Neuer Beirat des Vereins
Von Aribert Peters
(28. April 2019) Der Vereinsvorstand hat einen Beirat aus dem Kreis interessierter und engagierter Mitglieder einberufen. Er hat beratende Funktion und diskutiert über die Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen des Vereins.
Die erste Sitzung des derzeit achtköpfigen Beirates fand am 9. Februar 2019 in Unkel statt. Im Vereinsbüro wurde einen Tag lang heiß diskutiert.
Ein neuer Slogan für den Verein wurde gesucht. Das Selbstverständnis und die Zielrichtung des Vereins könnte durch den Slogan „Netzwerk Energiezukunft“ gut ausgedrückt werden – was denken Sie?
Schreiben Sie dem Verein Ihre Meinung oder alternative Vorschläge per E-Mail an: info@energieverbraucher.de
Folgende neue Projekte für den Verein wurden ebenfalls diskutiert: Eine neue Webseite, zusätzliche Beratungsangebote zum Thema E-Mobilität durch den Verein, Hilfe für Schulen für den Bau einer PV-Anlage auf dem Schuldach -sowie die Schaffung einer Veröffentlichungsreihe „Mythen und Fakten“ auf Twitter. Auch über die Energiedepesche wurde viel diskutiert.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. stellt hier seine Grundsatzpositionen zur Diskussion.
Verbrauchergerechte Energieversorgung – was ist das?
Die Energieversorgung der Bundesrepublik trägt den Verbraucherinteressen nur höchst ungenügend Rechnung. Aber auch die Umwelt wird geschädigt und die zukünftige Versorgung ist ungesichert. Eine verbraucherfreundliche Politik muss zugleich gerecht, umweltschonend und zukunftsfähig sein. Der Bund der Energieverbraucher e.V. stellt hier seine Grundsatzpositionen zur Diskussion.
(25. Januar 2018) Die Strompreise der Industrie sind in den vergangenen Jahren ständig gesunken, während Haushaltskunden immer tiefer in die Tasche greifen mussten. Großbetriebe werden von EEG-Umlage, Stromsteuer und Netzentgelten befreit. Haushaltskunden müssen die fehlenden Beträge durch immer neue Umlagen schultern. Zudem wächst die Zahl der Energierechtsparagraphen lawinenartig. Nur noch hochbezahlte Spezialisten kennen sich aus, die von Verbrauchern nicht bezahlt werden können.
Dem Bund der Energieverbraucher kommt es auf eine gerechte und langfristige Sicherung der Energieversorgung an. Er will auch die energiebedingten Umweltbelastungen deutlich vermindern. Ein fünf Punkte umfassender Katalog fasst die Defizite der Politik und Forderungen des Vereins zusammen:
- Schneller Abschied von fossiler Energie
- Gerechte Energiepreise
- Mehr Rechte für Verbraucher
- Energiesparen und Umwelt schützen
- Schutz armer Verbraucher
Nachfolgend werden diese Punkte im Einzelnen erläutert.
Schneller Abschied von fossiler Energie
Defizite
Der schnelle vollständige Umstieg auf Erneuerbare ist dringend notwendig aus Gründen des Klimaschutzes, der Versorgungssicherheit und des Schutzes vor künftigen Preissprüngen sowie zur Sicherung des Friedens. In einer Viertelstunde trifft mehr Sonnenstrahlung auf die Erdoberfläche, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Trotz der Endlichkeit fossiler Quellen und deren Klimaschädlichkeit wird der schnell wachsende weltweite Energieverbrauch noch zu weniger als 20 Prozent aus Erneuerbaren gedeckt.
Beispiele
- Der Ausbau wird in Deutschland regierungsamtlich gebremst, verkompliziert und behindert, zum Beispiel durch einen Ausbaudeckel.
- Obwohl die EEG-Umlage zur Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren dienen soll, wird erneuerbarer Strom durch den Aufschlag der EEG-Umlage verteuert und gebremst.
- Die Errichtung von Solaranlagen auf Freiflächen wird nicht gefördert.
- Die PV-Industrie in Deutschland wurde durch eine verfehlte Politik praktisch zerstört.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert:
Schnellstmöglicher Ersatz fossiler Energien durch erneuerbare Energien. Ein konkretes Ausstiegsprogramm aus fossiler Energie, ähnlich wie in Dänemark.
