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Brandgefahr
Batteriespeicher zwangsabgeschaltet

Brandgefahr: Batteriespeicher zwangsabgeschaltet

Von Louis-F. Stahl

(28. Juni 2022) Am 9. März 2022 staunten die Besitzer eines Stromspeichers des Herstellers Senec nicht schlecht: Auf dem Display der Stromspeicher stand „Fernabschaltung: System ausgeschaltet“. Der Hersteller hatte die Speicher vom Typ V2.1 und V3 über das Internet kurzerhand ausgeknipst. Im Verlauf desselben Tages informierte Senec die Besitzer der Speicheranlagen über die Hintergründe per Newsletter: „Es gab in den vergangenen Tagen drei Meldungen von Verpuffungen in Häusern, bei denen ein Sachschaden, aber kein Personenschaden entstand. […] Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Speicher Ursache für die Verpuffung waren.“

Tatsächlich berichtete die Feuerwehr Bodnegg bereits am 4. März 2022 über eine am 3. März erfolgte Explosion in einem Mehrfamilienhaus und machte in ihrem Einsatzbericht einen „im Keller verbauten Batteriespeicher“ als Ursache aus. Bilder des Einsatzes zeigen einen Senec-Batteriespeicher, der sich nach den ersten Löscharbeiten erneut selbst entzündet haben soll und nur durch ein Untertauchen in einem mit Wasser gefüllten Behälter gesichert werden konnte.

1495 Brennender Stromspeicher / Foto: Feuerwehr Bodnegg / facebook.com

Die unangekündigte Fernabschaltung führte zu hunderten, teilweise erbosten, Kommentaren von Senec-Speicherbesitzern in den Sozialen Medien. Nachdem zahlreiche Speicherbesitzer Schadenersatzansprüche geltend machen wollten, unterbreitete das Unternehmen den von der Fernabschaltung betroffenen Speicherbesitzern für die Ausfallzeit per E-Mail das „Kulanzangebot“ einer pauschalen Entschädigung in Höhe von 25 Euro pro Woche. Der Anspruch kann über ein Formular auf der Webseite von Senec angemeldet werden. Senec informierte die Besitzer betroffener Speicher in den vergangenen Wochen mehrfach darüber, dass die Untersuchungen andauern.

Grundsätzlich empfiehlt der Bund der Energieverbraucher bei der Auswahl von Speichersystemen zum Einbau in Gebäuden auf eine „eigensichere“ Zellchemie zu achten. Anstelle von, für ein thermisches Durchgehen anfälligen, NMC- und NCA-Zellen, wie sie in den Senec-Speichern verbaut wurden, sollten besser Systeme mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP, LiFePO4) gewählt werden.