Klimawandel

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Über Klimawandel reden

Es ist schwer, angemessen über die Klimakrise zu reden. Je eindringlicher man die Katastrophe schildert, umso weniger überzeugt man. Wichtig ist eine gute Geschichte, in der die Zukunft durch gemeinsames Handeln formbar ist. Die Bezwingung des Klimawandels ist das Projekt, das uns als Menschheit eint und uns zur Überwindung unserer Schwächen befähigt.
Von Aribert Peters

(1. Juni 2021) Seit vielen Jahrzehnten sind sich Wissenschaftler, Politiker, Kirchen und Unternehmen bis hin zu den Ölkonzernen weltweit einig: Der Klimawandel ist die größte Bedrohung der Gegenwart, einem Atomkrieg vergleichbar. Dennoch scheint nichts zu passieren. Der amerikanische Schriftsteller und Umweltaktivist George Marshall hat eine gemeinsam verabredete Ignoranz oder Sprachlosigkeit entdeckt, über den Zusammenhang zwischen den Folgen des Klimawandels – dazu zählen extreme Trockenheit, Fluten, Stürme, Waldbrände und der Meeresspiegelanstieg – und den Klimawandel selbst zu reden. Er bezeichnet das als gemeinsam verabredeten blinden Fleck oder Verleugnung.

2712 Klimawandel / Foto: Extinction Rebellion Glasgow

Gemeinsames Verbrechen?

Der Klimawandel ist kein Verbrechen, obwohl er die Zukunftschancen von Milliarden Menschen für immer zerstört. Denn es steckt keine Absicht dahinter. Wenn ich mit dem Flugzeug Emissionen verursache, habe ich keine böse Absicht. Es ist dennoch ein perfektes Verbrechen, wie der Mord im Orient Express, weil es alle gemeinsam begehen und jeder schuldig ist. Der Klimawandel ist nicht der Elefant im Raum, den wir nicht sehen. Es ist der Elefant in unserem Inneren, den wir nicht wahrhaben wollen. Wir verstummen, statt über den Klimawandel zu reden, weil wir uns mitschuldig fühlen.

It’s already too late, and it’s never too late. - Charles Eisenstein, Philosoph

Geschichten ohne Realitätsbezug

Unser Gehirn erfindet Geschichten, mit denen wir unser klimaschädigendes Verhalten vor uns selbst rechtfertigen. Wir sind damit erfinderisch. Und solche wild erfundenen Geschichten unterliegen im Gehirn keiner Realitätskontrolle. Denn sie finden im emotionalen Teil des Gehirns statt. Dort wird das Verhalten gesteuert und dort geht es um Geschichten. Diese Geschichten werden zwischen sich nahestehenden Menschen geteilt. Sie klaffen weit auseinander in verschiedenen Milieus. Das ist eine Erkenntnis der Verhaltenspsychologie, nachzulesen beim Nobelpreisträger Daniel Kahnemann. In einem anderen, dem analytischen Teil des Gehirns weiß unser Verstand vom Klimawandel. Aber dieses Wissen beeinflusst kaum den emotionalen Teil des Gehirns.
Video: Per Espen Stoknes „How to transform apocalypse fatigue into action on global warming“

Reden über Klimawandel

Wenn man nun über den Klimawandel auf der sachlichen Ebene redet, dann schlägt der emotionale Hirnteil Alarm. Je überzeugender das Argument, umso stärker der Widerstand! Und noch dazu sind die Botschaften der Wissenschaft oft so beängstigend, dass sogar die Wissenschaftler selbst sich scheuen, darüber offen und ehrlich zu reden. Das ist der Grund für den Erfolg der Klimaleugner.
bdev.de/klimafakten

Eine neue Geschichte erzählen

Die Lösung besteht darin, eine andere, bessere Geschichte zu erzählen, die vom Emotionshirn akzeptiert wird und besser passt als die alte Geschichte. Diese neue Geschichte sollte die Spannung auflösen zwischen dem, was wir wissen, und dem was wir tun. Indem sie erstens den Klimawandel wahrnimmt als Realität, statt ihn zu verleugnen. Und zweitens konkrete Handlungsmöglichkeiten anbietet, um einen Beitrag zur Lösung des Klimaproblems zu liefern. In dieser Geschichte bin ich selbst der Held, der Superman, der mit Erfolg gegen den Klimawandel kämpft. Und nicht mehr der Bösewicht. Und das ist eine Traumrolle, in der sich jeder wohlfühlt: Der James Bond der Klimarettung!

