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Emissionshandel

Informationen zu den Emissionen einzelner Einrichtungen und Anlagen innerhalb der EU.

Konstruktionsfehler im Zertifikatehandel?

(13. Dezember 2011) Deutsche Unternehmen, vor allem aus der Stahl-, Zement- und Chemiebranche, machten mit dem europäischen Emissionshandel ein Millionengeschäft und missbrauchten ihn als profitable Einnahmequelle statt ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Berlin. Die Umweltorganisation bezieht sich auf eine Studie der britischen Umweltorganisation "Sandbag Climate Campaign". Deren Studie "Der Klimagoldesel" (www.klimagoldesel.de) ist unter www.bund.net einsehbar.

Der Grund für den Missbrauch seien Millionen an kostenlosen und überschüssigen Zertifikaten, mit denen die Bundesregierung ab 2008 die Unternehmen in der zweiten Handelsperiode ausgestattet habe, so der BUND. Damit hätten die zehn größten Profiteure des Emissionshandels in Deutschland bisher insgesamt rund 60 Mio überschüssige Zertifikate im Wert von geschätzten 800 Mio Euro angehäuft.

Zu den Firmen gehörten ThyssenKrupp und die Salzgitter-AG, der Zementhersteller Lhoist und der Chemiekonzern BASF. Durch die Überausstattung mit Zertifikaten fehle ihnen jeglicher zusätzlicher Anreiz, Emissionen zu mindern. Der Emissionshandel in seiner jetzigen Form sei eine Gelddruckmaschine für die energieintensive Industrie, damit müsse Schluss sein, so der BUND. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass künftig deutlich weniger Zertifikate verteilt werden.

ThyssenKrupp besitze überschüssige Zertifikate im Wert von 250 Mio Euro. Weil die Firma von Beginn des Emissionshandels in 2005 an bis heute immer mehr Zertifikate besessen habe, als sie CO2 emittiert habe, habe der Emissionshandel dem Unternehmen keinen einzigen Cent gekostet, sondern nur Gewinne beschert. Die Behauptungen der Stahlindustrie, der Emissionshandel gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland, sei weit überzogen, so der BUND. Das CO2-Minderungsziel der EU müsse von 20% auf mindestens 30% bis 2020 angehoben werden.

Luftverkehr im Emissionshandel

(26. März 2011) Als ersten Schritt zur Einbeziehung der europäischen Fluggesellschaften in den Emissionshandel legte die EU-Kommission fest, wieviel CO2 die Branche ab 2012 maximal ausstoßen darf. Der Mittelwert aller Flüge, die zwischen 2004 und 2006 von europäischen Flughäfen aus gestartet sind oder dort ankamen, also jener Flüge, die nun unters Emissionshandelssystem fallen, lag bei 219 Mio t CO2 pro Jahr.

2012 bekommen die Unternehmen nun Zertifikate über knapp 213 Mio t, ab 2013 bis 2020 über 208,5 Mio t. Unklar ist noch, wie viele davon kostenlos verteilt oder versteigert werden. Rund 4000 Luftfahrtunternehmen werden ab 2012 in den Emissionshandel einbezogen.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) beschwerte sich, dass Fluglinien, die Europa umfliegen, weiter ausgenommen sind. Die Lufthansa rechnet mit Zusatzkosten von bis zu 350 Mio Euro pro Jahr und will diese an die Passagiere weitergeben.

Emissionshandel

Schmutzige Geschäfte mit Zertifikaten weiter lesen

Ist Stromsparen wirklich sinnlos?

Wer auf erneuerbare Energien setzt oder sich bemüht, Strom zu sparen, hilft angeblich nicht, die CO2-Emissionen zu verringern. Das zumindest behaupten Kritiker. Richtig oder falsch? Die Energie-Depesche ist dieser Frage nachgegangen.
Von Aribert Peters

(04. September 2009) Je mehr Photovoltaikanlagen und Windräder in Deutschland Ökostrom produzieren und je weniger Strom die Verbraucher benötigen, desto weniger Strom müssen Kohlekraftwerke herstellen. Das reduziert die Emissionen, sagt uns der gesunde Menschenverstand.

