizung sinnvoll?

(6. Oktober 2015)

Frage: Ich würde mich über einen Bericht der technischen Möglichkeiten, Sinnhaftigkeit und finanziellen Aspekten einer Eisheizung freuen. Sowohl für Bestandsgebäude als auch für Neubauten.

Im Fall meiner Eltern wurde bereits eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung und einem Kaminofen mit Wärmetauscher sowie einer Brennwerttherme eingebaut. Damit werden rund 10.000 Kilowattstunden jährlich an Gasverbrauch eingespart. Bevor wir uns jetzt an die Fassadenisolierung begeben, möchten wir alle Varianten zumindest theoretisch durchgespielt haben. Nachdem die Therme jetzt bereits das dritte Mal in drei Jahren hohe Reparaturkosten erzeugt hat, bin ich auf einer langfristigen Lösungssuche. 
Thomas Kemmerling, Mönchengladbach

Antwort: Eine thermische Solaranlage kann umso mehr Energie in einen Wasserspeicher abgeben, je kälter der Speicher ist. Weil beim Betrieb einer Wärmepumpe ohnehin ein Kühleffekt dort auftritt, wo die Wärme entnommen wird, kombiniert ein Eisspeicher eine Wärmepumpe mit einer thermischen Solaranlage. Nachteilig sind der hohe Installationsaufwand und der Stromverbrauch der Wärmepumpe. Dafür bietet ein Eisspeicher mit der Gebäudekühlung im Sommer einen Zusatznutzen. Der Eisspeicher ist also keine Wunderlösung, kann aber durchaus sinnvoll sein.

Details: Eisspeicherheizung – die clevere neue Art der Solarheizung?

Countdown für die Heizung

Wenn die Temperaturen sinken, naht die nächste Heizperiode. Worauf sollten Verbraucher beim ersten Start des Kessels achten?

Countdown für die Heizung

Wenn die Temperaturen sinken, naht die nächste Heizperiode. Worauf sollten Verbraucher beim ersten Start des Kessels achten? Und gibt es einen einfachen Weg, die Heizungsanlage hydraulisch abzugleichen? Darüber sprach die Energiedepesche mit Professor Wolfram Stephan von der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg.

(13. September 2010)

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Professor Dr.-Ing. Wolfram Stephan vertritt die Fachgebiete Heizungstechnik, Rohrleitungs- und Apparatetechnik, Anlagenplanung und Gebäude- und Anlagensimulation an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg.

Energiedepesche: Worauf sollen Verbraucher achten, wenn sie die Heizungsanlage wieder in Betrieb nehmen?

Wolfram Stephan: In aller Regel funktionieren Heizungsanlagen nach der Sommerpause wieder problemlos. Nutzen Sie jedoch die Chance, zu prüfen, ob Ihre Anlage optimal eingestellt ist: Prüfen Sie, ob genug Wasser in der Heizungsanlage ist. Das Druckmanometer sollte im „grünen Bereich", also mindestens etwa zwei bar, anzeigen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie Wasser nachfüllen. Tritt dieser Fall öfters auf, so sollten Sie das Ausdehnungsgefäß überprüfen oder es ist eine Leckagestelle im Heizungssystem oder im Wärmeerzeuger.

Nutzen Sie die Gelegenheit, wenn Sie an Ihrer Heizungsregelung die Betriebsart umstellen auch die Parameter der Heizungsregelung, wie Betriebszeiten und die Heizkurve neu einzustellen. Verringern Sie die Heizzeiten und die Vorlauftemperaturen.

Sollten Sie Defizite im Raumkomfort feststellen, können Sie jederzeit diese Parameter wieder anpassen. Wichtig ist auch die Raumtemperaturregelung. Ältere Ventile können festsitzen. Öffnen Sie die Ventile (zum Beispiel auf Stellung 4) und schließen Sie sie wieder (Stellung 2). Bei Raumtemperaturen über 20 Grad sollten die Ventile automatisch schließen und die Rücklauftemperatur stark absinken.

Energiedepesche: Wann sollte man sich von seiner alten Heizung verabschieden?

