Batterien
Was man lädt, das pflegt man
Mit diesen Tipps sorgen Sie dafür, dass Akkus möglichst lange halten.
Von Peter Ringel
(2. Februar 2026) Rasenmäher, Heckenschere, Bohrmaschine, Staubsauger – in immer mehr Geräten stecken Lithium-Ionen-Akkus. Auch E-Bikes treiben die Zahl der Batteriepacks in die Höhe. Das Umweltbundesamt und die Stiftung Warentest geben Tipps, wie die Kraftpakete möglichst lange halten. Das spart Geld und schont die Umwelt.
Was hilft, damit Lithium-Ionen-Akkus nicht vorzeitig altern?
Die Grundregeln sind: den Ladestand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent halten, Akkus auch bei längerer Pause gelegentlich nachladen und sie vor Hitze und Kälte schützen.
Warum nicht einfach vollladen?
Ist ein Akku über einen längeren Zeitraum komplett aufgeladen, geht das zulasten der Lebensdauer. Wer nicht volllädt, muss ein Gerät zwar öfter ans Netz hängen, doch das schont die Zellen messbar. Den Memory-Effekt, der von alten Batterien bekannt ist, gibt es bei Lithium-Ionen-Akkus nicht. Teilladen schadet also nicht, sondern schont. Auch vor der ersten Nutzung ist ein komplettes Laden bei diesem Akkutyp nicht nötig.
Sorgt die Elektronik nicht automatisch für schonendes Laden?
Nicht unbedingt. Manche neuere Systeme stoppen das Laden, wenn der Akku voll ist und starten zum Beispiel erst wieder bei 95 Prozent, wenn das Gerät dauerhaft in der Station steckt und sich entlädt. Andere Systeme verhindern eine volle Ladung oder zeigen 100 Prozent an, bevor sie tatsächlich erreicht sind. Transparent wird das nicht immer. Einige Smartphones erkennen die Nutzungsweise und laden nachts nur langsam. Bei anderen Handys lässt sich in den Systemeinstellungen festlegen, dass nur bis 80 Prozent geladen wird.
Welche Temperaturen vertragen Lithium-Ionen-Akkus?
Auch ungenutzte Akkus altern – bei Frost und Temperaturen über 45 Grad geschieht das besonders schnell. Laden oder Lagern bei Minusgraden kann Zellen schädigen. Ebenso sind hohe Temperaturen problematisch. Geräte also nicht im heißen Auto lassen. Beim Smartphone gilt: Schnellladen und induktives Laden erzeugen mehr Wärme – per Kabel bleibt es kühler. Langsames Laden ist grundsätzlich akkuschonender.
Was tue ich mit ungenutzten Akkus?
In der kalten Jahreszeit Akkus von Pedelec, Rasenmäher oder Säge nicht im feuchten oder ungeheizten Schuppen, sondern trocken bei 10 bis 20 Grad Celsius lagern. Beim Lagern entladen sich Akkus langsam; wichtig ist, eine Tiefentladung zu verhindern. Daher regelmäßig auf etwa 50 Prozent bringen oder nach Herstellerangabe nachladen – aber nicht voll.
Wie sinnvoll sind Systemakkus?
Bei Elektrowerkzeugen setzen immer mehr Hersteller auf Akkus, die in viele Geräte passen. Das spart Geld und schont die Umwelt, weil insgesamt weniger Akkus benötigt werden. Und in Summe geht weniger Kapazität durchs Altern verloren: Wer statt zehn selten eingesetzten Akkus zwei intensiv nutzt, hat die gleichen Verluste durch die Nutzungszyklen. Doch bei zehn Akkus summieren sich die Alterungseffekte. Manche stellen deshalb ihren gesamten Gerätepark um und schaffen netzbetriebene Modelle ab. Das erhöht zwar den Ressourcenverbrauch, bietet aber die Chance, hochwertige Gebrauchtgeräte günstig zu bekommen.
Wie nutze ich Akkus umweltfreundlich?
Indem ich die Lebensdauer maximiere – und vor dem Kauf von Staubsauger oder Stabmixer überlege, ob es wirklich ein Akkugerät sein muss. Netzbetriebene Geräte benötigen in der Herstellung meist weniger Rohstoffe. Und die Gewinnung von Lithium ist energieintensiv. Häufig wird ein Gerät allein wegen der abnehmenden Akkuleistung ausgemustert. Also beim Kauf darauf achten, dass die Kraftpakete austauschbar sind. Ausgediente und kaputte Akkus bei Sammelstellen oder Händlern abgeben. Wegen der Brandgefahr durch Kurzschlüsse sind offen liegende Kontakte bei Lithium-Ionen-Akkus abzukleben.
Meilenstein beim Batterie-Recycling
(21. November 2013) Seit vier Jahren betreibt das Umweltbundesamt (UBA) das Batteriegesetz-Melderegister, mit dem sicher gestellt werden soll, dass die Hersteller von Batterien ihre abfallwirtschaftliche Produktverantwortungerfüllen. Inzwischen hat der 5000ste Hersteller seine Marktteilnahme im Register erklärt. Zwar wird die gesetzliche Sammelquote für Gerätebatterien erreicht, aber nur weniger als die Hälfte aller Gerätebatterien werden am Ende in die getrennte Sammlung gegeben. Hintergrund: In Deutschland sind die Hersteller für die Rücknahme sowie das Recycling verbrauchter Batterien und Akkus verantwortlich. Deshalb muss jeder Hersteller seine Marktteilnahme im Melderegister für Batteriehersteller anzeigen und mitteilen, wie er seiner Entsorgungsverantwortung nachkommt.