Stimmt nicht, sagen Professoren und sogar die Monopolkommission in einem Sondergutachten von 2009. Denn die Menge der gesamten CO2-Emissionen ist durch den Emissionshandel gedeckelt. Brauchen Kohlekraftwerke weniger Emissionszertifikate, so ermöglichen diese Zertifikate höhere CO2-Emissionen an anderer Stelle zum Beispiel in einem Zementwerk.

EEG beschleunigt Erneuerbare

Was zunächst schlüssig klingt, stimmt nicht. Die EU und Deutschland setzen bei der CO2-Einsparung auf einen Instrumentenmix. So erfolgen die Einsparungen teilweise über den Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie Stromsparen. Der Emissionshandel stellt ein weiteres, ergänzendes Instrument dar.

Bei der Festlegung der Menge der CO2-Zertifikate für den Emissionshandel wurde die Menge Klimagas berücksichtigt, die bereits über den parallelen Ausbau der Erneuerbaren Energien und Stromeinsparungen eingespart wird.

Ohne das EEG würde der Ausbau der Erneuerbaren hierzulande nicht voranschreiten. Dieser Teil der CO2-Einsparungen würde in der Bilanz fehlen, also die Klimarechnung der Bundesrepublik verschlechtern. Und wenn der Stromverbrauch in Deutschland insgesamt höher wäre, dann lägen auch die CO2-Emissionen insgesamt höher, denn nach wie vor decken Erneuerbare nur einen Teil des Strombedarfs.

Während der ersten Handelsperiode, in der Einsparungen erfolgen oder vermehrt Erneuerbare zum Einsatz kommen, entspannt sich die Lage auf dem Zertifikatmarkt tatsächlich. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass an anderer Stelle höhere CO2-Emissionen stehen. Denn die Erneuerbare-Energien-Anlagen helfen dabei, den aktuellen Strombedarf zu decken. Für andernorts fiktiv zusätzlich produzierten Kohlestrom fehlt der Bedarf.

Jede Emissionsminderung zählt

Wenn Kritiker auf  diese Handelsperiode abzielen, übersehen sie überdies, dass das Wachstum der Erneuerbaren neue Spielräume für CO2-Minderungen eröffnet. Die Ziele in den künftigen Handelsperioden können also deutlich schärfer werden.

Kostenvorteil für grünen Strom

Die Emissionszertifikate verschaffen darüber hinaus den Erneuerbaren einen Kostenvorteil, weil sie Kohlestrom zusätzlich finanziell belasten, nicht aber umweltfreundlich erzeugte Energie.

Bleibt die Frage: Lassen sich die beiden Klimaschutz-Instrumente vereinen? Theoretisch schon. Dazu müsste aber die Zahl der CO2-Rechte variabel angepasst werden. Im Klartext: Sobald ein neues Windrad ans Netz geht, müsste der Staat Zertifikate vom Markt nehmen. Damit ließe sich auch ein kurzfristiger Klimaeffekt erzielen. Genau das wollte das Umweltministerium unter Jürgen Trittin (Grüne) vor einigen Jahren. Durchgesetzt hat sich aber Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) mit der nun geltenden, industriefreundlichen Regelung. Dabei unterstützten ihn die großen Stromkonzerne, die möglichst viele CO2-Zertifikate für sich reklamiert hatten.

38_Windkraft

5 MW Windkraftanlage Beatrix vor Schottland. Zwei Wartungstechniker im Bild machen die Größenordnung deutlich.

Und warum hat sich bis heute nichts daran geändert? Ein Grund sind technische Probleme, erklären Experten. Die Menge der CO2-Zertifikate während einer laufenden Handelsperiode zu korrigieren, sei schwierig. Ein SPD-Insider gibt aber noch eine andere Erklärung: handfeste wirtschaftliche Interessen. Würde der Staat den Konzernen ihre einmal zugeteilten Zertifikate wieder wegnehmen, hätte dies einen Aufschrei zur Folge. "Was glauben Sie, was die Unternehmen uns da sagen würden?", fragt der Sozialdemokrat. Gewisse Konflikte könne man einfach nicht durchstehen.

