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Corona-Krise
Emissionsflaute und Erneuerbaren-Rekorde

Corona-Krise: Emissionsflaute und Erneuerbaren-Rekorde

Von Louis-F. Stahl

(5. August 2020) Die weltweite Corona-Pandemie bremste die Wirtschaft über Monate stark aus. In den von der Pandemie besonders heftig betroffenen Regionen kletterten aufgrund der stillstehenden Industrie, dem Wegfall von Abgasen aus Fahrzeug-Verbrennungsmotoren und der Triebwerke von Flugzeugen die Luftqualitätswerte auf ein Rekordniveau. Besonders deutlich zeigte sich die Reduzierung der Stickstoffdioxid-Konzentration in Satellitenbildern von China und Norditalien. Aber auch über Deutschland war der Effekt gut zu beobachten, wie Aufnahmen des Sentinel-5P-Satelliten der European Space Agency zeigen.

1094 Stickstoffdioxid-Konzentration in der Atmosphäre / Satellitenbilder: ESA

Nach Berechnungen des Think-Tanks Agora Energiewende dürften die ausgebliebenen Emissionen ausreichen, dass Deutschland im Jahr 2020 ganz unerwartet die gesetzten Klimaschutzziele doch noch einhalten könnte. „Dies ist aber per se keine gute Nachricht für den Klimaschutz“, meint Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, „denn zum einen werden die Emissionen nach der Krise wieder hochschnellen, zum anderen dürfte es nun zu Zurückhaltung bei klimaschutzrelevanten Investitionen kommen. Wachstums- und Konjunkturpakete, die jetzt geschnürt werden, sollten daher nicht nur die Folgen der Corona-Rezession bekämpfen, sondern sie müssen auch helfen, Deutschland langfristig besser aufzustellen“, konstatiert Graichen.

Aufgrund der gesunkenen Nachfrage nach Strom sank der Preis an der Strombörse in den Monaten April und Mai auf nur 1,71 und 1,76 Cent/kWh (EEX-Baseload). Gleichzeitig stieg aufgrund guten Wetters die Erzeugung der Erneuerbaren. Im ersten Halbjahr 2020 stellten die Erneuerbaren im Durchschnitt gut 55 Prozent der gesamten Stromerzeugung.

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