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Neue Kraftwerke oder neue Lampen?

Ein neues Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 1.000 MW kostetmindestens 1 Milliarde Euro. Dafür kann man mindestens 500Millionen Energiesparlampen kaufen und damit60-Watt-Glühlampen ersetzen.

Neue Kraftwerke oder neue Lampen?

(15. Dezember 2003) - Ein neues Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 1.000 MW kostet mindestens 1 Milliarde Euro. Dafür kann man mindestens 500 Millionen Energiesparlampen kaufen und damit 60-Watt-Glühlampen ersetzen. Es gibt mit anderen Worten keine Notwendigkeit für den Neubau des Kraftwerks. Aber die Sparlampen für zwei Euro das Stück wären eine gute Investition für die Verbraucher, so dass die Regierung dafür keinen einzigen Cent auszugeben bräuchte. Alles was man braucht ist eine Informationskampagne und Anreize für besser gestaltete Energiesparleuchten (aus: ACID NEWS N. 4 Dezember 2003, S. 4).

Kartellamt leitet Verfahren um Wärmestrom ein

Das Bundeskartellamt hat wegen unangemessener Bedingungen beimNetzzugang für Dritte gegen zwei RWE- und einEnBW-Tochterunternehmen Missbrauchsverfahren eingeleitet.

Kartellamt leitet Verfahren um Wärmestrom ein

(21. November 2003) - Das Bundeskartellamt hat wegen unangemessener Bedingungen beim Netzzugang für Dritte gegen zwei RWE- und ein EnBW-Tochterunternehmen Missbrauchsverfahren eingeleitet. Betroffen sind die RWE-Regionaltöchter RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH und die RWE Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz GmbH sowie die EnBW Regional AG. Auslöser für das den Wärmestrom betreffende Verfahren war eine Beschwerde des Stromhändlers BMR-Service GmbH.

Kartellamtspräsident Ulf Böge stellte fest, dass auch fünf Jahre nach der Strommarktliberalisierung Verbraucher, die ihren Heizbedarf mit Nachtspeicherheizungen decken, faktisch keine Möglichkeit hätten den Anbieter zu wechseln. Die Netznutzungsbedingungen und Lastprofile, nach denen konkurrierende Anbieter Wärmestrom einspeisen könnten, seien unpraktikabel und diskriminierten neue Anbieter. Die Behörde forderte die Netzbetreiber auf, einfachere Verfahren zu entwickeln.

2004 erhöhen viele Anbieter die Strompreise

Zum Jahreswechsel werden die Stromtarife von einigen Unternehmen umbis zu 15 % erhöht.

2004 erhöhen viele Anbieter die Strompreise

(20. November 2003) - Zum Jahreswechsel werden die Stromtarife von einigen Unternehmen um bis zu 15 % erhöht. So haben die Energiekonzerne RWE und E.ON in mehreren Versorgungsgebieten Strompreiserhöhungen zum neuen Jahr beantragt. Für RWE betrifft dies die Versorgungsgebiete in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, während bei E.ON zunächst nur E.ON Bayern als einer von sieben Regionalversorgern des Konzerns eine Erhöhung beantragt hat. Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass andere E.ON-Regionalversorger nachziehen. Angaben zur Höhe der angestrebten Tariferhöhung wurden nicht gemacht.

Die GGEW wird Anfang des Jahres die Strompreise genauso erhöhen wie die Überlandwerke Groß Gerau, die um 1 Cent pro kWh teuer werden. Öko-Strom wird ebenfalls teurer: Die Hamburger Lichtblick, mit bundesweit 110 000 Kunden die Nummer eins am deutschen Ökostrommarkt, erhöht die Tarife zum 1. Januar je nach Verbrauch um 6 % bis 7 %. Auch die EWS Schönau aus der Nähe von Freiburg, der bundesweit günstigste Ökostromanbieter, erhöht zu Jahresbeginn Grundgebühr und kWh-Preis. Von der Bewag, der HEW und der EnBW verlauteten keine Pläne für Preiserhöhungen zum Jahreswechsel.