Wolfram Stephan: Nicht allein das Alter sollte ein Maßstab sein, ob man eine Heizungsanlage erneuern muss. Eine Heizungsanlage sollte mindestens 15 Jahre funktionssicher betrieben werden können. Ob eine Anlage demnächst einen Defekt aufweist, lässt sich schwer vorhersagen. Jedoch sind häufige Störungen ein erster Hinweis auf kommende Defekte. Oftmals sind es nicht die Kernkomponenten, wie Brenner, Wärmetauscher, Kompressoren, sondern elektronische Bauteile, Sensoren und Sicherheitseinrichtungen, die zuerst verschleißen. Beobachten Sie Ihren Energieverbrauch. Wenn dieser trotz gleichem Nutzerverhalten ansteigt, kann ein neuer Wärmeerzeuger sinnvoll sein.

Bei Heizkesseln hilft das Protokoll der Emissionsmessung des Schornsteinfegers: Die Abgasverluste sollten geringer als neun Prozent sein. Bei Wärmepumpenanlagen sollten Sie auf das Verhältnis von erzeugter Wärme zum verbrauchten Strom achten (siehe Jahresverwirrzahl).

Sollten Sie eine Heizungsanlage besitzen, die zu groß ist, kann eine Erneuerung ebenfalls lohnen. Ermitteln Sie die sogenannten „Volllaststunden": Dividieren Sie den Jahresenergieverbrauch (in kWh) durch die Nennleistung (in kW). Wenn die daraus resultierende Zahl kleiner als 1.500 Stunden pro Jahr ist, ist Ihr Heizkessel zu groß dimensioniert.

Genauso wichtig wie die Erzeugung ist Güte der Wärmeverteilung und der Einzelraumregelung. Wenn Sie trotz Einzelraumregelung zu warme und zu kalte Räume haben, werden Ihre Räume über- oder unterversorgt. Mangelnde Hydraulik, zu große oder zu kleine Heizflächen oder eine schlechte Regelung sind meist die Ursache.

Energiedepesche: Welche neuen Systeme gibt es am Markt, die sich als Heizsystem eignen?

Wolfram Stephan: Neben den klassischen Heizungssystemen (Öl- und Gasbrennwertkessel), den Pellets- und Hackschnitzelkesseln und den Wärmepumpen gibt es eine Vielzahl von neuen Systemen zur solaren Unterstützung. Insbesondere Wärmepumpenhersteller bieten neuartige Komplettsysteme aus Luft-Wärmepumpe, Speicher und Solaranlage an. Hier sind Hersteller wie ROTEX oder Sonnenkraft zu nennen. Die Nachteile der Luftwärmepumpe werden durch die Ankopplung der solarthermischen Anlage ausgeglichen. Hinsichtlich Kosten, Effizienz und Wirtschaftlichkeit könnten diese Systeme eine Alternative zur klassischen Erdreichwärmepumpe darstellen.

Wasserstand und Ventile prüfen, damit die Heizung optimal arbeitet

Einen weiteren Trend bei den Wärmepumpen sind Systeme zum Heizen und Kühlen, verbunden mit Flächenheizungen. Auf solare Wärmegewinne ausgerichtete Architektur vermindert zwar den Heizwärmebedarf, kann jedoch bei unzureichendem sommerlichen Wärmeschutz zu hohen sommerlichen Raumtemperaturen führen.

Des Weiteren kommen immer mehr Kleinst-Blockheizkraftwerke auf den Markt. Verbrennungs- und Stirlingmotoren mit einer elektrischen Leistung von etwa einem Kilowatt, gekoppelt mit Gas-Brennwertthermen, bieten einen sehr guten Wirkungsgrad und Energieausnutzung. Die Systeme sind derzeit noch in der Testphase, werden jedoch in naher Zukunft marktreif sein.

Wer Energie und Kosten sparen will, sollte nicht beim Wärmeerzeuger stehenbleiben, sondern das gesamte Heizungssystem betrachten, also auch die Erzeugung, Verteilung und Übergabe der Heizwärme. Elektronische Einzelraumregler erlauben Ihnen eine bedarfsgerechte Regelung. Räume werden nur dann beheizt, wenn Sie genutzt werden. Die Wärmeerzeuger werden nach dem Bedarf in den Räumen gesteuert und nicht nach den Außentemperaturen. Für Altbauten bieten zahlreiche Hersteller hier auch funkbasierte Systeme an (zum Beispiel techem adaptherm).

