News zur Brennstoff-Armut

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Prepaidzähler reloaded

Von Leonora Holling

(20. November 2020) Als Lösung gegen eine Sperrung des Stromanschlusses wegen Zahlungsrückständen werden seit einigen Jahren durch viele regionale Energieversorger sogenannte Prepaid-Zähler angeboten. Damit der Strom fließt, müssen Verbraucher mit einem solchen Zähler zunächst Guthaben aufladen. Je nach Zählermodell und örtlichem Versorger kann eine Aufladung durch Überweisung oder Bareinzahlung im Kundenzentrum des Unternehmens erfolgen. Ist Guthaben vorhanden, schaltet der Prepaid-Zähler den Strom frei. Ist das Guthaben erschöpft, geht der Strom automatisch aus.

Die Energiedepesche berichtete in „Prepaidzähler für Strom: Licht- und Schattenseiten“ bereits ausführlich über die Vor- und Nachteile von Prepaid-Zählern. Die Stadtwerke Düren haben mit ihrem Tochterunternehmen Energierevolte inzwischen ein überregionales Prepaid-Angebot aufgebaut. Ob das Angebot verfügbar ist, hängt davon ab, ob Energierevolte mit dem örtlichen Netzbetreiber bereits einen Vertrag geschlossen hat. Dies ist inzwischen in den meisten Teilen Nordrhein-Westfalens sowie den drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg der Fall. Am Sitz vom Bund der Energieverbraucher in Unkel ist das Angebot hingegen beispielsweise derzeit nicht verfügbar. Kunden, die in bisher nicht unterstützten Regionen wohnen, können sich benachrichtigen lassen, sobald das Angebot lokal verfügbar ist.

2416  Prepaidzähler / Foto: Stephen Davies / stock.adobe.com

Das Prepaid-Angebot von Energierevolte kann insbesondere für energiearme Verbraucher von Interesse sein, deren lokaler Grundversorger selbst noch keine Prepaid-Zähler anbietet. Der Versorger wirbt ausdrücklich auch um Kunden, deren Anschluss derzeit gesperrt ist. Bislang hat der Prepaid-Versorger nach eigenen Angaben mehr als 600 Kunden die Möglichkeit des Prepaid-Strombezuges ermöglicht. Zentraler Bestandteil des Angebotes ist eine App, die eine genaue Übersicht über den Stromverbrauch und das Restguthaben sowie eine Aufladung in Kleinstbeträgen ermöglicht. Ziel sei dabei, so der Versorger, dass die angebotenen Prepaid-Tarife preislich unter den örtlichen Grundversorgungstarifen rangieren.

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Unzulässige Stromsperren

Grundversorger muss liefern weiter lesen

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Stromsperren beleuchtet

(16. September 2016) Licht in das Dunkel der über 300.000 jährlichen Stromsperren bringt eine neue Studie im Auftrag der Landesregierung NRW. Die Studie diskutiert im Detail, welche Prozesse bei einer Sperre ablaufen (siehe Grafik), wie die Rechtslage ist und wie zum Beispiel mit Prepaid-Zählern oder Smart-Metern mit zusätzlicher Fernabschaltvorrichtung Sperren vermieden werden könnten.

2416 Prozesskette bis zur Sperrung der Grundversorgung mit Strom

Das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Leben schließt auch das Recht auf Stromversorgung ein. Unter welchen Umständen eine Sperre dennoch zulässig ist, untersucht die Studie im Detail. Stromsperren müssen verhältnismäßig sein.

Ein besonderer Schutz vor Stromsperren ist für „verletzliche Verbraucher“ vorgeschrieben.

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Energiearmut auf EU-Ebene

Studie stellt zusammen, welche Aktionen und Programme in den einzelnen Mitgliedsstaaten ergriffen wurden. weiter lesen

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NRW bekämpft Energiearmut

Landesprojekt informiert und berät betroffene Verbraucher weiter lesen

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Pressemitteilung vom Bund der Energieverbraucher e.V.

Gas- und Stromsperren im Winter verbieten

(8. Dezember 2014) Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert die Politik auf, Gas- und Stromsperren in der Winterzeit auszusetzen. "Es ist für einen Sozialstaat in Europa unakzeptabel, dass im Jahr 2013 45.890 Haushalten das Gas und 344.798 Haushalten der Strom abgestellt wurde. Wenigstens im Winter zwischen 1. November und 15. März sollten diese Sperren vom Gesetzgeber untersagt werden" fordert Dr. Aribert Peters, der Vorsitzende des Bund der Energieverbraucher e.V. "Energiesperren im Winter sind eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Betroffenen und daher mit dem Sozialstaatsprinzip unvereinbar".

Im Frankreich wurde am 27. Februar 2014 ein Gesetz in Kraft gesetzt, das Energiesperren im Winter untersagt. In England gibt es bei kalter Witterung Unterstützungszahlungen für finanziell schwache Haushalte. In Deutschland hat die Bundestagsfraktion der Linken beantragt, Stromsperren gesetzlich zu verbieten (Bundestagsdrucksache 18/3408). "Es stände den übrigen Parteien auch gut zu Gesicht, das Thema nicht länger zu ignorieren", meint der Bund der Energieverbraucher e.V. 

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Immer mehr Sperrungen

Nach Daten der Bundesnetzagentur weiter lesen

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Wachsendes Problem Energiearmut

4,5 Millionen Betroffene weiter lesen

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Enercity

Der Härtefonds wirkt weiter lesen

Segment-ID: 14844
Studie über Energiearmut in Österreich

Wo bleibt die Studie für Deutschland? weiter lesen

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Archiv

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aus 2011 & 2012  bis 2010

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