Nach Einschätzung von Dieter Schmitt vom Energiewirtschaftlichen Lehrstuhl der Uni Essen sind verteuerte Rohstoffe nur ein Grund für die anziehenden Strompreise. Die Preise würden so lange steigen, bis es sich für die Unternehmen wieder lohne, Kraftwerke zu bauen. Durch die Liberalisierung vor fünf Jahren seien die Marktpreise so stark eingebrochen, dass nach Abzug der Kosten nichts übrig geblieben sei, um neue Kraftwerke zu finanzieren. Noch heute lägen die Preise 15 % unter dem betriebswirtschaftlich notwendigen Niveau, sagte Schmitt.

Bei Lichtblick wurde die Erhöhung des Strompreises durch die höheren Einkaufspreise, die seit April um mehr als 35 % gestiegen seien, begründet. Wenn die Regulierungsbehörde ihre Arbeit aufnehme und E.ON, EnBW oder Vattenfall bei den Durchleitungsgebühren auf die Finger sehe, könnten die Netznutzungsgebühren um bis zu 30 % sinken, was sich positiv auf den Strompreis auswirken würde. Das Unternehmen habe in dieser Angelegenheit zurzeit 30 Klagen gegen Netzbetreiber laufen.

LichtBlick erhöht Strompreise

Der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick erhöht zumJahresbeginn 2004 seine Strompreise von 15,95 auf 16,70 Cent prokWh.

LichtBlick erhöht Strompreise

(15. November 2003) - Der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick erhöht zum Jahresbeginn 2004 seine Strompreise von 15,95 auf 16,70 Cent pro kWh. Die Grundgebühr steigt von 5,90 auf 6,90 Euro. Als Begründung nennt LichtBlick die in den letzten Monaten um mehr als 1,2 Cent je kWh gestiegenen Großhandelspreise. Obwohl der Ökostrom nicht an der Strombörse beschafft werde, sei er an die dortigen Marktpreise gebunden, erklärte das Unternehmen. Das gelte für alle Betreiber umweltschonend produzierender Kraftwerke.

Angesichts der Entwicklung an der EEX wirft LichtBlick den großen Stromkonzernen vor, die Preise bewusst nach oben zu treiben. Immer wieder ziehe einer die Preise an und alle anderen zögen nach. Die Aufgabenteilung zwischen RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW, die über 85 % der Erzeugungskapazität in Deutschland kontrollierten, funktioniere offenbar. Nur so kämen die noch nie da gewesenen Preissteigerungen von über 30 % innerhalb eines halben Jahres zu Stande.

Günstige Strompreise schaffen Arbeitsplätze

115.000 neue Stellen könnten langfristig durch angemessene Strompreise entstehen.

Günstige Strompreise schaffen Arbeitsplätze

115.000 neue Stellen könnten langfristig durch angemessene Strompreise entstehen.

(14. Juni 2003) - Derzeit sind die Strompreise in Deutschland um mindestens zehn Milliarden Euro zu hoch. Denn für die Netznutzung zahlen die Stromverbraucher 18 bis 20 Milliarden Euro. In die Stromnetze werden aber laut Dachverband der Stromwirtschaft nur jährlich zwei Milliarden Euro investiert.

Bei angemessenen Strompreisen könnten die Verbraucher mindestens zehn Milliarden Euro mehr für andere Güter ausgeben, ohne dass die Versorgungssicherheit sinken würde. Durch diese zusätzlichen Ausgaben würden neue Arbeitsplätze entstehen.

Das Bremer Energie Institut hat abgeschätzt, dass durch zusätzliche jährliche Konsumausaben von 69.421 Euro ein Arbeitsplatz neu entsteht. Zehn Milliarden Euro ließen also rund 140.000 Arbeitsplätze zusätzlich entstehen. Wenn die Stromwirtschaft aus dem Stromverkauf zehn Milliarden Euro weniger einnimmt, dann werden dort jedoch auch Arbeitsplätze verloren gehen.

Allerdings erwirtschaftet in der Stromwirtschaft jeder Beschäftigte 410.000 Euro, denn der Branchenumsatz von 54 Milliarden Euro wurde 2002 laut VDEW mit 130.000 Beschäftigten erbracht. Eine Umsatzeinbuße von zehn Milliarden Euro setzt dort also 25.000 Beschäftigte frei. Per Saldo entstehen durch angemessene Strompreise 115.000 neue Dauerarbeitsplätze, wobei die Arbeitsplatzverluste der Stromwirtschaft bereits abgezogen wurden.

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letzte Änderung: 26.07.2018