Das bedeutet zum Beispiel:
- Eigenerzeugung und Eigennutzung von Strom von Bürokratie und EEG-Umlage befreien.
- Verbot neuer Öl- und Gasheizungen.
- Deckelung des Ausbaus erneuerbarer Energien streichen.
- Förderung von Nahwärme in Bürgerhand.
- Standardisierte Sanierungspakete für Altbauten.
- CO2-Steuer auf fossile Energien verschafft den Erneuerbaren einen wirtschaftlichen Vorsprung.
Gerechte Energiepreise
Defizite
Die Lasten der Energiewende werden einseitig den privaten und kleingewerblichen Energieverbrauchern angelastet. Großverbraucher werden dagegen in großem Umfang entlastet und befreit. Die Kosten werden den übrigen Verbrauchern zusätzlich auferlegt. Das gilt aber auch für die Netzentgelte, die Ökosteuer und viele weitere Umlagen.
Beispiele
- Die Netzentgelte für viele Industriebetriebe sind reduziert. Die Fehlbeträge werden den nichtbefreiten Verbrauchern über eine Umlage zusätzlich aufgebürdet. Die sachliche Rechtfertigung dafür ist höchst zweifelhaft.
- Die energieintensive Industrie ist von der Zahlung der EEG-Umlage weitgehend befreit. Die Fehlbeträge in Höhe von jährlich rund 5 Milliarden Euro werden den nichtbefreiten Verbrauchern auferlegt und erhöhen deren EEG-Umlage.
- Die Industriestrompreise sind in den vergangenen Jahren beständig gesunken, die der privaten Verbraucher ständig gestiegen. Eine sachliche Rechtfertigung dafür ist nicht erkennbar.
- Die Entlastung der Industrie bei den Strompreisen wurde durch eine aktuelle Studie auf einen Betrag in Höhe von 17 Milliarden Euro beziffert.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert:
Zwischen den Verbrauchern großer und kleiner Energiemengen muss Gerechtigkeit hergestellt werden. Auch die Steuern und Abgaben müssen auf alle Abnehmergruppen gleichmäßig und gerecht verteilt werden. Die Tarifstruktur muss sparsame Verbraucher durch geringe Preise belohnen.
Das bedeutet zum Beispiel:
- Abschaffung atypischer Netzentgelte.
- Gerechte Verteilung der Netzentgelte und Umlagen auf alle Verbrauchergruppen.
Mehr Rechte für Verbraucher
Defizite
Die Belange der Haushaltskunden werden in der Energiepolitik kaum berücksichtigt. Dadurch werden die Haushaltskunden benachteiligt und in ihren Rechten beschnitten.
Beispiele
- Unseriöse Anbieter können ungehindert von Gerichten und Aufsichtsbehörden erfolgreich hunderttausende Verbraucher prellen (Flexstrom, Care-Energy, Teldafax).
- Die Freiheit der Anbieter wird höher gewertet, als der Schutz der Verbraucher.
- Die AGB von Energieversorgern sind unverständlich und haben dennoch Rechtskraft.
- Fernwärmekunden sind der Preiswillkür ihrer Versorger nahezu schutzlos ausgeliefert.
- Die Liberalisierung der Schornsteinfegermonopole ist missglückt. Verbraucher stehen den Monopol-Schornsteinfegern schutzlos gegenüber. Freie Schornsteinfeger gibt es praktisch nicht.
- Die Flut neuer Energiegesetze, derzeit weit über 10.000 Paragrafen, ist nur noch von teuer bezahlten Fachanwälten durchschaubar. Verbraucher werden dadurch faktisch entrechtet, weil sie sich diese spezialisierten Anwälte nicht leisten können.
- Es gibt keine Möglichkeit für gemeinsame Verbraucherklagen, wie zum Beispiel in den USA.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert:
Die Belange der Haushaltskunden müssen bei Gesetzen und in der Rechtsprechung höheres Gewicht erhalten. Energiegesetze müssen drastisch vereinfacht werden.
Das bedeutet zum Beispiel:
- Die AGB von Versorgern müssen so formuliert sein, dass Verbraucher sie verstehen.
- Strom- und Gastarife müssen einfach und verstehbar gestaltet sein.