Die emotionale Kraft

George Marshall schreibt: „Wir haben keinen stärkeren Instinkt, als unsere gemeinsamen Interessen als Spezies und die unserer Nachfahren zu verteidigen. Der Klimawandel bedroht uns existenziell in jeder Hinsicht und berührt unsere tiefsten Instinkte für den Schutz unserer Art, unserer Nachkommen und unserer Gemeinschaft. Wir haben praktisch unbeschränkte Fähigkeiten, Vorstellungen zu akzeptieren, die sonst unakzeptabel sind, sobald sie eine gemeinsame Überzeugung sind. Verstärkt durch soziale Normen werden sie zu ‚heiligen Werten‘.

Es gibt keinen einfachen Weg, um aus Informationen Überzeugungen zu formen. Dieselben Mechanismen, die den Klimawandel entfernt, unsicher oder hoffnungslos erscheinen lassen, können wir nutzen, um den Kampf dagegen zu einem sozial geprüften und legitimierten Handeln zu machen. Aktionen gegen den Klimawandel werden belohnt durch das Gefühl, zu einem gemeinsamen großen Projekt beizutragen. Die Bezwingung des Klimawandels ist das Projekt, das uns als Menschheit vereint und das uns befähigt, unsere historisch gewachsenen Unterschiedlichkeiten zu überwinden.“

Eine Anleitung zum Gespräch

Wie sollte man unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse idealerweise über den Klimawandel mit Klimaskeptikern reden? Die Alliance for Climate Education gibt dazu Hilfestellung in einem vierminütigen Video.

Folgende wichtige Empfehlungen lassen sich aus dem englischsprachigen Video mitnehmen: Zuerst überlegt man, was man inhaltlich zum Thema sagen und an Argumenten vorbringen möchte. Und dann sagt man genau das nicht. Das große Geheimnis ist: Zuerst zuhören! Denn das Ziel ist nicht, jemanden von der eigenen Sichtweise zu überzeugen.

Fragen Sie nach den Gedanken und Perspektiven Ihres Gegenübers. Denn es geht um das Gegenüber. Wenn der andere redet, dann sollte man nur zuhören. Man sollte der Versuchung widerstehen, direkt zu antworten. Besonders schwierig ist es, wenn man mit etwas nicht übereinstimmt, was der andere sagt. Gerade dann ist es wichtig, zunächst genau zuzuhören.

Wiederholen Sie, was der andere gesagt hat. Das zeigt, dass Ihnen die Meinung des anderen wichtig ist. Damit gewinnt man das Vertrauen des anderen. Dann sollte man fragen, ob man die eigene Sichtweise mitteilen kann. Ist die Antwort ein „Ja“, dann sind Sie an der Reihe. Widerstehen Sie der Versuchung, den anderen überzeugen zu wollen. Denn das würde sofort eine Gegenreaktion und eine Blockade verursachen. Sondern berichten Sie über ihre persönlichen Überzeugungen. Auch wenn Sie kein Klimaexperte sind, sind Sie ein Experte, was Sie selbst betrifft. Reden Sie über sich, wann und wie sie mit dem Thema konfrontiert wurden, wie sie darauf reagiert haben.

Dann ist der andere wieder dran. Hören Sie zu, was er dazu zu sagen hat! Eine Unterhaltung ist ein Austausch von Ideen in beide Richtungen. Ein positiver Gesprächsabschluss ist besonders wichtig. Versuchen Sie es einmal, es könnte das Wichtigste sein, was Sie jemals gemacht haben.

Vertiefung

Eine umfangreiche Sammlung und Einordnung, wie Wissen und Erfahrungen in Sachen Klimakommunikation zu ordnen sind, hat das Internetportal klimafakten.de in einem eBook zusammengetragen. Das „Handbuch Klimakommunikation“ ist kostenfrei im Internet abrufbar.

