Archiv

"Mütter" & "Väter" der umweltverträglichen Beschaffung tagten in Bonn Der bfub informierte über den aktuellen Stand

"Mütter" und "Väter" der umweltverträglichen Beschaffung tagten in Bonn

Der Bundesverband für Umweltberatung (bfub) e.V. lud am 17.3.2004 über 50 BeschafferInnen aus den Bundesbehörden, kommunalen Einrichtungen sowie der privaten Wirtschaft nach Bonn ein, um sie über den aktuellen Stand der umweltverträglichen Beschaffung in Deutschland zu informieren. Mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMU) als Gastgeber und des Umweltbundesamtes (UBA) ließ sich dieser Workshop in den Räumen des BMU realisieren.

(21. März 2004) - Herr Dr. Müller vom BMU begrüßte die Anwesenden, die sich vielfach schon seit Jahren in diesem Feld als "Mütter" und "Väter" der umweltverträglichen Beschaffung engagieren. Das dicht gesteckte Tagungsprogramm eröffnete Frau Inse Ewen vom bfub e.V. mit der Vorstellung der derzeit noch von BMU und UBA geförderten Internet-Plattform zur umweltverträglichen Beschaffung www.beschaffung-info.de .

Frau Voigt, Justiziarin im UBA, gab danach einen rechtlichen Überblick zur Möglichkeit der Verankerung von Umweltaspekten in Ausschreibungen bei der öffentlichen Vergabe. Hierbei wurde deutlich, dass Zeiten des Ausschlusses von Umweltaspekten der Vergangenheit angehören.

Durch Verabschiedung einer Beschaffungsrichtlinie der Europäischen Kommission, die explizit die Vergabe unter Berücksichtigung der Umweltkriterien einschließt und der Hinweis der Experten, dass nicht das billigste sondern das wirtschaftlichste Angebot zuschlagfähig ist, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur umweltverträglichen Beschaffung.

Potenziale müssen genutzt werden

Die dabei entstehenden Potenziale auch an Einsparungsmöglichkeiten von Ressourcen wurden in den nachfolgenden Vorträgen deutlich. Ein Forschungsvorhaben zur Beschaffung von IT-Geräten, vorgestellt von Frau Kreowski vom UBA, die Umsetzung der umweltverträglichen Beschaffung bei der Vergabe der Stadt Bonn, vorgetragen durch Herrn Helbig und Herrn Petzchen, sowie weitere Praxisbeispiele von Ausschreibungen des BMU, Herrn Altus, zum Kantinenpachtvertrag mit ökologischer Bewirtschaftung und zur Anschaffung von Kopiergeräten verdeutlichte praxisnah die Möglichkeit der Umsetzung von umweltverträglicher Beschaffung.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Vortag von Herrn Dr. Worm des BMU über die Vergabe des Ministeriums zum Bezug von Ökostrom. Neben dem positiven Aspekt der Förderung der regenerativen Energien bei der Stromerzeugung profitiert das BMU mit der Verwendung von Ökostrom durch immense CO2 Einsparungen und kommt der Realisierung der gesteckten Ziele der CO2 Reduktion nah.

Die Veranstaltung hat nachdrücklich gezeigt, welcher - auch politischen - Bedeutung das Thema "umweltverträgliche Beschaffung" zukommen muss, nimmt man die Agenda21, das Kyoto Protokoll und die Johannisburgvereinbarungen zur ökologischen Beschaffung ernst.

Bundesverband für Umwelberatung weiterhin der umweltverträglichen Beschaffung verpflichtet

Hier ist das weitere Engagement der öffentlichen Hand, respektive des BMU und UBA gefordert, die Entwicklung in diesem Bereich weiter zu fördern. Der Bundesverband für Umweltberatung e.V. ist seit annähernd 15 Jahren in dieser Thematik aktiv und als Kompetenzträger führend und fühlt sich dieser Aufgabe verpflichtet.

Mit dem Angebot der Informationsplattform zur umweltverträglichen Beschaffung und einem Email-Infodienst im Internet sowie etlichen Veröffentlichungen zum Thema bietet der bfub eine vielfältige Informationsmöglichkeit. Für Interessenten sei hier schon auf eine Folgeveranstaltung des Workshops in Berlin im Herbst hingewiesen, für die schon jetzt Anmeldungen entgegengenommen werden.

Nähere Informationen sind beim Bundesverband für Umweltberatung e.V., Bornstraße 12/13, 28195 Bremen, 0421/34 34 00, Fax: 0421/34 787 14, Email: bfubev@t-online.de ; Ansprechpartnerin: Inse Ewen.

letzte Änderung: 27.04.2017