- Schornsteinfeger dürfen keine hoheitlichen Aufgaben ausführen.
- Die Tätigkeit von Heizkostenabrechnungsfirmen muss kritisch kontrolliert werden.
- Die Stromerzeugung von Privatverbrauchern muss besonders geschützt werden.
- Abrechnungen müssen spätestens vier Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraums erfolgen.
- Sammelklagen von Verbrauchern müssen ermöglicht werden.
Energiesparen und Umwelt schützen
Defizite
Selbst einfache und wirtschaftliche Einsparmaßnahmen von Energie unterbleiben. Der Staat belässt es bei Appellen. Es mangelt an guter Beratung. Ohne substantielle Energieeinsparungen ist ein Umstieg auf Erneuerbare nicht möglich.
Beispiele
- Wärmeschutz im Gebäudebereich wird steuerlich nicht gefördert.
- Die Tarife belohnen meist hohen Verbrauch.
- Die Ökosteuer, die Mehrverbrauch teurer macht, wird abgebaut.
- Es mangelt an guten Informationen über einfache Einsparmaßnahmen.
- Die finanzielle Ausstattung von Verbraucherverbänden, die Verbraucher beim Einsparen unterstützen, ist mangelhaft.
- Es gibt keine Einsparverpflichtungen für Energieversorger, wie sie sich in vielen anderen Ländern bewährt haben.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert:
Informationen über Einsparmaßnahmen müssen verbessert werden. Die gesetzlichen Vorgaben für sparsame Gebäude und Fahrzeuge müssen verschärft und Missachtungen sanktioniert werden. Einsparungen müssen durch Tarife belohnt werden.
Das bedeutet zum Beipiel:
- Einheitliche und konsistente Gesetze für den Gebäudebereich (Gebäudeenergiegesetz).
- Verbesserung und Vereinheitlichung der Beratungsinfrastruktur.
- Steuerliche Anreize für energetische Sanierung von Häusern.
- Energieversorger werden zu Einsparmaßnahmen verpflichtet.
Schutz armer Verbraucher
Defizite
Das Leben und die Gesundheit finanziell schlecht gestellter Verbraucher wird durch Versorgungssperren gefährdet. Der Staat lässt es an seiner Fürsorgepflicht für diese Menschen fehlen und versagt ihnen das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Leben.
Beispiele
- Die Hilfe zum Lebensunterhalt deckt die Kosten der Stromversorgung nicht vollständig ab.
- Die Hälfte der Stromsperren entfällt auf Verbraucher, die keine Hilfe vom Sozialsystem erhalten.
- Es gibt keine empirischen Untersuchungen über die Ursachen und den Umfang von Versorgungssperren.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert:
Finanziell schlecht gestellte Verbraucher benötigen besonderen Schutz vor Versorgungssperren, um ein menschenwürdiges Leben zu führen.
Das bedeutet zum Beispiel:
- Erhöhung der Hartz-IV-Sätze, damit auch der Strombezug vollständig bezahlt werden kann.
- Versorgungssperren in kalter Jahreszeit verbieten.
- Einsatz von Prepaid-Systemen gesetzlich so regeln, dass Verbraucher nicht benachteiligt werden.
- Keine zwangsweise Abzahlung von Altschulden durch Prepaid-Zähler.
Diskutieren Sie mit!
Wir bitten alle Mitglieder des Vereins und Leser der Energiedepesche, diese Grundsatzpositionen per E-Mail zu kommentieren, damit wir zu einer abgestimmten Meinungsbildung kommen können: info@energieverbraucher.de
Wechsel im Vereinsvorstand: Verjüngung des Vereins
(23. Januar 2018) Der Vereinsvorstand hat am 23. Oktober 2017 beschlossen, dass ab 1. Januar 2018 Leonora Holling den Vereinsvorsitz übernimmt.
Sie und Louis-F. Stahl werden den Verein künftig prägen und verjüngen. Aribert Peters bleibt dem Verein als stellvertretender Vorsitzender erhalten. Er wird neben der Vorstandstätigkeit auch ehrenamtlich ohne Bezahlung die Energiedepesche weiter mitgestalten.
Der gesamte Vorstand wird auch künftig alles dafür tun, um Ihre Erwartungen an den Verein zu erfüllen.