Fragen, die zum Nachdenken über die eigenen Überzeugungen und Handlungen anregen können:
  • Halten Sie den weiteren Anstieg der Erdtemperatur für wahrscheinlich oder gar sicher?
  • Glauben Sie, dass die Menschen durch ihre Emissionen dafür wesentliche Verantwortung tragen?
  • Tragen Sie mit Ihrem eigenen Verhalten zum Klimawandel bei?
  • Wissen Sie, welche Länder am meisten CO2 emittieren?
  • Wissen Sie, welche Länder am stärksten unter dem Klimawandel leiden, gegenwärtig und in Zukunft?
  • In welchem Jahr sollten Aktionen gegen den Klimawandel beginnen und mit welcher Intensität?
  • Sind alle Mitverursacher des Klimawandels auch für seine Folgen mitverantwortlich, also beispielsweise die dauerhafte Unbewohnbarkeit der Erde oder das Verhungern oder den Hitzetod von Milliarden von Menschen?
  • Wenn Zentralafrika, Südamerika und Südostasien einen starken Temperaturanstieg erleiden und für Menschen unbewohnbar werden, wären Sie dafür, diese Menschen bei uns aufzunehmen?
  • Wissen Sie, wie viele Menschen davon betroffen sein können?
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Grundrecht auf Klimaschutz

Gibt es ein Grundrecht auf Klimaschutz, auf die Erhaltung unserer Erde, auf eine Lebensgrundlage für kommende Generationen? Ist der Gesetzgeber verpflichtet, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen? Auf diese Fragen hat das Bundesverfassungsgericht am 29. April 2021 mit einer Grundsatzentscheidung zum Klimaschutz überraschend eindeutige Antworten gegeben.
Von Louis-F. Stahl

(10. Mai 2021) Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 24. März 2021 entschieden, dass das am 12. Dezember 2019 in Kraft getretene Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) keine hinreichenden Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaschutzziele aus dem Paris-Abkommen enthält, zu denen sich Deutschland verpflichtet hat. Darüber hinaus erfülle der Staat mit den Inhalten des Gesetzes nicht seine Pflicht, den Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit seiner Bevölkerung zu gewährleisten. Die Richter in Karlsruhe erklärten § 3 Abs. 1 Satz 2 und § 4 Abs. 1 Satz 3 KSG sowie Anlage 2 zum KSG, daher die nationalen Klimaschutzziele sowie die zulässigen Jahresemissionsmengen, für unvereinbar mit den sich aus Artikel 2 und Artikel 20a des Grundgesetzes ergebenden Grundrechten. Die Entscheidung wurde am 29. April 2021 öffentlich bekannt gegeben (Az. 1 BvR 2656/18, 1 BvR 78/20, 1 BvR 96/20, 1 BvR 288/20).

271 Bundesverfassungsgericht / Foto: Mehr Demokratie (CC BY-SA 2.0)

So, oder so ähnlich, hätte die Verkündung in Karlsruhe am 29. April 2021 ausgesehen – wenn nicht die Coronapandemie derartige Zusammenkünfte unmöglich machen würde. Daher sehen Sie an dieser Stelle ein Symbolbild.

Die Eindeutigkeit, mit der das Gericht die Verfassungswidrigkeit des Gesetzes an sich aber auch die Untätigkeit des Gesetzgebers insgesamt feststellte, hat selbst die Beschwerdeführer überrascht, die dem Gericht die Verfassungsbeschwerde angetragen hatten. Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber mit seinem Beschluss verpflichtet, bis Ende 2022 grundgesetzkonforme gesetzliche Regelungen zum Klimaschutz und konkreten Emissionsreduktionszielen zu schaffen.

