EU-Gasrohr soll Abhängigkeit von Russland mindern. Baubeginn: 2008
(3. Juli 2006) Die Europäische Union verringert ihre Abhängigkeit von Russland als wichtigstem Gasliefer- und -transitland. Dazu vereinbarten Energieminister und Unternehmensvertreter aus fünf Balkanstaaten in Wien, Planung und Bau der so genannten Nabucco-Pipeline zu beschleunigen.
Die Nabucco-Pipeline soll bis 2011 eine Transitroute bieten, die nicht über Russland oder ehemalige Sowjetrepubliken läuft. Die Röhre wird den Planungen zufolge in der Osttürkei beginnen und das Gas 3400 Kilometer über Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich transportieren. Gespeist werden kann die 4,6 Mrd. Euro teure Pipeline mit Gas aus Aserbaidschan, dem Irak, Iran, Ägypten oder auch Russland. Der Baubeginn ist für 2008 geplant. Ab 2020 sollen dann bis zu 31 Mrd. Kubikmeter Gas pro Jahr durch die Röhre fließen. Ziel ist es, den Erdgasanteil Zentralasiens in der EU auf 10 bis 15 Prozent auszudehnen.
Das Nabucco-Konsortium umfasst das österreichische Energieunternehmen OMV, Mol aus Ungarn, Transgaz aus Rumänien, Bulgargaz aus Bulgarien und Botas aus der Türkei. Deutsche Firmen haben noch keine Beschlüsse über einen möglichen Einstieg gefällt.