Louis-F. Stahl, Manuela Matheisen, Leonora Holling und Dr. Aribert Peters
Der Bund der Energieverbraucher e.V. nimmt aktiv an den Foren und Veranstaltungen der COP23 in Bonn teil.
Verein beim Weltklimagipfel
(10. November 2017) Der Bund der Energieverbraucher e.V. nimmt aktiv an den Foren und Veranstaltungen der COP23 in Bonn teil. Es geht um einen Austausch über die Aktionen und Möglichkeiten zur Begrenzung von Treibhausgasemissionen. Jedes Land ist mit eigenen Beiträgen gefordert und hat sich dazu im Parisabkommen verpflichtet.
Informationen über das Weltklimaabkommen finden Sie hier http://unfccc.int/2860.php (englisch)
Viersen am linken Niederrhein: Neue Beratungsstelle
(7. November 2017) Der Bund der Energieverbraucher hat eine Beratungsstelle in Viersen neu eröffnet. Dort kann ein persönlicher Beratungstermin nach telefonischer Absprache vereinbart werden.
Geleitet wird die Außenstelle von Rechtsanwältin Leonora Holling.
Veranstaltungshinweise
(13. Oktober 2017)
- 18. Forum Neue Energiewelt 2017
Deutschlands Leitkonferenz für die innovative Energiewirtschaft
16. und 17. November 2017 in Berlin
Veranstalter: Neue Energiewelt Solarpraxis
www.neue-energiewelt.de | Tel. 030.726296-301 - FVEE-Jahrestagung 2017
Innovationen für die Energiewende
8. und 9. November 2017 in Berlin
Veranstalter: ForschungsVerbund Erneuerbare Energien
www.fvee.de | Tel. 030.52680210 - Nahwärme kompakt - effiziente Wärmenetze
28. September 2017 in Karlsruhe
Veranstalter: Kompetenzzentrum der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH
www.energiekompetenz-bw.de | Tel. 0721.98471-0
Es lebt nur, wer sich vielen nützlich erweist, es lebt nur, wer von sich selbst den rechten Gebrauch zu machen weiß (Seneca, 60. Brief an Lucilius).
Bundespreis Verbraucherschutz 2017 für Aribert Peters
Deutsche Stiftung Verbraucherschutz honoriert Engagement für Verbraucherrechte. Am 19. Juni 2017 hat die Stiftung den Bundespreis Verbraucherschutz auf dem Deutschen Verbrauchertag in Berlin an Dr. Aribert Peters verliehen. Der Gründer des Bundes der Energieverbraucher erhielt die Auszeichnung „Persönlichkeit des Verbraucherschutzes 2017“. Mit dem Preis wird auch das Engagement der vielen Tausend Vereinsmitglieder ausgezeichnet, die den Erfolg des Vereins ermöglichten.
(20. Juni 2017, ergänzt 26. September 2017) Eine hochkarätig besetzte Fachjury mit Vertretern aus Verbraucherorganisationen, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wählte die Preisträger aus. „Gute Beispiele sollen Schule machen. Deshalb zeichnet der Bundespreis Verbraucherschutz Persönlichkeiten und Projekte aus, die mit ihrem Engagement, ihren Ideen oder ihrem Erfolg vorbildlich sind. Wir ehren damit Pfadfinder des Fortschritts und Streiter für die Gerechtigkeit.“, so Heiko Maas, Bundesverbraucherschutzminister und Schirmherr des Preises.
„Es lebt nur, wer sich vielen nützlich erweist, es lebt nur, wer von sich selbst den rechten Gebrauch zu machen weiß“ Seneca, 60. Brief an Lucilius
Dr. Aribert Peters erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Persönlichkeit. Die Laudatio zur Verleihung hielt Friedeline Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg:
„Seit 30 Jahren engagiert Dr. Aribert Peters sich mit dem Bund der Energieverbraucher e.V. für die Rechte von Strom- und Gaskunden. Durch das Engagement seines Vereins konnten Energiepreise gesenkt werden, wodurch Verbraucher hunderte Millionen Euro einsparten. Seine Vision ist eine langfristig kostengünstige und sichere Energieversorgung und die Unabhängigkeit der Verbraucher von den Versorgern.“
„Dr. Aribert Peters war oftmals unbequem. Im Laufe der Jahre hat er sich mit seinem Engagement und einem unermüdlichen Einsatz gegen Ungerechtigkeiten und für die Rechte der Energieverbraucher innerhalb der Energiewirtschaft nicht nur Freunde gemacht.