Grundgesetz, Artikel 20a

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Ebenfalls überraschend sind die Reaktionen von den für das ungenügende Klimaschutzgesetz verantwortlichen Politikern, die jetzt so tun, als hätten sie mit dem Gesetz, das sie selbst auf den Weg gebracht und beschlossen haben, nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts zu tun. Regierungssprecher Steffen Seibert (CDU) lobte das vernichtende Urteil des Bundesverfassungsgerichtes über das Handeln seines Dienstherren als „wegweisend“, Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) stellte klar, dass beim „Klimaschutz schnell mehr passieren muss“ und postulierte: „Bremser und Blockierer haben nichts mehr zu sagen“. Der sich vermutlich durch diese Äußerung angezählt fühlende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommentierte, er „glaube, dass niemand Verständnis hat, wenn wir uns gegenseitig die Verantwortung zuschieben.“ Woraufhin Regierungssprecher Seibert ankündigte, dass die Bundesregierung alles daransetzen werde, dem Bundestag noch vor der Bundestagswahl ein neues Klimaschutzgesetz vorzulegen.

Das Bundesverfassungsgericht folgt mit seiner Entscheidung der Rechtsprechung anderer Nationalgerichte. Im Jahr 2015 hatte beispielsweise in den Niederlanden ein nationales Gericht in Den Haag der Stiftung „Urgenda“ Recht gegeben. Die Niederlande müssen ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 25 Prozent statt nur um 17 Prozent verringern, urteilte das Gericht. Die niederländische Regierung ging dagegen in Revision. Im Dezember 2019 bestätigte das oberste Gericht der Niederlande das ursprüngliche Urteil und gab damit der Klimaklage statt. In Frankreich verurteilte das oberste Verwaltungsgericht „Conseil d‘État“ im November 2020 die französische Regierung nachzuweisen, dass sie sämtliche notwendigen Klimaschutzmaßnahmen ergreift, die zur Einhaltung des Klimaschutzübereinkommens von Paris notwendig sind.

Historische Betrachtung des Bundes-Klimaschutzgesetzes

Spitzenpolitiker von CDU/CSU und SPD sowie auch die Vertreter der Bundesregierung lobten das vernichtende Urteil des Bundesverfassungsgerichtes über das Bundes-Klimaschutzgesetz und ihre bisherige Klimaschutzpolitik. Schenkt man diesen Äußerungen Glauben, müsste man annehmen, die Klimaschutzpolitik der letzten Jahre und das Bundes-Klimaschutzgesetz seien vom Himmel gefallen oder gar von der Opposition heimlich im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Die Geschichte ist natürlich – aller spontanen Amnesie zum Trotz – ganz anders. Ein kurzer Rückblick:

Der zwischen CDU/CSU und SPD nach der Bundestagswahl von 2017 geschlossene Koalitionsvertrag verpflichtete die Regierungskoalition zur Schaffung eines Klimaschutzgesetzes bis zum Ablauf des Jahres 2019. Jedes Ressort sollte mit Hilfe einer Expertenkommission Vorschläge zu sinnvollen Klimaschutzmaßnahmen erarbeiten, die im Klimaschutzgesetz verankert und sodann durch das jeweilige Ressort umgesetzt werden sollten. In Summe sollten mit dem Gesetz die notwendigen Maßnahmen in nationalem Recht umgesetzt werden, die notwendig sind, damit Deutschland seine im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen eingegangenen Verpflichtungen erfüllt.

Als Erstes verwarf Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die bereits sehr zurückhaltenden Empfehlungen seiner Expertenkommission für CO2-Einsparungen als „gegen jeden Menschenverstand“ und legte seinen Expertenrat auf Eis. Die Expertenkommission für den Gebäudebereich von Minister Horst Seehofer (CSU) wurde durch diesen erst gar nicht zu einer Sitzung einberufen, sodass Seehofer weder Kritik an seiner Politik noch den Vorschlag von konkreten Zielen oder zu ergreifenden Maßnahmen erdulden musste.