Energiedepesche: Wie wichtig ist der hydraulische Abgleich eines Heizsystems?

Wolfram Stephan:  Energetisch effiziente Systeme, wie Brennwert-Heizsysteme, Wärmepumpen und solarthermische Systeme mit Heizungsunterstützung, sind nur effektiv zu betreiben, wenn das Heizsystem hydraulisch abgeglichen ist. Was früher nur für Fernheizsysteme galt, nämlich eine maximale Spreizung bei geringstem Volumenstrom, gilt heute für alle modernen Heizsysteme. Raumkomfort, also weder Über- noch Unterversorgung von Räumen, und Energieeinsparung ist nur bei stimmiger Hydraulik möglich.

Energiedepesche: Gibt es eine vereinfachte Methode für den hydraulischen Abgleich, wenn man nicht das ganze System durchrechnen kann und will?

Wolfram Stephan: Ein hydraulischer Abgleich ist ohne Probleme durchführbar: Kontrollieren Sie am Heizkörper die Differenz zwischen der Vor- und Rücklauftemperatur Wenn die Differenz den Sollwert von zehn bis 15 Grad unterschreitet, sollten Sie die Drehzahl der Pumpe reduzieren und die Voreinstellungen an den Ventilen korrigieren.

Eine Hilfestellung dazu gibt auch das von der Bundestiftung Umwelt geförderte System OPTIMUS, entwickelt im TWW an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, Professor Dieter Wolff. Diese Verfahren helfen, die Verteilung des Heizungswassers im Warmwasserheizungsnetz zu verbessern.

Viele Fehler treten jedoch auch bei der Hydraulik in Wärmepumpen-, Solar- und BHKW-Anlagen auf. Falsch dimensionierte Pumpen, Rohrleitung und Ventile verhindern oftmals, dass die energetischen Einsparpotentiale ausgeschöpft werden. Hier ist jedoch der Fachplaner gefordert. Eine einfache Methode gibt es nicht.

Energiedepesche: Wie wichtig ist eine kontrollierte Wohnungslüftung?

Wolfram Stephan: Energiesparen erfordert dichte Gebäudehüllen. Raumlufthygiene und Energiesparen ist zukünftig fast nur noch mit Wohnungslüftungssystemen erreichbar. Es ist jedoch eine weitere Standardisierung, verbunden mit einer Kostensenkung der Systeme erforderlich.

Energiedepesche: Welche Systeme für eine kontrollierte Lüftung kennen und empfehlen Sie?

Wolfram Stephan: Es gibt eine Vielzahl von Herstellern von Lüftungsgeräten mit hoher Effizienz. Neben einem hohen Wärmebereitstellungsgrad der Wärmetauscher sind der Wirkungsgrad der Motoren und ein geringer Druckverlust im Kanalnetz von Bedeutung. Zentrale Systeme sind im Neubau einfach in das Gebäude zu integrieren.

Ein Luft-Erdreichwärmetauscher zur Vorwärmung im Winter und Kühlung im Sommer ist sehr effektiv und sollte, sofern möglich, immer berücksichtigt werden, ein sogenannter Luftbrunnen.

Für bestehende Gebäude gibt es eine Vielzahl von dezentralen Systemen, die im Sanierungsfall eingesetzt werden können. Hygiene- und Schimmelprobleme bekommt man durch einfache Abluftsysteme mit feuchtegeregelten Öffnungen im Fensterbereich in den Griff.

Vergleichskriterien für Wohnungslüftungssysteme sind

  • der Wirkungsgrad der Zu- und Abluftwärmetauscher,
  • die spez. Leistungsaufnahme der Ventilatoren (SFP Klasse 2 < 1200 W/m2/s),
  • die Art der Filter,
  • die Austauschbarkeit der Filter und
  • die Schallemissionen der Geräte (< 35 dBA).

Vielen Dank für das Gespräch!

letzte Änderung: 13.07.2026