Dank seiner Aktivitäten sparten Verbraucher seit 1989 allein auf dem deutschen Gasmarkt jährlich mehr als 250 Millionen Euro – eine beachtliche Summe! Denn er hatte damals vor Gericht durchgesetzt, dass alle Gasrechnungen neu berechnet und in der Folge um mindestens zwei Prozent abgesenkt werden mussten.
Seine Beschwerde in Brüssel wegen der Privilegierung energieintensiver Unternehmen zu Lasten der Haushaltskunden führte 2014 sogar zu einem Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Deutschland.
Bereits zum 11. Mal wurde die „Trübe Funzel“ von ihm verliehen. Er prangert damit öffentlich besonders verbraucherunfreundliche Unternehmen, manchmal aber auch Politiker, an.
Die Stiftung Warentest bezeichnete ihn in Finanztest 4/2016 als den ‚Robin Hood‘ der Energieverbraucher.
Unser diesjähriger Preisträger ist
- geboren am 25. November 1948,
- aufgewachsen in Südbaden,
- studierte in Tübingen und in Berlin Physik und
- promovierte 1981 an der TU Berlin auf dem Gebiet der Stadt- und Regionalplanung.
Ungerechtigkeiten und die Ohnmacht der Verbraucher gegenüber übermächtigen Unternehmen beschäftigten ihn bereits früh und ließen ihn auch nicht mehr los.
‚Man muss für sein Recht kämpfen‘, sagte er einmal. Und das sollte zu seinem Lebensmotto werden.
Als Beamter auf Lebenszeit im öffentlichen Dienst gründete er im Jahr 1987 den Bund der Energieverbraucher und schaffte sich damit selbst einen eigenen, spannenden Job.
Seit der Gründung bis heute ist er dessen Vorsitzender. Rund 12.000 Mitglieder hat der Verein. Bürgerinnen und Bürger, aber auch viele Energieberater, Architekten und Ingenieure, Städte und Gemeinden, und so mancher bekannte Umweltpreisträger, verleihen dem Verband inzwischen Stimme und Gewicht in der öffentlichen Diskussion.
In den Anfangszeiten des Vereins – so erzählte er einmal in einem Interview – seien Verbraucherinteressen ‚in der Politik völlig unterbelichtet gewesen, die Verbraucher mussten nur zahlen.‘ Das war die Grundlage seiner Motivation, seiner unermüdlichen Arbeit für die Rechte der Energieverbraucher.
Aber ein nunmehr dreißigjähriges vorbildliches Engagement im Verbraucherschutz ist schwer zu loben.
So sagte der Schriftsteller Rainald Goetz bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises im Jahr 2015:
‚Lob ist schlecht. Es installiert ein Gefälle, eine Nähe, eine Anmaßung; und stellt auf ganz unerfreuliche Art in Frage, dass das Gelobte eben zu loben ist, weil es geglückt ist. Gelobt zu werden ist furchtbar, aber noch schlimmer ist es, wenn man versehentlich selber derjenige ist, der ein Lob äußert. Zustimmung schwächt, Kritik dagegen stachelt an, energiefiziert die Welt.‘
In diesem Sinne erlauben Sie mir eine persönliche Bemerkung:
Lieber Preisträger,
Sie haben die Energiewelt durch Ihre unermüdliche Arbeit für die Verbraucher ‚besser‘ gemacht. Herzlichen Dank dafür.
Wenn es Sie und den Bund der Energieverbraucher noch nicht gäbe, so müsste man ihn schleunigst erfinden.
Der 3. Bundespreis Verbraucherschutz 2017 in der Kategorie ‚Persönlichkeit des Verbraucherschutzes‘ geht an Herrn Dr. Aribert Bernard Peters.
Meinen herzlichen Glückwunsch.“
Der Preisträger erhält eine Prämie von 15.000 Euro, die er dem Bund der Energieverbraucher e.V. zugutekommen lässt – 1.500 davon spendet der Verein für Solarleuchten in Afrika.