Obwohl die CDU/CSU-geführten Ministerien größtenteils nicht an dem Gesetz mitarbeiteten, legte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am 18. Februar 2019 einen vorsichtigen Gesetzentwurf vor, der bereits hinter den allermeisten Erwartungen zurückblieb. Dennoch blockierten die unionsgeführten Ministerien die weitere Bearbeitung des Gesetzentwurfes im Bundeskabinett. Am 27. Mai 2019 leitete das Umweltministerium aufgrund der dreimonatigen Untätigkeit von Bundeskanzleramt und Bundeskabinett selbst die Ressortabstimmung zwischen den Ministerien ein, um das Gesetz endlich auf den Weg zu bringen. Das von Helge Braun (CDU) geführte Bundeskanzleramt untersagte daraufhin öffentlich die „Versendung [des Entwurfs] an Länder und Verbände“. Erst im Oktober 2019 wurde das inzwischen an allen Ecken und Enden entschärfte Klimaschutzgesetz schlussendlich im Bundeskabinett verabschiedet. Nach dem Beschluss des Gesetzes durch den Bundestag blockierten die unionsgeführten Länder nochmals ein Begleitgesetz zu steuerrechtlichen Aspekten des Klimaschutzgesetzes im Bundesrat und setzten mit Hilfe eines Vermittlungsausschusses eine Erhöhung der Pendlerpauschale sowie die Streichung von Sonderregeln für neue Windkraftanlagen durch. Diese Regelungen standen im Widerspruch zum eigentlichen Gesetzesziel: dem Klimaschutz.

2712 Gericht / Foto: digital-designer / stock.adobe.com

Auszüge aus den Leitsätzen des Bundesverfassungsgerichtsbeschlusses zum Klimaschutz

Der Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit […] schließt den Schutz vor Beeinträchtigungen grundrechtlicher Schutzgüter durch Umweltbelastungen ein, gleich von wem und durch welche Umstände sie drohen. Die […] Schutzpflicht des Staates umfasst auch die Verpflichtung, Leben und Gesundheit vor den Gefahren des Klimawandels zu schützen. Sie kann eine objektivrechtliche Schutzverpflichtung auch in Bezug auf künftige Generationen begründen.

Artikel 20a verpflichtet den Staat zum Klimaschutz. Dies zielt auch auf die Herstellung von Klimaneutralität. […] Als Klimaschutzgebot hat Artikel 20a eine internationale Dimension.

Der nationalen Klimaschutzverpflichtung steht nicht entgegen, dass der globale Charakter von Klima und Erderwärmung eine Lösung der Probleme des Klimawandels durch einen Staat allein ausschließt. […] Der Staat kann sich seiner Verantwortung nicht durch den Hinweis auf die Treibhausgasemissionen in anderen Staaten entziehen.

In Wahrnehmung seines Konkretisierungsauftrags […] hat der Gesetzgeber das Klimaschutzziel […] dahingehend bestimmt, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C und möglichst auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen ist.

Art. 20a ist eine justiziable Rechtsnorm, die den politischen Prozess zugunsten ökologischer Belange auch mit Blick auf die künftigen Generationen binden soll. […] Der Schutzauftrag des Art. 20a schließt die Notwendigkeit ein, mit den natürlichen Lebensgrundlagen so sorgsam umzugehen und sie der Nachwelt in solchem Zustand zu hinterlassen, dass nachfolgende Generationen diese nicht nur um den Preis radikaler eigener Enthaltsamkeit weiter bewahren könnten.

Die Schonung künftiger Freiheit verlangt auch, den Übergang zu Klimaneutralität rechtzeitig einzuleiten. Konkret erfordert dies, dass frühzeitig transparente Maßgaben für die weitere Ausgestaltung der Treibhausgasreduktion formuliert werden, die für die erforderlichen Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse Orientierung bieten und diesen ein hinreichendes Maß an Entwicklungsdruck und Planungssicherheit vermitteln.

Der Gesetzgeber muss die erforderlichen Regelungen zur Größe der für bestimmte Zeiträume insgesamt zugelassenen Emissionsmengen selbst treffen. Eine schlichte Parlamentsbeteiligung durch Zustimmung des Bundestags zu Verordnungen der Bundesregierung kann ein Gesetzgebungsverfahren bei der Regelung zulässiger Emissionsmengen nicht ersetzen, weil hier gerade die besondere Öffentlichkeitsfunktion des Gesetzgebungsverfahrens Grund für die Notwendigkeit gesetzlicher Regelung ist.

Entscheidung im Volltext: bdev.de/klimaschutzurteil

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