Pressemitteilung vom Bund der Energieverbraucher e.V.
Gaspreissenkungen unzureichend
(15. April 2009) Ein Gutachten für die Bundestagsfraktion der Grünen hat die verspäteten Preissenkungen der Erdgasversorger belegt.
Die Ergebnisse im einzelnen:
- nur etwa die Hälfte der gesunkenen Einkaufspreise reichen die Gasversorger an ihre Kunden weiter. Die Preise für Gas müssten für das 1. und 2. Quartal zusammengerechnet eigentlich um rund 25 % gesenkt werden. Die Preissenkungen haben in der Realität aber nur 12-14% betragen.
- auf das Jahr 2009 gerechnet, drohen die Verbraucher aufgrund des mangelnden Wettbewerbs rund 2 Mrd € zu viel zu zahlen.
- Mit mehr Wettbewerb könnte ein durchschnittlicher Haushalt rund 150 € im Jahr sparen.
- Zum Winter müssten die Gaspreise durchschnittlich um weitere rund 25 % nachgeben. Daran müssen sich die Versorger messen lassen.
Hintergrund:
Die Gaspreise kannten für die Verbraucher in den letzten Jahren nur eine Richtung: nach oben. Die Versorger haben dies mit der Kopplung des Gas- an den Ölpreis begründet – wenn der Ölpreis steigt, wird auch mit einer zeitlichen Verzögerung das Gas teurer. Nun erlebt der Ölpreis seit dem Sommer einen Sturzflug. Seit dem Höchststand von 150 $ hat er sich im Laufe der letzten Monate zwischen 40 und 50 $ das Barrel eingependelt. Entsprechend müssten jetzt auch die Gaspreise fallen. In dieser Studie wird untersucht, ob die gesunkenen Einkaufspreise der Gasversorger in vollem Umfang an die Verbraucher weiter gegeben werden – oder ob hier verzögert oder nur teilweise die Preise gesenkt werden.
Auf einem Markt mit funktionierendem Wettbewerb wäre die Fragestellung der Studie obsolet, weil die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage erfolgt . Da es aber immer noch große Hindernisse für neue Unternehmen auf dem Gasmarkt gibt, muss aus Gründen des Verbraucherschutzes geprüft werden, ob und wo ungerechtfertigte Mehrerlöse erzielt werden.