In seinen Dankesworten betonte der Preisträger, dass der Kampf um gerechte Strom- und Gaspreise noch nicht beendet sei: „Der EuGH entscheidet derzeit darüber, ob der Bundesgerichtshof europäische Verbraucherrechte einfach außer Kraft setzen darf. Es ist ein gutes Land, in dem offener Protest durch den Justizminister persönlich ausgezeichnet wird. Mut und Widerstand werden belohnt. Es ist ein gutes Land, im dem ein solcher Kampf mit Erfolg geführt werden kann. Ich danke allen Mitstreitern, ohne die unser Erfolg undenkbar gewesen wäre: Meinem Vereinsteam, den vielen guten und mutigen Anwälten auf unserer Seite, den vielen Aktiven in den Protestgruppen, den Mitkämpfern in den Verbraucherzentralen. Stellvertretend für viele möchte ich nennen Günter Hörmann, Jürgen Schröder, Leonora Holling, Kurt Markert und Thomas Fricke.“
Video: Bundespreis Verbraucherschutz 2017: Bund der Energieverbraucher, Dr. Aribert Peters
uf den Tag genau am 26. Februar 2017 ist es 30 Jahre her, dass der Bund der Energieverbraucher gegründet wurde.
Vereinsjubiläum – 30 Jahre Erfolg
(23. März 2017) Auf den Tag genau am 26. Februar 2017 ist es 30 Jahre her, dass der Bund der Energieverbraucher gegründet wurde. Bei der Gründung hätte wohl keiner zu träumen gewagt, dass der Verein zu einer stabilen Kraft im Interessengefüge Deutschlands wird, allen Energieverbrauchern bei der Durchsetzung ihrer Rechte hilft und zahlreiche nützliche Hilfestellungen für Energieverbraucher organisiert.
Die Zahl von rund 12.000 Mitgliedern ist stabil, auch dank der niedrigeren Mitgliedsbeiträge und einem umfangreichen Serviceangebot. Mit dem neuen Vorstand gibt es zudem eine Personaldecke, welche die zukünftige Kontinuität der Vereinsarbeit auch über den derzeitigen Vorsitzenden hinaus sichert.
Am 13. November 2016 fand in Bonn die Hauptversammlung des Bund der Energieverbraucher statt.
Neuer Vereinsvorstand gewählt
(14. November 2016) Am 13. November 2016 fand in Bonn die Hauptversammlung des Bund der Energieverbraucher statt. Die von den Mitgliedern bestimmten Delegierten wählten einen neuen Vereinsvorstand: Dr. Aribert Peters (Vorsitzender), Leonora Holling (2. Vorsitzende) und Louis.-F. Stahl. Wolfgang Suttor stellte sich nicht mehr zu Wahl. Er war seit dem Jahr 2000 Vorstand des Vereins. Sein aktives Engagement war in den vergangenen 16 Jahren ein wichtiger Stabilitätsfaktor und der Verein ist ihm zu großem Dank verpflichtet.
Eine Auswahl an Vorträgen von der Jahrestagung wurde als Video aufgezeichnet und wird später unter bdev.de/jahrestagung anzusehen sein.
Treffen der Arbeitsgruppe Fernwärme
(21. September 2016) Die Arbeitsgruppe Fernwärme im Bund der Energieverbraucher trifft sich anlässlich der Jahrestagung des Vereins am Sonntag, den 13. November 2016, um 10:00 Uhr, Gustav-Stresemann-Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn.
Verbraucher in der Energiewende
Einladung zur Jahrestagung des Bundes der Energieverbraucher
12. November 2016 in Bonn-Bad Godesberg
(22. Juni 2016) Besondere Schwerpunkte der Tagung werden die aktuelle Krise der Energiewende, die Situation von Verbrauchern bei der Auswahl von Anbietern, der Umgang mit Preiserhöhungen, die Handlungsmöglichkeiten von Verbrauchern bei der Energieeinsparung, der Wärmedämmung sowie die gekoppelte Eigenerzeugung von Strom und Wärme sein.
Wir konnten eine ganze Reihe von erstklassigen Referenten für unsere Jahrestagung gewinnen. Sie sind den Lesern der Energiedepesche seit langem gut bekannt. Das garantiert verlässliche Informationen aus erster Hand, gute Vorträge und spannende Diskussionen.