In Deutschland wurden 2010 über 1,5 Mrd Gerätebatterien verkauft. Sie enthielten insgesamt über 8000 t Eisen, etwa 5000 t Zink, 2000 t Nickel, 200 t Cadmium, 6 t Silber und rund 4 t Quecksilber. Nur wenn Batterien getrennt gesammelt werden, lassen sich diese und weitere Leicht- und Schwermetalle wiedergewinnen. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber nicht in die Umwelt gelangen. Derzeit gelangen etwas weniger als die Hälfte aller gehandelten Batterien im Recycling. Im privaten Bereich empfiehlt das UBA, wenn möglich auf Batterien zu verzichten, da die Energiebilanz von Batterien verhältnismäßig schlecht ausfällt: Batterien verbrauchen bei ihrer Herstellung zwischen 40- und 500-mal mehr Energie, als sie bei der Nutzung liefern.
Ähnlich sieht es mit den Kosten aus: So ist Strom aus Batterien mindestens 300-mal teurer als aus dem Netz. Diese ineffiziente Art der Energieversorgung wird durch die Verwendung von Akkus anstelle von nicht wieder aufladbaren Batterien in den meisten Fällen gemildert. Wenn man Batterien durch Akkus ersetzt, kann man etwa ein 0,5 kg CO2 pro Servicestunde der Batterie sparen.
Beim Schütteln Strom
(13. Dezember 2010) Licht im Handumdrehen: Schon länger gibt es Taschenlampen, die durch Schütteln aufgeladen werden. 30 Sekunden Schütteln reichen für bis zu acht Minuten Licht. Kostenpunkt: ab fünf Euro.
Künftig sollen sich auch Batterien durch Schütteln aufladen lassen: Vier bis acht ruckartige Bewegungen pro Sekunde erzeugen über einen Doppelschicht-Kondensator in einem Induktionsgenerator zehn bis 180 Milliwatt. Entwickler sind die Firma Brother sowie der Hersteller Mintpass.
Gedacht ist diese Form der Akkus für Geräte, die nur gelegentlich benutzt werden oder einen sehr geringen Energieverbrauch haben. Denkbar wäre ein Einsatz zum Beispiel in Fernbedienungen.
Erste Akku-Fabrik von M+W
(6. Juli 2010) Die Stuttgarter M+W Group GmbH, die bis 2009 unter M+W Zander firmierte, schloss den ersten Auftrag zum Bau einer Lithium-Ionen-Batteriefabrik ab. Das Werk im finnischen Varkaus hat der Batteriehersteller European Batteries Oy in Betrieb genommen, die Serienfertigung hat begonnen.
Das Werk produziert auf rund 10.000 m2 Lithium-Ionen-Batteriezellen und -systeme mit einer Jahreskapazität von 100 MWh. Dadurch können etwa 3000 vollelektrische Autos mit Akkus ausgestattet werden. Eine Verdreifachung der Produktion ist bereits eingeplant.
Die M+W Group hat ein Konzept für Planung und Bau solcher Fabriken entwickelt, in dem alle Produktionsprozesse modular unter einem Dach gebündelt werden.
In den Rein- und Trockenräumen werden bei einer extrem niedrigen Luftfeuchte Elektroden und Separatoren zusammengefügt sowie die einzelnen Zellen mit Elektrolyt gefüllt. M+W verwendet Hochleistungs-Adsorptionsentfeuchter, Luftschleusen sowie dampfundurchlässige Wand- und Deckensysteme.
Teure Freiheit vom Netz
(04. April 2010) Der Strom aus der Steckdose kostet je Kilowattstunde rund 22 Cent. Aus der Batterie bezogen kostet jede Kilowattstunde 60 Euro, also knapp das Dreihundertfache. Die Freiheit vom Stromnetz hat also einen hohen Preis.
Der kann aber auch sehr unterschiedlich sein. 500 Stunden Radiohören kosten 2,30 Euro oder 32,50 Euro, je nach gewählter Batterie. Das ergab ein Test von AA-Batterien der Stiftung Warentest (test 1/2010). Fürs Radiohören sind teure Batterien die reine Geldverschwendung. Anders sieht es beim Fotografieren aus, denn für diesen Sektor bedeuten höhere Preise unter Umständen höheren Nutzen. Doch auch bei Foto-Batterien gibt es deutliche Preisunterschiede: So steckt in der Duracell Plus für 1,63 Euro je Stück nur unwesentlich mehr Strom als in der deutlich günstigeren Duracell Basic für 0,88 Euro. Bei REWE bekommt man gleich starke Batterien schon für 0,25 Euro.

Insgesamt haben die Tester drei Lithium- und 23 Alkaline-Batterien unter die Lupe genommen. Von Zink-Kohle-Batterien raten sie wegen des schlechten Preis-Leistungsverhältnis ab. Testsieger war die Energizer Ultimate Lithium (2,41 Euro). Ansonsten gilt, dass auch die preiswerten Batterien für gut 20 Cent je Stück beim Discounter gute Dienste leisten. Allerdings sollte man beim Kauf auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Es sollte mindestens vier Jahre in der Zukunft liegen.
Lediglich Fotografen sollten gegebenenfalls auf Lithium-Batterien zurückgreifen. Das kostet zwar je Kamerabild doppelt so viel wie mit Billig-Batterien. Dafür liefern die leistungsstarken Lithiumbatterien die fünffache Leistung einer Alkaline-Batterie und gewährleisten den Betrieb auch bei kalter Witterung, wenn Alkaline-Batterien versagen. Wegen ihrer geringen Selbstentladung sind sie zudem relativ lange haltbar.