Verbraucher müssen zahlen

Mit der bisherigen Lösung leben fast alle Beteiligten gut: die Regenerativbranche, finanziert aus dem EEG, die Kohlekraftwerksbetreiber, die ohne Investitionen ihre Emissionsvorgaben erreichen und mit dem Zertifikatehandel Gewinne machen, und der Staat, der am Fortkommen beider Branchen interessiert ist und zugleich einen Strukturwandel hin zum Ökostrom vorantreibt und sich als Klimaschützer feiern lässt. Grund zur Unzufriedenheit haben eigentlich nur die Verbraucher, die per Rechnung auch die CO2-Zertifikate und die EEG-Umlage bezahlen.

Emissionshandel zu teuer

Bezogen auf die eingesparte CO2-Menge ist der Emissionshandel wesentlich teurer und wirkungsloser als die Förderung der Erneuerbaren durch das EEG. Deshalb sollten Verbraucher die Abschaffung des Emissionshandels fordern. Der Solarenergie-Förderverein sammelt dazu Unterschriften im Internet: www.sfv.de

15 Milliarden zusätzlich an den Staat zahlen?

Wenn RWE & Co. künftig für jedes CO2-Zertifikat bezahlen müssen, wälzen die Energie- konzerne die Kosten letztlich auf den Verbraucher ab weiter lesen

Deutscher Emissionshandel vierzigfach überteuert

(2. Jan. 2007) Zwei prominente Energiewissenschaftler haben eine vernichtende Kritik des deutschen Emissionshandelssystems veröffentlicht. weiter lesen

Briten verkaufen Verschmutzungsrechte

(4. Juli 2006) Anders als die Deutschen wollen Großbritannien, Frankreich und Dänemark Kohlendioxid-Zertifikate nicht verschenken. weiter lesen

CO2-Handel umstritten

(11. März 2005) - Zum Beginn des Handels mit Emissionszertifikaten an der Leipziger Strombörse EEX stritten Unternehmen und Politiker um die Wirksamkeit dieses Instruments. weiter lesen

Emissionshandel an der EEX gestartet

(9. März 2005) - Am Mittwoch hat die European Energy Exchange AG (EEX) in Leipzig die europaweit erste börsliche Spotauktion für EU-Emissionsrechte gestartet. weiter lesen

Ulm belohnt

(4. Februar 2005) - Während die großen Energieversorgungsunternehmen überlegen, ob sie die Ergebnisse der Zuteilung von Emissionszertifikaten im Rahmen des zu Jahresanfang gestarteten bundesweiten Emissionshandels anfechten, sind andere zu weiter lesen

NAP mit Auflagen

(7. Juli 2004) - Die EU-Kommission hat acht nationale Zuteilungspläne für CO2-Emissionszertifikate (NAP) genehmigt. Fünf Pläne (Dänemark, Irland, Niederlande, Slowenien und Schweden) wurden ohne weitere Auflagen angenommen. weiter lesen

NAP geändert

(28. Mai 2004) - In fünf Punkten haben SPD und Grüne den Regierungsentwurf zum Gesetz über den Nationalen Allokationsplan (NAP) ergänzt. weiter lesen

Deutschlands Regeln für den Nationalen Allokationsplan

(1. April 2004) Erste Zusammenfassung und Bewertung des WWF der zentralen Ergebnisse. weiter lesen

Emissionshandel: Ja oder Nein?

Der Handel mit Emissionsrechten ist höchst umstritten. In der Diskussion ist ein aktueller Richtlinienvorschlag der EU-Kommission. Hier einige Informationen und Hintergründe zum Thema. weiter lesen

Der Emissionshandel

Der Emissionshandel und der Streit um den Emissionshandel - Verbesserung der Richtlinien - Auch für Haushalte? - Zweischneidig für Haushalte. weiter lesen

CO2-Preis täglich

(4. November 2004) - Seit gestern veröffentlicht die Leipziger European Energy Exchange AG (EEX) an jedem Handelstag einen Referenzpreis für den europaweiten Handel mit CO2-Zertifikaten gegen 16 Uhr über www.eex.de. weiter lesen



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