Anmeldung unter Verbraucher in der Energiewende

Joachim Nitsch ist unter anderem maßgeblicher Autor der "Leitstudien" der Bundesregierung, die die wissenschaftliche Basis der amtlichen Energiewende darstellen. Er wird den aktuellen Kurs der Energiepolitik analysieren und kommentieren.

Ernst Ulrich von Weizsäcker ist Gründer des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Co-Präsident des Clubs of Rome und Autor von drei Berichten des Clubs, ehemaliger Vorsitzender des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages und seit 29 Jahren Mitglied im Bund der Energieverbraucher.
Sein Thema lautet "Antrophozähneknirschende Betrachtungen".

Leonora Holling und Aribert Peters Vorstände im Bund der Energieverbraucher referieren zu den Themen: "Energiepreisprotest -der aktuelle Stand", "Das Kleingedruckte unter der Lupe - Analyse der AGB von Energieversorgern".

Hans Weinreuter ist Energieexperte und langjähriger Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Er wird zu einem tagesaktuellen verbraucherpolitischen Thema referieren.

Werner Eicke-Hennig leitet seit Jahren die Energiespar-Aktion des Hessischen Wirtschaftsministeriums, die bundesweit Impulse setzt. Er hat zahlreiche Bücher und Fachartikel veröffentlicht, vor allem zu allen Fragen rund um Wärmedämmung. Um dieses Thema geht es auch in seinem Vortrag.

Klaus Michael ist Gründer und Leiter des Niedrig Energie Instituts in Detmold. Er ist Experte für Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und Stromsparen. Er hat über 500 Niedrigenergiehäuser und 200 Passivhäuser geplant und gebaut.
Er veröffentlicht seit 25 Jahren die "Liste besonders sparsamer Hausgeräte". Sein Vortragsthema: "Energieberatung aus Leidenschaft - Was man als Mitglied und Energieberater so alles Sinnvolles machen kann mit vielen schönen Beispielen aus der täglichen Arbeit".

Louis-F. Stahl ist Herausgeber des BHKW-Branchenportals BHKW-Infothek und Vorsitzender der Betreibervereinigung BHKW-Forum e.V. Er gibt einen Überblick über Möglichkeiten, selbst Strom zu erzeugen und diesen an Mieter- und Nachbarn zu vermarkten.
Am 20. August 2015 wurde auf dem Platz vor dem Gebäude des Vereins eine Skulptur enthüllt.
Bund der Energieverbraucher e.V. benennt Hermann-Scheer-Platz in Unkel
(21. August 2015) Am 20. August 2015 wurde auf dem Platz vor dem Gebäude des Bundes der Energieverbraucher e.V. in Unkel eine Skulptur enthüllt. Der Platz erhielt an diesem Tag den Namen „Hermann-Scheer-Platz“ als nichtamtliche Bezeichnung zur Erinnerung an diesen wichtigen Politiker.
Hermann Scheer war ein deutscher Politiker (1944 -2010), 30 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages und dem Bund der Energieverbraucher e.V. über Jahrzehnte verbunden.
Hermann Scheer und Aribert Peters im Sommer 2007
Der Durchbruch der Solarenergie und der Energiewende in Deutschland ist ohne sein Wirken unvorstellbar. „Das herrschende Energiesystem, das sich auf die Altenergien stützt, verkörpert zwar die einflussreichste wirtschaftliche Macht auf dem Globus, aber in Wahrheit ist es schon „erledigt“ – offen ist allerdings, ob die Menschheit mit erledigt sein wird“, schrieb Scheer vor 20 Jahren in seinem Buch „Sonnenstrategie“.
Der graue Bardiglio-Mamorstein ist 1,3 Meter hoch und steht auf einem Sockel. Er zeigt neun eng beieinanderstehende Menschen. Er symbolisiert die Kraft und die Spannung des gemeinsamen Wirkens, passt deshalb sehr gut zum Bund der Energieverbraucher und auch zum Gedenken an Hermann Scheer. Der Stein wurde in den vergangenen Jahren durch den Bildhauer Axel Peters (www.axel-peters.de) genau für diesen Platz geschaffen und vom Vereinsvorsitzenden Dr. Aribert Peters aus privaten Mitteln erworben.
Umweltpreis für Prof. Peter Hennicke
(28. Oktober 2014, ergänzt 12. Dezember 2014) Vor 1.200 Festgästen zeichnete Bundespräsident Joachim Gauck in Kassel die Träger des diesjährigen „Deutschen Umweltpreises“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt aus.

Der mit 500.000 Euro dotierte unabhängige Umweltpreis ging an den emeritierten Prof. Dr. Peter Hennicke und den Gründer der Karlsruher Firma Unisensor Sensorsysteme, Prof. Dr. Ing. Gunther Krieg. Hennicke hat am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie maßgeblich dazu beigetragen, die wissenschaftlichen Grundlagen für die Energiewende zu schaffen.
Der Bund der Energieverbraucher e. V. gratuliert Prof. Dr. Hennicke zu der wohlverdienten Auszeichnung. Peter Hennicke gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bundes der Energieverbraucher e. V. und begleitet seit 27 Jahren den Verein mit Anregungen und Ermutigung. Er schreibt uns: „Ein langer gemeinsamer Weg, aber immer in die richtige Richtung, gleichwohl: Der grüne Fortschritt ist immer noch eine Schnecke!“
Peter Hennicke ist bereits der fünfte Träger des Deutschen Umweltpreises aus den Reihen der gegenwärtigen und ehemaligen Vereinsmitglieder. Vor ihm erhielten den Preis: Günther Graßl, Ursula Sladek, Hubert Weinzierl und Ernst Ulrich von Weizsäcker.
Der Bund der Energieverbraucher e. V. ist Mitveranstalter der diesjährigen BHKW-Info-Tage in Wuppertal.
Energieanbieterinformation und BHKW-Info-Tage in Wuppertal
(28. Juni 2014) Der Bund der Energieverbraucher e. V. ist Mitveranstalter der diesjährigen BHKW-Info-Tage in Wuppertal. Gemeinsam mit dem BHKW-Forum e.V. und der Energie Agentur NRW veranstalten wir vom 22. bis 24. November 2014 in der Villa Media in Wuppertal für Sie kostenlos eine Tagung zur Energieanbieterinformation und die 10. BHKW-Info-Tage.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir für die Hauptversammlung des Bundes der Energieverbraucher um vorherige Anmeldung in der Bundesgeschäftsstelle des Vereins, Telefon 02224 - 92 27 0 oder online.
Ablauf der Tagung: www.bhkw-info-tage.de
Sparen durch den Bund der Energieverbraucher e.V.
Ein kleines Geschenk für Sie
(27. März 2014) Der Bund der Energieverbraucher e. V. hat ein kleines Geschenk für Sie: Auf Ihrer Stromrechnung wird Ihnen für jede Kilowattstunde 2014 ein Betrag von 0,187 Cent dafür belastet, dass einige Firmen von der Zahlung der Netzentgelte teilweise befreit sind.
2013 betrug diese Umlage noch 0,329 Cent. Gegen einen Teil dieser Befreiungen hatte der Bund der Energieverbraucher e. V. Beschwerde in Brüssel eingelegt, weil es sich um unerlaubte Beihilfen handelt. Die EU-Kommission hat daraufhin am 6. März 2013 ein Beihilfeverfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet (C(2012)8765 final). Bereits vor Abschluss dieses Verfahren hat die Bundesregierung am 14. August 2013 die Befreiungen reduziert und die Befreiungen der Jahre 2012 und 2013 rückwirkend annulliert.
Als Folge hat sich auch die Umlagezahlung im Jahr 2014 reduziert. Sie sparen dadurch 0,142 Cent/kWh. Bei einem Duchschnittsverbraucher von 3.500 kWh jährlich sind das fünf Euro. Für den gesamten an Haushalte gelieferten Strom (131 Millionen kWh) summiert sich das auf 186 Millionen Euro, die Energieverbraucher durch die Vereinsaktivitäten einsparen.
Sollten wir uns auch mit unserer zweiten Beschwerde durchsetzen (siehe Verfahren gegen die Bundesrepublik), dann dürfte die Entlastung noch weitaus üppiger ausfallen.
Laut Statistischem Bundesamt sinken die Strompreise für Weiterverteiler seit Juli 2011, während die Strompreise für Endverbraucher seither steil ansteigen. Wir finden das nicht fair!










